Der am 19. Juli 1969 in Villach geborene Robert Mack wuchs am elterlichen Hof in der Gemeinde Nötsch im Unteren Gailtal auf. Nach der Hauptschule absolvierte er die landwirtschaftliche Mittelschule in Salzburg, er wollte Tierarzt und Bauer werden. Es kam völlig anders: Mack managte für die ÖVP im Alter von 20 Jahren den Wahlkampf im Bezirk Hermagor, danach wurde er persönlicher Sekretär von VP-Chef Zernatto, der 1991 Landeshauptmann wurde. Von 1994 bis 1999 war Mack Landesgeschäftsführer der Volkspartei.
Als Zernatto in diesem Jahr die Politik verließ, beendete auch Robert Mack seine Karriere in der ÖVP, wenige Monate später erfolgte der Ruf zur Styria-Mediengruppe nach Graz. Am 1. Juni 2000 wurde Mack Prokurist der „Woche“ in Klagenfurt, 2003 Geschäftsführer. Heute lebt Robert Mack, verheiratet und Vater dreier Mädchen, in Moosburg.
Als Zernatto in diesem Jahr die Politik verließ, beendete auch Robert Mack seine Karriere in der ÖVP, wenige Monate später erfolgte der Ruf zur Styria-Mediengruppe nach Graz. Am 1. Juni 2000 wurde Mack Prokurist der „Woche“ in Klagenfurt, 2003 Geschäftsführer. Heute lebt Robert Mack, verheiratet und Vater dreier Mädchen, in Moosburg.
Robert, Du trägst eine große Verantwortung. Kann man das lernen?
Ganz sicher. Ich habe nach der Matura in einem Gemüseanbaubetrieb im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz gearbeitet und als der Besitzer schwer erkrankte, hatte ich auf einmal die Mitverantwortung für 120 Hektar Ackerfläche, 140 Erntehelfer und den Verkauf an der Gemüsebörse. Dort habe ich gelernt, wie auf dem freien Markt die Nachfrage den Preis bestimmt. Der Bauer war sehr zufrieden mit mir.Und warum dann der rasche Einstieg in die Politik?
Ich wollte nach meiner Rückkehr aus Deutschland eigentlich eine Australien-Reise machen, doch der ÖVP-Bezirksparteichef von Hermagor, Ferdinand Sablating, hat mich gebeten, den Wahlkampf zu managen. Wie ist er auf Dich gekommen?
Mein Vater war schon in der Gemeinde politisch aktiv und der frühere Landesrat Hans Schumi mein Firmpate. Als wir dann bei der Wahl das beste Bezirksergebnis Kärntens einfuhren, hat mich Christof Zernatto zu seinem ständigen Begleiter gemacht.Was hat Dir die Politik persönlich gebracht?
Es war eine Phase des intensiven Lernens, sowohl was den Umgang mit Menschen als auch das Bewältigen von Aufgaben betrifft. Als Geschäftsführer einer Partei musst Du ein guter Manager sein, aber auch ein gutes Gespür für die Menschen haben und ihnen zuhören können.Heute bist Du Manager der auflagenstärksten Zeitung des Landes.
Ja, und ich konnte und kann auf meinen Erfahrungen aufbauen. Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass man ohne fähige Mitarbeiter nie erfolgreich sein wird, in welcher Branche auch immer. Daraus leitet sich mein Umgang mit meinen Mitarbeitern ab: Es sollte eine gegenseitige Wertschätzung gegeben sein.Die „Woche“ hat einen steilen Aufstieg hinter sich, warum?
Wir haben heute die höchste Auflage, eine Leserschaft von 336.000 und eine Reichweite von 70 Prozent. Wir bringen wöchentlich neun Regionalausgaben heraus und sind so in der Lage, unseren Lesern Informationen aus ihrer unmittelbaren Umgebung zu bieten. Die Kärntnerinnen und Kärntner können sich solcherart wöchentlich mit unseren Berichten identifizieren. In der „Woche“ gibt es auch etwas Neues: die „Regionauten“?
Hier haben wir österreichweit etwas Einzigartiges geschaffen. Der Zeitungskonsument hat das Bedürfnis nach Mitgestaltung, und dem sind wir nachgekommen: Unsere Leserinnen und Leser können sich als Reporter betätigen, als so genannte Regionauten. Das bedeutet, sie können zu jedem x-beliebigen Thema Beiträge für unsere Internet-Homepage verfassen, seien es Berichte von interessanten Ereignissen, Schnappschüsse oder auch nur Terminankündigungen. Die besten 20 erscheinen dann jeweils in unserer „Woche“. Binnen fünf Monaten haben sich rund 2.000 Kärntnerinnen und Kärntner schon als „Regionauten“ registrieren lassen, ein enormer Erfolg!Wie schaut die Kärntner Medienlandschaft derzeit aus?
Die Medienlandschaft insgesamt hängt eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung zusammen. In den Jahren 2006/07 wurden in Österreich wieder mehr Zeitungen gegründet, jetzt nach der Krise haben sich nur die wirklich guten gehalten. In Kärnten ist es aber noch schwieriger, wir haben sinkende Einwohnerzahlen, eine hohe Arbeitslosigkeit und eine sehr angespannte Budgetsituation. Das wirkt sich auf das Inseratengeschäft aus.Und wie hat die „Woche“ die Krise gemeistert?
Ausgezeichnet, und das ist nicht übertrieben. Eine Krise stärkt nämlich jene, die gut aufgestellt sind. In diesen Zeiten ist auch der Trend bemerkbar, dass der Werbemarkt den „Platzhirschen“ bevorzugt. Die Landesregierung hat die Presseförderung eingestellt.
Für die „Woche“ ist das ein überschaubarer Betrag, für Tageszeitungen ist es sicher härter. Überhaupt wird die Zukunft eine Reihe österreichischer Blätter sehr stark mit der Presseförderung des Bundes und der jeweiligen Länder verknüpft sein. Die Politiker müssen sich fragen, ob sie weiterhin eine Medienvielfalt wollen oder nicht?Was zeichnet eine gute Zeitung aus?
Sie muss bestmögliche Qualität bieten – und zwar aus der Sicht des Lesers. Die Qualität einer Zeitung bestimmt keinesfalls der Redakteur allein, vielmehr muss der Leser das erhalten, was er erwartet. Wir wollen jedenfalls den Kärntnerinnen und Kärntnern Woche für Woche ein Stückchen redaktionell aufbereitete Heimat geben.Und was bedeutet für Dich Heimat?
Ich bin Kärntner mit Herz und Seele. Der frühere Kärntner Diözesanbischof Egon Kapellari hat einmal gemeint, „in diesem gefährlich-schönen Land muss man sich wohl fühlen“, und ich gebe ihm völlig recht. Ich bin ein bodenständiger Mensch und in Kärnten tief verwurzelt. Unsere Heimat Kärnten muss aber auch offen sein für beide Kulturen und sollte ein bisschen mehr über die Grenzen hinaus schauen.Wie schöpfst Du Kraft für Deinen Job?
Natürlich in erster Linie aus meinem Vier-Mäderl-Haus. Dazu kommen Reiten, Bergwandern und seit kurzem die Jagd. Die Berge haben mir schon immer viel gegeben: Der Körper wird fit und der Kopf frei.Welche Pläne und Visionen hast Du noch?
Da mir meine Arbeit als „Woche“-Geschäftsführer sehr viel Spaß bereitet und wir als Gruppe ( Regionalmedien Austria AG) seit einem Jahr drauf und dran sind, das Erfolgsmodell der „Woche Kärnten“ Österreichweit auszurollen, ist für weitere Pläne im Moment kein Platz. Ich kann mir aber vorstellen, dass ich mich mit 50 selbstständig mache und dann auch die Zeit finden werde, in Kärnten Wein anzubauen und Pferde zu züchten.
Geschrieben von: Arno Wiedergut Fotografiert von: Klaus-Ingomar Kropf Dienstag, den 24. August 2010 um 00:00 Uhr









