"Dieses markante Umfeld vergisst man nie. In diesem Elternhaus mit einer solchen Kindheit und Jugend habe ich sehr viel an sozialem Denken und Fühlen mitbekommen, das ich nie vergessen werde."
In den Schulferien arbeitete Franz Voves immer wieder als Hüttenwirt, später finanzierte er sich sein Studium als Ferialpraktikant am Moped-Fließband bei Steyr-Daimler-Puch.
Nach Abschluss des Magister-Studiums der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Graz arbeitete er von 1979 bis 2002 im Finanzbereich der Merkur-Versicherung, wo er zuletzt auch Vorstandsmitglied war. "In diesen 23 Jahren konnte ich mir viel marktwirtschaftliches Know-how aneignen, das ich in meine neue Funktion einbringen kann. Ich möchte gerne einiges davon, was ich an Verständnis für weltweite Wirtschaftszusammenhänge gelernt habe, dorthin zurückgeben, woher ich gekommen bin."
Trotz des politischen Engagements seines Vaters bei die KPÖ, sieht er sich heute selbst nicht als Linksideologe. „Als Humanist Politik zu machen. Werte wie Menschlichkeit, Freiheit des Einzelnen, Offenheit, Objektivität, Ehrlichkeit, Gerechtigkeit und insbesondere Solidarität zu leben, wurden mir über mein Elternhaus sozusagen schon in die Wiege gelegt. Es sind dies aber zugleich die Grundwerte der Sozialdemokratie, die ich versuche zu leben und in meiner politischen Arbeit zu forcieren.“
Zu seinen Vorbildern zählen vor allem Altbundeskanzler Bruno Kreisky. „Nie werde ich die Zeit der späten 50er und frühen 60er Jahre vergessen, als unser Wohnraum auf Küche, Zimmer und Kabinett – Toilette am Gang – reduziert war. Diesen darauffolgenden sozialen Aufstieg zu erleben und die Chance auf Bildung zu haben – das verbinde ich sehr stark mit Bruno Kreisky.“ Aber auch die frühen christlich-sozialen Politiker zählt er zu seinen Vorbildern.
Den Spitznamen „Kernöl-Sozialist“, den ihn die „Krone“ verpasst hat, lehnt er allerdings ab. „Ich verstehe darunter steirischer Sozialdemokrat. Und genau das bin ich auch.“
Die Sicherung des Wirtschafts- und Arbeitsstandortes Steiermark ist Fokus seiner gegenwärtigen Bemühungen. Dafür soll eine „Steiermark-Holding“ eingesetzt werden. Ziel dieser Holding soll die Forcierung des Wirtschafts- und Beschäftigungsstandortes Steiermark sein. Das soll vor allem Arbeitsplätze für die Zukunft sichern.
Er nimmt seine Verantwortung als Landeshauptmann sehr ernst, zeigt aber auch Verständnis für die Wirtschaft. „Als Unternehmensleiter hat man nur den Erfolg und das Wohlergehen seines eigenen Betriebes zu sehen. Als Landeshauptmann danach zu trachten, dass alle Menschen im Land am Wohlstand sozial gerecht partizipieren.“
Geschrieben von: © Thomas Kukovec Fotografiert von: Landespressedienst Steiermark © Melbinger Dienstag, den 30. November 2010 um 15:06 Uhr







