Mit Entschlossenheit, Mut, Kampfgeist und großem Engagement kämpft Helga Grafschafter schon seit mehr als 10 Jahren erfolgreich für die Rechte und Gleichstellung der weiblichen Bevölkerung. Sie lebt nach dem Motto „etwas, das nicht passend ist, muss verändert werden“ und „geht nicht, gibt es nicht“! Ihr Traum wäre eine, für Männer und Frauen gleich berechtigte Zukunft, die auch von beiden Geschlechtern gleichermaßen gestaltet wird. Bis dahin, liegt aber noch einiges an Arbeit vor Helga Grafschafter und Ihren MitarbeiterInnen.
Einen wichtigen Schwerpunkt setzt sie in die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Vor allem junge Menschen stehen oft vor der Entscheidung – Kind, oder Karriere? Frau Grafschafter will aufzeigen und aufklären, wie beides machbar und quasi unter einem Hut zu bringen ist.
Nicht nur Probleme zählt Frau Grafschafter auf, auch Lösungsvorschläge hat sie parat. Die Zeit ist reif, für ein Umdenken. Flexibilität muss vom Arbeitgeber, sowie vom Arbeitnehmer gegeben sein.
Ein neues Arbeitszeitenmodell von 6 Arbeitsstunden täglich würde einiges erleichtern. Die Begriffe Vollzeit und Teilzeit würden somit wegfallen. Die Arbeitnehmer sind nach 6 Stunden nicht so sehr ausgepowert, die verbleibende Zeit wird intensiver mit der Familie verbracht, und die Kinderbetreuung sollte für 6 Stunden auch weit weniger Probleme bereiten. Zufriedenere Arbeitnehmer – bessere Leistung – wirtschaftliche Erfolge. Somit schließt sich der Kreis wieder.
Nicht unbedacht soll bleiben, dass im Zeitalter der rasanten Technologieentwicklung (Internet, Konferenzschaltung, etc.) ein Arbeiten von zu Hause aus, mittlerweile sehr leicht zu Arrangieren ist. Als Vorzeigemodell nennt Frau Grafschafter die Skandinavischen Länder, Frankreich oder Island. Dort ist es gang und gebe, dass Frauen 3 bis 4 Kinder haben, und dennoch voll erwerbstätig sind. Das Um und Auf sind Kinderbetreuungseinrichtungen, mit flexiblen Öffnungszeiten. Laut Studien zufolge, wurden Kinder, deren Mütter arbeiten gingen, nachweislich selbstständiger und erlagen weniger der Drogen- bzw. Alkoholsucht!
Ein weiteres wichtiges Thema stellt „Frauen in der Politik“ dar.
Der weibliche Anteil in der Politik – und das nicht nur in Kärnten – ist nach wie vor weit unter 30 %! Noch vor 10 Jahren war die Frauenmitarbeit in der Politik kaum ein Thema. Helga Grafschafter führt Aufklärungsmaßnahmen durch, dass sich „frau“ in der Männerdomäne Politik auch durchsetzen kann und gibt ihnen das nötige Know-how und Selbstbewusstsein mit auf den Weg. Politikerinnen-Lehrgänge und Netzwerkerinnen-Treffen sind nur einige Beispiele für ihren Marketingplan.
Problematisch sieht Frau Grafschafter, dass die Frauen in den (über Jahrzehnte) festgefahrenen Strukturen der einzelnen Parteien gefangen sind. Frauen müssen lernen aufzustehen, und sich den nötigen Platz schaffen, sowie sich gegenseitig auf solidarische Weise das Wort erteilen – und das am besten parteiübergreifend! Aber auch die Parteien und vor allem die Männer befinden sich in einem Lernprozess und müssen herausfinden, wie man mit selbstbewusster Weiblichkeit umzugehen hat.
Respekt, Achtung und Wertschätzung werden von der Männerwelt erwartet und als selbstverständlich angesehen, und dies darf nicht nur erwartet, sondern muss auch zurückgegeben werden.
Frau Grafschafter ist jedoch sehr zuversichtlich, und meint abschließend:
Der Frauenanteil in der Politik bzw. in Führungspositionen soll, nein, MUSS 50 % ausmachen! Da gibt es keine andere Alternative. Die Hälfte weiblich, die Hälfte männlich, nicht mehr und auch nicht weniger!
Geschrieben von: Silvia Wirnsberger Fotografiert von: KK = Klaus Kropf Freitag, den 19. November 2010 um 14:27 Uhr







