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Hacker-Angriff auf Kärntner Internet-Plattform

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Hacker-Angriff auf Kärntner Internet-Plattform

Statt auf „paparazzi1.net“ landete man auf der FBI-Homepage

 


Klagenfurt – Ziel eines Hacker-Angriffes war die Kärntner Internet-Plattform „www.paparazzi1.net“ . Dabei wurden Tausende Fotos von Veranstaltungen des abgelaufenen Kärntner Sommers gelöscht, auch die Interviews der Serie „Im Gespräch mit…“ mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Sport waren verschwunden. Das Motiv sowie der oder die Täter sind noch unbekannt.

 „Ich musste mit ansehen, wie die Daten nach und nach gelöscht wurden“, erzählt Robert Graf, Betreiber von „paparazzi1.net“. Interessierte wurden dann zum Teil auf die offizielle Homepage des amerikanischen FPI umgeleitet. Zum Glück war der Großteil der Daten gesichert und nach wenigen Stunden konnten die Seiten wieder gefüllt werden.

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 Graf befürchtet aber, dass sich der Vorfall wiederholen könnte und hat Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Klagenfurt erstattet. Wie Techniker herausgefunden haben, führen Spuren zu einem Handy in der Steiermark. Graf: „Mir ist ein Rätsel, wer oder was hinter dieser gemeinen Tat stehen könnte.“

 Die Serie „Im Gespräch mit…“ erfreut sich großer Beliebtheit. Hier gibt es ganz persönliche Interviews des langjährigen Kärntner APA-Chefs und Autors Arno Wiedergut mit bekannten und weniger bekannten Persönlichkeiten, unter ihnen Haider-Witwe Claudia, Filmregisseur Otto Retzer oder Stargeigerin Elena Denisova.

Link zu diesem Artikel Geschrieben von: Arno Wiedergut Fotografiert von: Klaus-Ingomar Kropf Mittwoch, 01. September 2010 Copyright, Vervielfältigung und Veröffentlichung nur mit Zustimmung!

 
 
 
 
 
 
Im Gespräch mit Otto Retzer

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Im Gespräch mit Otto Retzer

Ein Leberkäse und Salzgurken standen am Beginn seiner Karriere.

Zwischendurch lebte er in einem unmöblierten Zimmer und ernährte sich von Pommes Frittes und Ketchup. Heute zählt er zu den meistbeschäftigten und erfolgreichsten Regisseuren im deutschsprachigen Raum: Otto Retzer...
 
 
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Geboren wurde Otto Werner Retzer am 13. September 1945 in der Lölling, einem Seitental des Kärntner Görtschitztales, wo er auch aufwuchs. Seine Mutter war Postfräulein, sein Vater Landwirt. Nach einer Kellnerlehre wurde er Discjockey und Wasserskilehrer, bevor ihn 1970 der Chef der Lisa-Film, Carl Spiehs als Assistenten engagierte.

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Retzer avancierte zum Regieassistenten und spielte einige kleinere Rollen. 1983 führte er erstmals selbst Regie. Insgesamt fungierte er rund 120 Mal als Produktionsleiter und etwa 90 Mal als Regisseur. Populär wurde er durch seine Rolle als „Josip“ in der TV-Serie „Ein Schloss am Wörthersee“. Sein Markenzeichen ist die Glatze. Otto Retzer ist mit Shirly verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder, Olivia und Michael. Er lebt in München und am Wörthersee.

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Otto, wovon hast Du als Kind geträumt?
Wir waren arm, aber ich hatte eine wunderbare Jugend. Damals gab es noch kein Facebook und ich hatte echte Freunde. In unserer Gemeinde lebte der Herzog von Hohenberg, seine Kinder waren meine Spielkameraden. Zum 50. Geburtstag des Adeligen mussten wir Kinder und die Frauen dutzende Hendln rupfen und da hab ich beschlossen: Irgendwann möchte ich zu denen gehören, die sie essen.


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Du hast dann Kellner gelernt?
Ja, im damals bekannten Tanzcafe Lerch in Klagenfurt. Dort hat man mir ordentlich Gas gegeben. Trotzdem hab ich oft freiwillig Nachtdienst gemacht, um das „Trio Rubenthaler“ zu hören. In dieser Band ist erstmals Udo Jürgens aufgetreten. Als ich ausgelernt war, habe ich beim Werzer in Pörtschach meinen ersten Job bekommen, wo ich auch Wasserskifahren gelernt habe, noch dazu mit einem Tablett voller Gläser. Dadurch habe ich eine gewisse Bekanntheit erlangt. Ich war dann auch DJ im „Drop in“ der Brüder Dumba, im Sommer in Pörtschach, im Winter in Kitzbühel.


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Und dann kam der Film…
Da hatte ich unwahrscheinliches Glück. Carl Spiehs drehte am Wörthersee und logierte im Hotel Schloss Seefels, wo ich als Kellner arbeitete. Einmal in der Früh stöhnte Spiehs nach einer langen Nacht, er brauche unbedingt einen Leberkäs und Salzgurken gegen den Kater. Da es so etwas in einem Fünf-Sterne-Hotel natürlich nicht gibt, bin ich nach Klagenfurt zum Benediktinermarkt gefahren und hab es dort besorgt. Spiehs war begeistert und meinte: „Der ist in Ordnung, den nehmen wir mit!“

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Deine ersten Aufgaben im Filmgeschäft?
Spiehs drehte damals im Oktober am Wörthersee „Schön ist es auf der Welt zu sein“ mit Roy Black und Uschi Glas. Es war ein Sommerfilm, doch eines Nachts hatte es überraschend geschneit und die Blätter fielen von den Bäumen. Ich musste dann den ganzen Tag mit Tixo Blätter auf einen Baum kleben, unter dem eine Szene gedreht wurde.


 
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Wie ging es dann weiter?
Es war ein Auf und Ab. Ein Jahr später, 1971, drehte Spiehs zwei Wörthersee-Filme parallel mit allen deutschen Stars der damaligen Zeit. Da konnte ich mich als Assistent über mangelnde Arbeit nicht beklagen. Dann übersiedelte ich nach München, dort war es schwieriger. Es gab nur einen oder zwei Filme pro Jahr. Die übrige Zeit war ich arbeitslos. Ich lebte einmal ein halbes Jahr in einem Zimmer mit nur einem Bett und einer Lampe und ernährte mich von Pommes Frittes und Ketchup. Im Winter habe ich dann in Kitzbühel als eine Art Empfangschef in einem Hotel gearbeitet.

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Arno Wiedergut, Otto Retzer, Robert Graf


Hast Du den Weg zum Film bereut?
Es war damals keine leichte Zeit, aber ich habe es nie bereut. Und dann ist es ja aufwärts gegangen, etwa mit den Verfilmungen der Romane Jack Londons. So haben wir acht Monate den „Seewolf“ mit Raimund Harmsdorf gedreht. Carl Spiehs hat mich zu dieser Zeit auch zu den Festspielen nach Cannes mitgenommen. Das Filmgeschäft wurde immer interessanter und abwechslungsreicher.


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1983 hast zu zum ersten Mal Regie geführt.
Damals hat die „Bild“ einen Riesenartikel unter dem Titel „Babystrich im Sperrbezirk“ gebracht und ich meinte zu Spiehs, dass wir daraus einen Film machen sollten. Er hat mir die Chance dazu gegeben. Ich hatte allerdings nur ein Mini-Budget, einen Kameramann und einen Tontechniker zur Verfügung, die Schauspieler waren echte Zuhälter und Prostituierte. Der Film wurde mit 1,2 Millionen Zuschauern ein Riesenerfolg.

 

Was bedeutet für Dich Carl Spiehs?
Alles, was ich bin und habe, verdanke ich ihm. Es gibt keinen zweiten. Wenn ich einmal den Oscar bekomme (ha ha), weiß ich, bei wem ich mich bedanken muss.


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Dein wirklicher Aufstieg begann 1990?
1989 hielten wir in Velden eine Pressekonferenz ab und erklärten den Journalisten, dass wir eine Fernsehserie mit dem Titel „Ein Schloss am Wörthersee“ drehen wollten. Als wir Roy Black als den Hauptdarsteller nannten, waren alle schwer enttäuscht. Dieser war nämlich damals am Tiefpunkt seiner Karriere angelangt. Ich selbst durfte dann bei den letzten beiden der insgesamt zehn Folgen Regie führen, weil der Regisseur ein anderes Engagement bekam. Im nächsten Jahr war ich bei zehn Folgen, im Jahr darauf schließlich bei allen verantwortlicher Regisseur.


 
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Roy Black ist 1991 gestorben.
Das war eine fürchterliche Katastrophe. Wir haben mit Helmut Fischer, Uschi Glas und Pierre Brice weitergemacht, der ganz große Erfolg ist dann aber ausgeblieben.


Aber Du bist als Schauspieler berühmt geworden?
Wir wollten ein paar kurze Gags mit zwei jugoslawischen Gastarbeitern einbauen, doch wollte, bis auf Adi Peichl, kein Darsteller vom Stadttheater Klagenfurt eine solche Rolle übernehmen. Da bin dann ich eingesprungen und der Erfolg war sensationell. Das Duo Malek und Josip wurde so bekannt, dass wir uns nicht mehr ohne Leibwächter auf das Oktoberfest in München gewagt haben. Ich glaube, dort haben mir 2.000 Menschen über die Glatze gestrichen. Wir sind dann auch vor tausenden Leuten bei Zeltfesten aufgetreten.


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Einmal gab es aber einen Reinfall?
Das ist eine köstliche Geschichte! Peichl und ich wurden gebeten, auf einem Kreuzfahrtschiff die Passagiere zu unterhalten. Schon am ersten Abend hatten wir unseren Erstauftritt im großen Ballsaal und warteten vor hunderten Zuschauern mit unseren bekannten Sprüchen auf. Doch kein Mensch lachte. Wir versuchten es wieder und wieder, es herrschte Stille im Saal. Erst dann stellte sich heraus, dass auf dem Schiff nahezu alle Kroaten waren, die kein Wort Deutsch verstanden. Der Kapitän hat uns dann gesagt, wir bräuchten nicht mehr aufzutreten. Unsere Gage haben wir trotzdem bekommen.


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Bist Du gerne Schauspieler?
Ich bin kein Schauspieler, das habe ich nie gelernt. Ich sehe mich eher als einen Gesichtsvermieter. Was ich spielen kann, ist schnell aufgezählt: Einen Jugo, einen Kofferträger, einen Polizisten und einen Pfarrer. Mit dem Ende des Schlosses am Wörthersee war im Prinzip auch meine Karriere als Schauspieler beendet.


Wie ist es dann weiter gegangen?

Ich habe eine Reihe von Filmen gedreht, die es im Fernsehen auf enorme Zuschauerzahlen gebracht haben, darunter „Der blaue Diamant“, „Tierärztin Christine“ und „Hochwürden erbt das Paradies“. Beim Dreh zu „Ein Richter zum Küssen“ hatte ich das Glück, mit Klausjürgen Wussow zu arbeiten. Carl Spiehs und ich hatten dann die Idee zur Serie „Klinik unter Palmen“, die voll eingeschlagen ist. Dann kam „Der Pfundskerl“ mit Ottfried Fischer, und seit 2004 läuft die TV-Serie „Das Traumhotel“. Hier hatten wir zuletzt eine Einschaltquote von 8,7 Millionen.


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Wie siehst Du Deine Rolle als Regisseur?
Ich bin kein ausgesprochener Schauspielerregisseur. Wie sollte ich einem Wussow oder Kohlund auch sagen, wie er zu spielen hat?! Mir geht es darum, für die richtige Rolle den richtigen Schauspieler zu finden.


Wo siehst Du Deine Stärken?
Ich bin ein ausgesprochen optischer Mensch, ich komme von der Motivsuche nach Hause und weiß, wie der Film ausschauen wird. Man kann sagen, ich bin ein Fotograf ohne Fotoapparat. Zum Drehen brauche ich kein Drehbuch mehr mitzunehmen, es ist jede Einstellung bei mir gespeichert. In der Serie „Traumhotel“ mache ich gewöhnlich aus drei, vier Hotels das Passende. In Tobago habe ich es geschafft, ein unscheinbares Haus in eine Superklinik zu verwandeln. Dazu benötigt man einen sehr guten Blick, den ich zum Glück habe. Glück habe ich aber auch sonst: Einmal haben wir während der Regenzeit auf Tobago gedreht, aber vom ersten Tag an bis zum Schluss gab es schönstes Wetter. Erst als wir alles im Kasten hatten und darauf mit Schampus anstießen, begann es zu schütten.


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Du kommst auf der ganzen Welt herum. Hast Du einen Traumberuf?
Ja, aber einen mit Knochenarbeit. Nach außen hin wirkt alles viel schöner als es tatsächlich ist. Einmal haben wir auf den Malediven gedreht und es gab auf der ganzen Insel kein Fahrzeug. Wir müssten sieben Tonnen Ausrüstung selbst schleppen. Manchmal hasst mich mein Team wegen unserer Schinderei, aber da musst du brutal sein. Hopp oder Trop heißt die Devise.


Was macht Dir Angst?
Ich bin ein glücklicher Mensch und praktizierender Katholik. Angst habe ich nur vor einer schweren Krankheit, sonst kann mir nichts mehr passieren.


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Du bist seit vielen Jahren mit Deiner Frau glücklich, das ist selten in der Filmbranche.
Ich bin mit Shirly seit 34 Jahren zusammen. Sie hat viel mitgemacht, weil ich sehr oft und lange unterwegs bin. Wenn du älter wirst, versuchst du aber, dem Partner etwas zurückzugeben.


Wie schaut Deine Zukunft aus?
Ab Oktober 2010 steht mir mit 65 eine Rente zu, ich werde daher sozusagen in Halbpension sein. Arbeiten werde ich aber, bis ich irgendwann vom Regiestuhl falle und weg bin. Auch ein Buch von mir wird erscheinen. Titel: „Mein Wörthersee“. Arbeiten muss ich, weil ich nämlich ein ganz schlechter Schwammerlsucher bin.


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Arno Wiedergut, Otto Retzer, Robert Graf


Hast Du einen Traum?
Ich möchte einmal gemeinsam mit Adi Peichl, etwa im Stift St. Georgen am Längsee, Schauspielkurse abhalten. Heute haben nämlich viele im Fernsehen keine oder wenig Ahnung, wie sie sich bewegen und ausdrücken sollen. Geld brauche ich nicht zu verdienen, ich möchte nur ein kleines Dankeschön an das zurückgeben, was der Film mir gegeben hat.



Ein Dankeschön an den Rene Mureny (
MASTERCRAFT BOATS) für die Unterstützung zum Interview.

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MASTERCRAFT GENERALVERTRIEB für Deutschland und Österreich
www.mastercraft.at

Wassersportcenter Rene Mureny KG
Fun Products HandelsgesmbH.

René Mureny
Süduferstrasse 104c
A-9081 Reifnitz
Mail: rené.mureny @ mastercraft.at
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Link zu diesem Artikel Geschrieben von: Arno Wiedergut Fotografiert von: Klaus-Ingomar Kropf Samstag, 28. August 2010 Copyright, Vervielfältigung und Veröffentlichung nur mit Zustimmung!

 
 
 
 
 
 
Im Gespräch mit Robert Mack

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Im Gespräch mit Robert Mack

Vom Bergbauernbuben wurde er zur rechten Hand des Kärntner Landeshauptmannes Christof Zernatto.

Heute ist Robert Mack Geschäftsführer der auflagenstärksten Kärntner Zeitung, der „Woche“. Seinem Leitspruch „In der Ruhe liegt Kraft und Besonnenheit“ ist er stets treu geblieben.
 

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Der am 19. Juli 1969 in Villach geborene Robert Mack wuchs am elterlichen Hof in der Gemeinde Nötsch im Unteren Gailtal auf. Nach der Hauptschule absolvierte er die landwirtschaftliche Mittelschule in Salzburg, er wollte Tierarzt und Bauer werden. Es kam völlig anders: Mack managte für die ÖVP im Alter von 20 Jahren den Wahlkampf im Bezirk Hermagor, danach wurde er persönlicher Sekretär von VP-Chef Zernatto, der 1991 Landeshauptmann wurde. Von 1994 bis 1999 war Mack Landesgeschäftsführer der Volkspartei.
 
 
Als Zernatto in diesem Jahr die Politik verließ, beendete auch Robert Mack seine Karriere in der ÖVP, wenige Monate später erfolgte der Ruf zur Styria-Mediengruppe nach Graz. Am 1. Juni 2000 wurde Mack Prokurist der „Woche“ in Klagenfurt, 2003 Geschäftsführer. Heute lebt Robert Mack, verheiratet und Vater dreier Mädchen, in Moosburg.
 
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Robert, Du trägst eine große Verantwortung. Kann man das lernen?
Ganz sicher. Ich habe nach der Matura in einem Gemüseanbaubetrieb im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz gearbeitet und als der Besitzer schwer erkrankte, hatte ich auf einmal die Mitverantwortung für 120 Hektar Ackerfläche, 140 Erntehelfer und den Verkauf an der Gemüsebörse. Dort habe ich gelernt, wie auf dem freien Markt die Nachfrage den Preis bestimmt. Der Bauer war sehr zufrieden mit mir.

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Und warum dann der rasche Einstieg in die Politik?
Ich wollte nach meiner Rückkehr aus Deutschland eigentlich eine Australien-Reise machen, doch der ÖVP-Bezirksparteichef von Hermagor, Ferdinand Sablating, hat mich gebeten, den Wahlkampf zu managen.

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Wie ist er auf Dich gekommen?
Mein Vater war schon in der Gemeinde politisch aktiv und der frühere Landesrat Hans Schumi mein Firmpate. Als wir dann bei der Wahl das beste Bezirksergebnis Kärntens einfuhren, hat mich Christof Zernatto zu seinem ständigen Begleiter gemacht.

 
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Was hat Dir die Politik persönlich gebracht?
Es war eine Phase des intensiven Lernens, sowohl was den Umgang mit Menschen als auch das Bewältigen von Aufgaben betrifft. Als Geschäftsführer einer Partei musst Du ein guter Manager sein, aber auch ein gutes Gespür für die Menschen haben und ihnen zuhören können.

 
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Heute bist Du Manager der auflagenstärksten Zeitung des Landes.
Ja, und ich konnte und kann auf meinen Erfahrungen aufbauen. Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass man ohne fähige Mitarbeiter nie erfolgreich sein wird, in welcher Branche auch immer. Daraus leitet sich mein Umgang mit meinen Mitarbeitern ab: Es sollte eine gegenseitige Wertschätzung gegeben sein.

 
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Die „Woche“ hat einen steilen Aufstieg hinter sich, warum?
Wir haben heute die höchste Auflage, eine Leserschaft von 336.000 und eine Reichweite von 70 Prozent. Wir bringen wöchentlich neun Regionalausgaben heraus und sind so in der Lage, unseren Lesern Informationen aus ihrer unmittelbaren Umgebung zu bieten. Die Kärntnerinnen und Kärntner können sich solcherart wöchentlich mit unseren Berichten identifizieren.

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In der „Woche“ gibt es auch etwas Neues: die „Regionauten“?
Hier haben wir österreichweit etwas Einzigartiges geschaffen. Der Zeitungskonsument hat das Bedürfnis nach Mitgestaltung, und dem sind wir nachgekommen: Unsere Leserinnen und Leser können sich als Reporter betätigen, als so genannte Regionauten. Das bedeutet, sie können zu jedem x-beliebigen Thema Beiträge für unsere Internet-Homepage verfassen, seien es Berichte von interessanten Ereignissen, Schnappschüsse oder auch nur Terminankündigungen. Die besten 20 erscheinen dann jeweils in unserer „Woche“. Binnen fünf Monaten haben sich rund 2.000 Kärntnerinnen und Kärntner schon als „Regionauten“ registrieren lassen, ein enormer Erfolg!


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Wie schaut die Kärntner Medienlandschaft derzeit aus?
Die Medienlandschaft insgesamt hängt eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung zusammen. In den Jahren 2006/07 wurden in Österreich wieder mehr Zeitungen gegründet, jetzt nach der Krise haben sich nur die wirklich guten gehalten. In Kärnten ist es aber noch schwieriger, wir haben sinkende Einwohnerzahlen, eine hohe Arbeitslosigkeit und eine sehr angespannte Budgetsituation. Das wirkt sich auf das Inseratengeschäft aus.


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Und wie hat die „Woche“ die Krise gemeistert?
Ausgezeichnet, und das ist nicht übertrieben. Eine Krise stärkt nämlich jene, die gut aufgestellt sind. In diesen Zeiten ist auch der Trend bemerkbar, dass der Werbemarkt den „Platzhirschen“ bevorzugt.


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Die Landesregierung hat die Presseförderung eingestellt.
Für die „Woche“ ist das ein überschaubarer Betrag, für Tageszeitungen ist es sicher härter. Überhaupt wird die Zukunft eine Reihe österreichischer Blätter sehr stark mit der Presseförderung des Bundes und der jeweiligen Länder verknüpft sein. Die Politiker müssen sich fragen, ob sie weiterhin eine Medienvielfalt wollen oder nicht?


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Was zeichnet eine gute Zeitung aus?
Sie muss bestmögliche Qualität bieten – und zwar aus der Sicht des Lesers. Die Qualität einer Zeitung bestimmt keinesfalls der Redakteur allein, vielmehr muss der Leser das erhalten, was er erwartet. Wir wollen jedenfalls den Kärntnerinnen und Kärntnern Woche für Woche ein Stückchen redaktionell aufbereitete Heimat geben.


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Und was bedeutet für Dich Heimat?
Ich bin Kärntner mit Herz und Seele. Der frühere Kärntner Diözesanbischof Egon Kapellari hat einmal gemeint, „in diesem gefährlich-schönen Land muss man sich wohl fühlen“, und ich gebe ihm völlig recht. Ich bin ein bodenständiger Mensch und in Kärnten tief verwurzelt. Unsere Heimat Kärnten muss aber auch offen sein für beide Kulturen und sollte ein bisschen mehr über die Grenzen hinaus schauen.


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Wie schöpfst Du Kraft für Deinen Job?
Natürlich in erster Linie aus meinem Vier-Mäderl-Haus. Dazu kommen Reiten, Bergwandern und seit kurzem die Jagd. Die Berge haben mir schon immer viel gegeben: Der Körper wird fit und der Kopf frei.


Welche Pläne und Visionen hast Du noch?
Da mir meine Arbeit als „Woche“-Geschäftsführer sehr viel Spaß bereitet und wir als Gruppe ( Regionalmedien Austria AG) seit einem Jahr drauf und dran sind, das Erfolgsmodell der „Woche Kärnten“ Österreichweit auszurollen, ist für weitere Pläne im Moment kein Platz. Ich kann mir aber vorstellen, dass ich mich mit 50 selbstständig mache und dann auch die Zeit finden werde, in Kärnten Wein anzubauen und Pferde zu züchten.


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Link zu diesem Artikel Geschrieben von: Arno Wiedergut Fotografiert von: Klaus-Ingomar Kropf Dienstag, 24. August 2010 Copyright, Vervielfältigung und Veröffentlichung nur mit Zustimmung!

 
 
 
 
 
 
Im Gespräch mit Walter Delle Karth

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Im Gespräch mit Walter Delle Karth

„Wenn ich mich für etwas begeistere, setze ich mich dafür ein, mit allem, was ich habe“, sagt Walter Delle Karth, Pressebetreuer von Gerhard Berger, Hermann Maier und Hannes Jagerhofer sowie langjähriger Sportjournalist. Sich selbst bezeichnet er als einen „wilden Hund, der jeden Blödsinn angegangen ist“.
 
 
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Walter Delle Karth, Spross der berühmten Tiroler Bobfahrer-Dynastie,
wurde am 10. Mai 1960 in Bludenz geboren, seine Kindheit verlebte er zuerst im Montafon und danach in Seefeld in Tirol. Der Sohn eines Tierarztes sowie einer Journalistin und Schriftstellerin verbrachte nach der Matura einige Monate in Südafrika und studierte danach in Wien fünf Semester Handelswissenschaften, bevor er zum Journalismus kam. Delle Karth arbeitete mehrere Jahre in der Sportredaktion der „Presse“ in Wien sowie bei deutschen Zeitungen, 2004 stieß er als Pressesprecher zum ÖSV.

Zuvor war Walter Delle Karth Pressebetreuer des Formel-1-Piloten Gerhard Berger gewesen. Seit 2007 ist er Pressechef des Beach Volleyball Grand Slam in Klagenfurt, der größten Veranstaltung von Österreichs bekanntestem Event-Manager Hannes Jagerhofer. Weiters kümmert sich Delle Karth um die PR des Tiroler Golfverbandes und des Tiroler „Club of Masters“ ehemaliger Sportgrößen sowie als Privatberater einer Reihe von Sportlern. Walter Delle Karth lebt heute in Telfs.

 
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Walter, Du nennt Dich einen „wilden Hund“. Warum?

Damit meine ich, dass ich sehr viel erlebt habe, angefangen von einem turbulenten Nachtleben schon während der Schul- und Studienzeit bis hin zu riskanten Skiabfahrten, Paragleiten, Tauchen, Fallschirmspringen und anderem mehr. Ich war immer ein „wilder Hund“, aber mit einer gewissen Portion Feigheit – deshalb lebe ich noch.


Wie bist Du zum Journalismus gekommen?
Die treibende Kraft war meine Mutter. Sie hatte schon nach der Matura beschlossen, dass ich von Tirol weg müsse und mich nach Südafrika geschickt, wo ich in der Textilindustrie arbeitete. Mutter war es dann auch, die mir nach meinem misslungenen Studium – ich hatte hauptsächlich das Wiener Nachtleben studiert –durch ihre Beziehungen einen Job in der Sportredaktion der „Presse“ vermittelt hat. Dort war Josef Metzger mein großer Mentor, vor dessen Leistungen, Einsatz, Fleiß und journalistischem Herzblut ich immer größten Respekt haben werde.


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Erinnerst Du Dich noch an Deinen ersten Einsatz?
Das war 1986 ein Rollschuhrennen auf dem Wiener Rathausplatz. Ich habe fotografiert und darüber geschrieben, erschienen ist die Sache dann irgendwann, als wir einen Platzfüller gebraucht haben.


Und Dein erster größerer Job als Journalist?
Das war im selben Jahr die Österreich-Radrundfahrt. Ich bin da mit meinem alten Golf mitgetingelt und bei der Glocknerabfahrt nach Salzburg hat nicht nur mein ängstlicher polnischer Beifahrer gequalmt, sondern auch die Bremsen. Im Rückspiegel sah ich dann die Radfahrer immer näher kommen, in den Spitzkehren sind sie an uns vorbei gesaust. Die Rennkommissare haben mir dann einiges gesagt.
 

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In der „Presse“ warst Du aber fix integriert?
Ja, es ist dann mit meinen Einsätzen so richtig los gegangen: Nordische WM 1987, Olympische Spiele in Albertville und Barcelona 1992, zur Leichtathletik WM in Tokio ein Jahr vorher bin ich auf eigene Kosten geflogen.


Du bist ein echter Sportfan?
Ich glaube, ich bin schon Ski gefahren bevor ich laufen konnte. Von Wien aus bin ich manchmal für einen Tag nach Seefeld zum Skifahren gedüst, also hunderte Kilometer Autofahren für ein paar Abfahrten. Von meinem zehnten Lebensjahr an habe ich etwa acht Jahre lang gefochten, zuerst Florett und dann Degen. Zum Fechten war ich aber zu phlegmatisch und habe zu wenig angegriffen.

 

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Und heute?
Ich bin etwas ruhiger geworden und spiele Golf. Allerdings verlangt einem eine 18-Loch-Partie auch einiges an körperlicher und geistiger Kraft ab. Ich bin übrigens Tiger Woods für seine Eskapaden sehr dankbar. Heute kann nämlich niemand mehr die Frage stellen: „Haben Sie noch Sex oder spielen Sie schon Golf?“


Deine Journalisten-Karriere wurde 1997 unterbrochen?
Im Dezember 1996 rief Gerhard Berger meinen mit ihm gut bekannten Chef Josef Metzger an und erklärte ihm, dass er jemanden für die Pressearbeit bräuchte. Da ich schon immer ein glühender Formel-1-Fan war, fragte mich Metzger noch während des Telefonats, ob ich den Job haben wollte. Ich habe spontan Ja gesagt. So wurde ich persönlicher Pressemann Bergers, der zu dieser Zeit bei Benetton unter Vertrag war.


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Und wie war es?
Es war ein turbulentes Jahr. Gerhard Bergers Vater war einem Betrüger aufgesessen und zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Dazu kam, dass Gerhard Probleme mit dem Kiefer bekam, wegen starker Zahnschmerzen die Rennen in Kanada und Frankreich auslasen musste. Vor dem Grand Prix von Silverstone verunglückte Gerhards Vater dann bei einem Flugzeugabsturz. Bei seinem Comeback in Hockenheim hat Berger trotzdem gewonnen. Dieses Jahr war wirklich ein Stahlbad, aber extrem lehrreich.


Gerhard Berger ist nach der Saison zurückgetreten, was hast Du gemacht?
Ich wurde stellvertretender Sportchef bei der „Presse“ und war für das redaktionelle Marketing verantwortlich. Anfang 2000 bin ich dann als Stellvertreter von Sportchef Pit Gottschalk zur „Welt“ nach Berlin gewechselt, wo ich zuallererst lernen musste, langsam und deutlich zu sprechen, um von den deutschen Kollegen verstanden zu werden... Bis 2003 war ich in der Sportredaktion für praktisch alles zuständig, hatte einen 12- bis 14-Stunden-Tag und eine Sieben-Tage-Woche. Dann wechselte ich in die Chefredaktion zur „Sport Bild“ nach Hamburg, wo ich unter anderem eine Fußballzeitung entwickelt habe.

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Irgendwann war aber Schluss mit dem Journalismus?
Schluss ist zwar bis heute nicht, aber Ende 2003 gab es ein wichtiges Ereignis in meinem Leben: ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel fragte mich, ob ich die Presse- und PR-Arbeit für Hermann Maier übernehmen wolle. Maier hatte sich in der Saison zuvor zum vierten Mal den Gesamtweltcup geholt und ich war einer seiner unzähligen Fans. Im Sommer 2004 bin ich dann nach Österreich heimgekehrt.


Wie ist Hermann Maier als Mensch?
Wir haben uns von Anfang an verstanden, obwohl Menschen in seiner Kategorie selbstverständlich sehr misstrauisch sind, da beinah jeder, der ihnen begegnet, etwas von ihnen will. Hermann Maier hat seinen Stellenwert mit unglaublichen Opfern erarbeitet, er ist für mich ein Held und ein Riesenidol, von denen es gerade in Österreich sehr wenige gibt. Mein Vertrag mit dem ÖSV ist zwar nach Hermanns Rücktritt ausgelaufen, ich betreue ihn aber weiterhin mit Begeisterung.

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Was macht Deiner Meinung nach einen guten Sportler aus?
Vor allem Hingabe. Ein Spitzensportler muss bereit sein, von Kindheit an ganz wilde Opfer zu bringen. Dazu kommen Durchsetzungsvermögen und natürlich Talent. Aber das haben ja viele, nicht aber die Fähigkeit, etwas daraus zu machen.


Wer zählt für Dich in Österreich zu den ganz Großen?

An der Spitze unbestritten Hermann Maier, dessen Leistung und Karriere nicht wiederholbar sind. Er hat 54 Weltcup-Siege, wurde zweimal Olympiasieger, dreimal Weltmeister, gewann viermal den Gesamtweltcup, fünfmal den Disziplinenweltcup im Super-G, dreimal im Riesenslalom und zweimal in der Abfahrt. Eine seiner herausragenden Leistungen war der Sieg im Riesenslalom bei der WM in Bormio, nachdem er vorher schon als „altes Eisen“ bezeichnet worden war. Es war dies einer der schönsten Momente, die ich im Sport erleben durfte. Neben Maier gibt es noch viele große Sportler in Österreich, etwa den zweimaligen Judo-Olympiasieger Peter Seisenbacher oder natürlich Niki Lauda.


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Ein großes Kapitel ist das Doping im Sport.

Das Thema Doping ist so alt wie der Sport selbst, schon die alten Griechen haben in Olympia alle möglichen Kräuterln geschluckt. Heute ist es leider so, dass in der Sportberichterstattung die Skandale dominieren und oft künstlich erzeugt werden. Die Folge: Bei jeder Spitzenleistung fragt man sich, was der oder die wohl genommen hat.


Aber es gab immerhin genügend Doping-Fälle.
Aber auch Skandalisierungen, wie etwa nach der Doping-Kontrolle in Sestriere 2006 bei den österreichischen Langläufern und Biathleten. Das wurde damals zu einem enormen Skandal hochstilisiert, dann gab es eine Rehabilitierung nach der anderen. Ein bleibender Schaden für den Sport war aber da. Auch ist es unvorstellbar, wie in Sachen Doping mit den Sportlern umgegangen wird. So standen etwa bei Thomas Rohregger vor der Tour de France rund 20 Mal Kontrolleure vor der Tür. Dazu kommt die Verpflichtung für Athleten, ständig und Monate im voraus ihren Aufenthaltsort bekanntzugeben und jeden Tag eine Stunde lang an einem fixen Ort für Kontrollen zur Verfügung zu stehen. Sportler werden heute mitunter behandelt wie Verbrecher.


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Du bist auch Pressechef beim Beach Volleyball-Turnier in Klagenfurt?

Hannes Jagerhofer hat mich 2007 geholt. Der Beach Volleyball Grand Slam am Wörthersee ist die mit Abstand beste Veranstaltung, die Österreich derzeit hat. Jagerhofer hat es geschafft, den Menschen beizubringen, dass zu einer guten Sportveranstaltung auch das ganze Drumherum gehört. Das Beach Volleyball-Turnier wurde als ein riesiger Event aufgezogen, anders geht es heute nicht mehr. Der Beweis: 2010 gab es bei der Verlosung der Boardingpässe 52.000 Einsendungen, dazu kamen ein volles VIP-Zelt an allen Tagen sowie ein enormes Medienecho. Der Aufwand ist sehr groß, aber es macht sich bezahlt.


Hast Du überhaupt ein Privatleben?

Das nehme ich mir immer mehr. Ich war zwar jahrelang ein Ein-Mann-Wanderzirkus und meine Ehe ist irgendwo zwischen Berlin und Telfs auf der Strecke geblieben. Zu Hause bin ich jetzt aber immer öfter.
 

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Bist Du schon müde geworden?

Keineswegs. Wenn ich mich für etwas einsetze, kämpfe ich nach wie vor bis zur Selbstverleugnung dafür. Zeit und Geld spielen da keine Rolle. Ich bin extrem belastbar und habe meine Limits weit draußen. Was andere von mir halten, ist mir egal. Mir ist wichtig, dass jene, für die ich arbeite, etwas von mir haben.


Welche Pläne und Ziele hast Du noch?
Ich habe schon viel erreicht, von dem ich früher nicht einmal geträumt habe. Man kann sagen, ich wurde vom Glück geküsst. Es ist ein Luxus und eine Gnade, wenn einem das widerfährt. Trotzdem werde ich mich nicht mit 55 zur Ruhe setzen, es gibt noch Optionen. Auf jeden Fall werde ich meiner Devise „Wenn man sich etwas vornimmt, kann und wird man es erreichen“ treu bleiben.

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Link zu diesem Artikel Geschrieben von: Arno Wiedergut Fotografiert von: Klaus-Ingomar Kropf Sonntag, 22. August 2010 Copyright, Vervielfältigung und Veröffentlichung nur mit Zustimmung!

 
 
 
 
 
 
Im Gespräch mit Christian Inzko

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Im Gespräch mit Christian Inzko

„Mein Lieblingsgeräusch ist der Sound von meinem Alfa Spider im Tunnel“.

Geschwindigkeit stellt aber nur ein Charakteristikum im Leben des IT-Fachmannes Mag. Christian Inzko dar.
 
 
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Mag. Christian Inzko absolvierte das naturwissenschaftliche Gymnasium in Klagenfurt. Nach der Matura begann er ein individuelles Diplomstudium in den Studienrichtungen Medienwissenschaften und Informationstechnologien. Von 1990 bis 2005 war er in der Wirtschaftskammer Kärnten angestellt. Seit 2005 ist er in der Raiffeisenlandesbank Kärnten mit dem Schwerpunkt Produktentwicklung und Vertrieb in der Stabstelle für Business Development des Rechenzentrums tätig.
 
 
Wer ich bin….
Ein guter Morgen beginnt für mich mit einem guten Frühstück.
 
Am besten entspannen kann ich mich auf meinem Segelboot.
 
Das schönste an meinem Beruf ist die kreative Freiheit.
 
Am besten erhole ich mich im Urlaub.
 
Meine schönste Kindheitserinnerung ist einmal einen Koalabären in der Hand gehalten zu haben.
 
Lebensmotto: Wenn man innere Zufriedenheit erreichen will, muss man auch einmal unausgetretene Wege bestreiten.
 
   
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Wie sind Sie zu der IT-Branche gekommen?

Inzko: Die technischen Aspekte des Computers waren immer schon ein Hobby von mir. Meinen ersten erhielt ich bereits mit 12 Jahren, wobei diese Geräte nicht mal annähernd mit den heutigen vergleichbar sind. Um meine schulische Bildung zu spezialisieren besuchte ich einige WIFI-Kurse nebenbei. Es kann gesagt werden, dass der Beginn der professionellen EDV ungefähr 22 Jahre zurückliegt und ich war mittendrin.

 
Sie sind seit 2005 bei der Raiffeisen Bankengruppe als Verantwortlicher für das Business Development des Rechenzentrums tätig. Wo lagen Ihre Anfänge im beruflichen Bereich?
Inzko:. Eigentlich war mein beruflicher Mittelpunkt die Wirtschaftskammer bei der ich nach meiner Matura eine Anstellung bekam. Anfänglich blieb ich in der EDV-Abteilung und entschied mich dann für ein BWL-Studium nebenbei. Für mich zeigte sich aber sehr schnell, dass diese Studienrichtung nicht das richtige war. Da ich in vielen Dingen gerne neue Wege bestreite, entschloss ich mich dafür, ein individuelles Diplomstudium zu beginnen. Ich wählte die Studienrichtungen Medienwissenschaften und Informationstechnologien. Für mich war damals schon klar, dass diese beiden Bereiche zusammengehören. Deshalb erkannte ich auch schon zu Beginn des Internets, sein Potenzial, im Bereich der Kommunikation. 2005 wechselte ich zur Raiffeisenlandesbank Kärnten, mit dem Schwerpunkt Produktentwicklung und Vertrieb.


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Wie gelang Ihnen der Spagat zwischen Beruf und Studium?
Inzko: Die Konvergenz zwischen Universität und Beruf lief sehr gut. Mir war es wichtig, so schnell wie möglich viel zu lernen. Einer meiner Leitsätze ist es nicht in Selbstzufriedenheit zu verfallen, sondern zu versuchen sich ständig weiterzuentwickeln. Ich verbrachte auch ein halbes Jahr an der UCLA in Amerika.

 
Warum haben Sie sich dafür entschieden in die Beratungsposition zu wechseln?
Inzko: Das problematische an der IT-Branche ist die Gefahr sich psychisch in ein burn out zu manövrieren. Die ständige Anforderung auf dem neuesten Stand sein zu müssen, kann dazu führen, dass man dem Druck nicht mehr standhält. Dies war der Hauptgrund für mich in die Beratungstätigkeit zu wechseln. Meine Aufgabe sehe ich darin, den Unternehmern die Möglichkeit der neuen Medien näher zu bringen. Als Berater befindet man sich in der Expertenposition. Die Schwierigkeit liegt darin, komplexe Sachverhalte möglichst einfach zu erklären. Deshalb ist für mich auch die Verbindung mit der Kommunikationswissenschaft unerlässlich.

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Auf welche berufliche Leistung erinnern Sie sich gerne zurück?
Inzko: Ich wurde bereits mit 29 Jahren zum Spartengeschäftsführer der Sparte Information und Consulting der Wirtschaftskammer Kärnten. Damit wurde ich vom Fachexperten zum Logisten. Da es zu meinem innersten Grundsatz gehört, neues vielleicht auch unorthodoxes zu probieren, gelang es mir während dieser Zeit einen Durchbruch zu erzielen. Die WLAN-Netze waren damals noch nicht gesichert und damit für Hacker leichte Beute. Um diese Tatsache aufzuzeigen und einen Umbruch im Denken herbeizuführen, versuchte ich die Sicherheitslücken durch eine Ortung via Flugzeug über Kärnten ersichtlich zu machen. Dieses Beispiel zeigt auch eine weitere meiner Charaktereigenschaften, nämlich immer ein wenig spektakulärer als die Anderen zu sein.

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Welche Stärken haben Sie?
Inzko: Ich bin nicht der Typ der jammert. Das bedeutet, dass ich der festen Überzeugung bin, dass man sein Glück selbst suchen muss. Zusatzqualifikationen machen einen für den Arbeitsmarkt interessanter. Vor allem aber ist es wichtig Engagement zu zeigen. Wer mich näher kennt, der weiß, dass ich der Typ von Mensch bin, der gerne unausgetretene Wege beschreitet. Das bedeutet, ich bin immer bei neuen Entwicklungen dabei und scheue es auch nicht, ungewöhnliche Methoden zu versuchen. Wenn ich die Freiheit habe mein kreatives Potenzial so umzusetzen wie ich möchte, dann bin ich am leistungsfähigsten und damit auch am besten.

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Gab es Schwierigkeiten beim Wechsel von der Wirtschaftskammer zur Raiffeisenbank?

Inzko: Die größte Herausforderung lag für mich im Wechsel von einer Non Profit Organisation hin zu einer Profit Organisation. Es ging nicht mehr darum ein bestimmtes Budget umzusetzen, sondern einen Profit zu erarbeiten. Bei meinem Wechsel zur Raiffeisenbank hatte ich mir bereits ein großes Netzwerk an Partnern erarbeitet, dass für jeden Unternehmer von besonderer Wichtigkeit ist. Die Herausforderung in der Produktentwicklung ist nicht die Entwicklung alleine, sondern vor allem das Vertreiben. Es bringt einem nichts ein super Produkt zu haben, ohne die kommunikationstechnischen Ressourcen, es an den Mann zu bringen.

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Wie wichtig ist es für Sie eine vielfältige Ausbildung zu haben?
Inzko: Für mich ist Bildung und vor allem Weiterbildung essentiell. Auto-didaktisches Lernen ist im IT-Bereich bei der heutigen Komplexität der Materie, beinahe unmöglich. Ich bin selbst als Vortragender an der Universität Klagenfurt und an der Fachhochschule in Hamburg tätig. Da ich ein Mann aus der Praxis bin, ist für mich vor allem die Beleuchtung theoretischen Wissens durch die praktische Sicht wichtig. Wissen baut für mich auf dem Prinzip des lebenslangen Lernens auf. Damit meine ich, dass Bildung ein unendlicher Prozess ist, der niemals abgeschlossen sein kann und soll. Vor allem der IT-Sektor ist eine Branche, die ständigen Wandlungen unterworfen ist. Ich bin ein Verfechter davon, nicht auf seinem Ausbildungsstatus zu verharren und damit auch die Möglichkeit zu verwerfen, sein Leistungspotenzial auszuschöpfen. Neben einer fundierten Ausbildung, finde ich es aber auch entscheidend zu lernen, sich selbst zu verkaufen. Damit geht auch eine Persönlichkeitsentwicklung einher, die ohne Bildung nicht möglich wäre.
 
Sie erwähnten bereits, dass Sie als Vortragender tätig sind. Wie gefällt Ihnen die Arbeit mit jungen Menschen?
Inzko: Diese Arbeit macht mir sehr viel Spaß. Das Schöne daran ist, dass man andere Denkweisen vermittelt bekommt. Dadurch bleibt man jung, jetzt nicht bloß aufs körperliche bezogen, sondern vor allem auch mental.

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Welche Herausforderungen beinhaltet Kommunikation in den Zeiten der neuen Informationstechnologien, in denen der face-to-face Kontakt immer mehr abnimmt?
Inzko: Die kommunikativen Entwicklungen empfinde ich persönlich als bedrohlich. Ich würde sogar soweit gehen, die Kommunikationsmedien als Geisel der Gesellschaft zu bezeichnen. Wir befinden uns in einer Welt, in der Erreichbarkeit als Verpflichtung angesehen wird. Damit werden wir immer mehr zu Getriebenen unserer eigenen Technologien. Abschalten ist aufgrund dieser Tatsache beinahe unmöglich geworden. Dies mindert auch unsere Lebensqualität und führt dazu, dass immer mehr psychologische Probleme auftreten. Im beruflichen Bereich verzichte ich gerne auf technische Hilfsmittel und bevorzuge den persönlichen Kontakt. Vor allem bei der Produktentwicklung und im Vertrieb ist es wichtig, persönlich mit dem Kunden zu kommunizieren. Dadurch erhält man die Möglichkeit entsprechend intervenieren zu können, um das Produkt speziell auf die Bedürfnisse des Kunden abzustimmen.
 
Sie geben auch Vorträge zum erfolgreichen Internetmarketing. Welches Potenzial liegt darin verborgen?
Inzko: Das Internet ist eine Plattform, die die Möglichkeit bietet auf sich aufmerksam zu machen. Das Potenzial liegt für mich nicht hauptsächlich darin, möglichst viele anzusprechen, sondern vielmehr einen regionalen Bezug zu schaffen. Den globalen Markt anzustreben ist meiner Meinung nach schwierig und auch nicht immer sinnvoll. Wie bei jedem erfolgreichen Marketing kommt es auch beim Internetmarketing auf die Abstimmung zwischen Produkt und Kundenbedürfnis an.

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Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?
Inzko: In einem Wort ausgedrückt, würde ich sagen er ist kooperativ. Das bedeutet, dass ich meinen Mitarbeitern gerne viel Eigenverantwortung übertrage. Der positive Effekt liegt für mich darin, Arbeit abgeben zu können. Für meine Mitarbeiter bedeutet dies wiederum, dass sie mein Vertrauen genießen, welches sich in einem erhöhten Arbeitsengagement ihrerseits widerspiegelt. Natürlich impliziert das auch umgekehrt, dass ich meinen Mitarbeitern vertrauen können muss. Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich behaupten, dass die Übertragung von Verantwortung die Stärken der einzelnen Personen hervortreten lässt.

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Welches Potenzial steckt Ihrer Meinung nach in den neuen Medien wie Facebook?
Inzko: Im beruflichen Bereich würde ich das Potenzial solcher Netzwerke eher gering einschätzen. Für mich ist Facebook ein persönlichkeitsorientiertes Portal. Um die Fähigkeiten von Facebook beruflich ausnützen zu können, müsste man das Unternehmen personalisieren. Damit meine ich, man bräuchte ein Aushängeschild für die Firma. Das müsste eine besonders charismatische Person sein, die dazu in der Lage ist Kunden anzuziehen. Man darf die Wirkungsmacht dieser Plattform aber auf keinen Fall unterschätzen. Im Facebook vollzieht sich vor allem Meinungsbildung, da es den Schmelztiegel vieler verschiedener Meinungen bildet.

 
Welchen Beruf wollten Sie immer schon mal ausprobieren?
Inzko: Ich könnte mir vorstellen Tischler zu sein. Es ist schön am Prozess beteiligt zu sein wie aus einer rohen Materie, durch das eigene Wirken etwas Spezielles wird. Kreativität ist auch hierbei gefragt und ich bin gerne kreativ tätig.

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Wo finden Sie Ihren Ausgleich?
Inzko: Im Winter betreibe ich vor allem Kickboxen und im Sommer bin ich auf meinem Segelboot zu finden. Kickboxen finde ich vor allem deshalb so interessant, weil es mentale mit körperlicher Stärke verbindet, wobei das Sportliche aber im Vordergrund steht. In der Wettkampfsituation ist aber die mentale Kraft entscheidend, um den Kampf gewinnen zu können. Kickboxen betreibe ich schon seit 15 Jahren. Wie in meinem beruflichen Leben, zeigt sich auch beim Sport, dass meine Stärke eher in der Trainertätigkeit liegt. Ich bin besser im erklären, als darin, das Erklärte selbst umzusetzen.

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Was würden Sie gerne noch in Ihrem Leben erreichen?
Inzko: Mein Hauptziel ist es nicht mehr fremdbestimmt zu sein. Das bezieht sich vor allem auf den beruflichen Bereich. Um es auf den Punkt zu bringen meine ich damit, mir Unabhängigkeit zu schaffen, so frei zu sein wie möglich.


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Link zu diesem Artikel Geschrieben von: Christina Krug Fotografiert von: Klaus-Ingomar Kropf Sonntag, 22. August 2010 Copyright, Vervielfältigung und Veröffentlichung nur mit Zustimmung!

 
 
 
 
 
 
Thomas Gottschalk mit Klaus-Ingomar Kropf

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Thomas Gottschalk mit Klaus-Ingomar Kropf

Großeinsatz für das „Paparazzi1.net-Team“ Klaus-Ingomar Kropf und Robert Graf beim Klagenfurter Beachvolleyball-Turnier, und das professionelle, unaufdringliche Auftreten der beiden machte es den Promis leicht, in die Linse zu lachen! ...

 


Das war auch beim deutschen Showmaster Thomas Gottschalk der Fall. Die frische Bekanntschaft der „zwei Größen“ wird jetzt für gemeinsame Zukunftspläne genutzt, die nach Reifung der Ideen präsentiert werden...


Alle VIP Bilder vom Beach Volleyball am SONNTAG

auf  www.paparazzi1.net bzw. www.pp1.net


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Link zu diesem Artikel Geschrieben von: RG Fotografiert von: Klaus-Ingomar Kropf Freitag, 13. August 2010 Copyright, Vervielfältigung und Veröffentlichung nur mit Zustimmung!

 
 
 
 
 
 
Im Gespräch mit Elena Denisova

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Im Gespräch mit Elena Denisova

„Wenn es im Saal ganz still ist und ich als Interpretin meine Macht spüre, Emotionen beeinflussen zu können, wenn Menschen vor Glück weinen, dann weiß ich, dass ich nicht umsonst mein ganzes Leben geübt habe.“ ...
 

Mit diesen Worten beschreibt Elena Denisova, eine der weltbesten Violinistinnen, ihr ganz persönliches Gefühl.


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Die in Moskau als Tochter eines Geowissenschafters und einer Hausfrau geborene Elena Denisova lernte schon im Alter von vier Jahren bei einer Privatlehrerin die Geigenspiel, mit sechs kam sie an die Moskauer Musikschule, danach an das Konservatorium. Als sie elf war, wurde ihre erste Schallplatte aufgenommen. Sie absolvierte mehrere Meisterkurse und gewann schon in jungen Jahren eine Reihe von internationalen Wettbewerben.

 
Elena Denisova war Solistin der Moskauer Staatlichen Philharmonie, bestritt bis 1990 in Russland und danach in ganz Europa und darüber hinaus Konzerte als Solistin und hielt Meisterkurse in Dutzenden Ländern ab. Im Jahre 1992 erhielt Denisova, die zwei Jahre zuvor am Klagenfurter Stadttheater und beim Carinthischen Sommer engagiert gewesen war, die österreichische Staatsbürgerschaft.
 
Denisova, verheiratet mit dem Meisterpianisten, Dirigenten und Festspielintendanten Alexei Kornienko und Mutter eines Sohnes, ist unter anderem Obfrau des Kammerorchesters Collegium Musicum Carinthia, Musikalische Leiterin des Moskauer Nationalquartetts, Obfrau der Österreichischen Gustav Mahler Vereinigung und Intendantin der „Wörthersee Classics“. Bisher gibt es mehr als 20 CDs von ihr. Elena Denisova lebt heute in Wien und Klagenfurt.

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Frau Denisova, warum so früh das schwere Geigenspiel?
Mein Großvater, der Geigenbauen zu seinem Hobby gemacht hatte, hat schon vor meiner Geburt immer betont, sein Enkel, egal ob Mädchen oder Bub, müsse Violine spielen. Sein Wunsch wurde erfüllt und ich bin ihm noch heute dankbar.
 

Während andere Kinder gespielt haben, mussten sie üben?
In der Schule waren es zwischen fünf und sieben Stunden, später bis zu acht Stunden täglich. Heute ist es so: Wenn ich einen Tag nicht übe, höre ich es selbst, bei zwei Tagen hören es meine Freunde und bei drei Tagen das Publikum.

Sie haben Tausende Auftritte absolviert, sind Sie noch nervös?
Natürlich hilft einem die Bühnenerfahrung, einen Auftritt emotionell, geistig und körperlich gut zu bewältigen, aber Nervosität ist immer da. Wer das Gegenteil behauptet, der lügt. Lampenfieber und Aufregung gehören einfach zum Beruf.

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Haben Sie Schüler?
Ich möchte nicht mit ehrgeizigen Eltern zu tun haben, die ihr Kind um jeden Preis ein Musikinstrument lernen lassen. Etwas anderes sind die Meisterkurse, die eine bestimmte Herausforderung darstellen.

Sind Sie eine strenge Lehrerin?
Ich bin sehr, sehr rigoros im Unterricht und dulde kein Wenn und Aber, da ich auch mir selbst viel abverlange. Herbert von Karajan hat einmal gesagt: „Nur, wenn du nach Unmöglichem strebst, kannst du alles Mögliche erreichen.“ Das dies Substanz kostet, ist klar.

Wie fassen Sie Ihren Beruf auf?
Ich versuche immer, das Letzte zu geben und so beim Publikum bestimmte Höhepunkte zu erzielen. Durchschnitt ist tödlich. Auch müssen die Zuhörer meine Liebe zur Musik spüren, aber auch, dass ich das für das Publikum mache. Nur Geige zu spielen, ist sicher zu wenig.

Was bedeutet für Sie Erfolg?
Ich empfinde persönlich, dass ich in meinem Leben sehr viele Misserfolge gehabt habe, aber auch genügend Erfolge. Und ich weiß, wie viel an Kraft beides gekostet hat. Jedes nicht ganz gelungene Konzert tut sehr weh und macht mich verzweifelt. Deshalb will ich Erfolg haben, denn ein Interpret ohne Erfolg ist eigentlich nichts.

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Welche besonderen Erfolge hatten Sie in der früheren Sowjetunion?
Um Erfolg zu haben, muss Gottes Funke da sein, wo auch immer! Ich habe in der UdSSR in Gefängnissen gespielt, vor Menschen, die wegen Korruption zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden waren. Auch diese Auftritte waren für mich erfolgreich.

Wie halten Sie es mit der Politik?
Politiker ist für mich ein undankbarer Beruf, der wohl eine Berufung sein muss. Du brauchst eine dicke Haut oder einen guten Psychiater. Die Leute erwarten nämlich, dass du jedes Wort, das du von dir gibst, auch nach Punkt und Beistrich erfüllst. Ein begnadeter Beruf ist für mich etwa Lehrer oder Arzt.

Was ist das Geheimnis am Geigenspiel?
Der Klang. Und natürlich die Gestaltung: Die Musik besteht aus dem Klang und der Zeit, in welcher diese Klänge passieren. Als Geigerin bin ich stets bemüht, menschliche Klänge zu erzielen. Das Instrument ist quasi die Verlängerung des eigenen Körpers, das Instrument muss eins mit dir sein!

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Man nennt Sie auch die „Piaf der Violine“?
Mir gefällt alles, was über mich positiv und nicht nur allgemein berichtet wird. Für die große französische Chansonette Edith Piaf war die Bühne immer ein Theater, und so empfinde auch ich.

Sie gelten als eine der besten Geigerinnen der letzten Jahrzehnte?
Ich begreife mich nicht als Geigerin unter Geigern, sondern als Geigerin in einem Musikhorizont. Auch halte ich nichts von Vergleichen wie hundertmal wertvoller, zehnmal schneller oder zehnmal stabiler, das gehört in den Sport und nicht in die Musik.

Wie stehen Sie zu den Fernsehstars Andre Rieux und David Garrett?
Zwischen uns liegen, ohne werten zu wollen, Welten: Die beiden Genannten sind im Showgeschäft, ich beherrsche unzählige Varianten der Klassik bis hin zum Experimentiellen. Der absolute König des Geigenspiels ist für mich Jascha Heifetz (* 1901 in Vilnius/Litauen, + 1987 in Los Angeles). Seinen Klang und sein Verhalten mit dem Instrument wird wohl niemand wiederholen können!

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Wie viel in Ihrer Kunst macht das Instrument aus?
Jede einzelne Geige ist wie eine andere Frau: Alle sind im wesentlichen gleich, aber doch sind sie alle verschieden. Eine Geige muss mit jemandem zusammenleben, es ist lebendiges Holz. Eine Geige, die nicht bespielt wird, lebt nicht, so wie Perlen, die nicht getragen werden.

Und wie heißt Ihre Geige, Stradivari?
Nein Ruggeri, und der bleibe ich treu! Eine Geige übernimmt nämlich deine eigene Klangempfindung, Wenn man eine Geige „ordentlich bedient“, ist das wie bei einem Lebenspartner: die Geige gibt dir etwas zurück. Leider ist das, wie auch beim menschlichen Partner, nicht immer der Fall.

Wie viel Glück schöpfen Sie aus Ihrem Beruf?
Es ist eine Berufung, und wir Musiker sind sicher glücklicher als Schauspieler. Wir können nämlich im Gegensatz zu jenen auf der ganzen Welt kommunizieren. Wenn du den richtigen Klang triffst, dann bist du überall zu Hause. In meinem Leben hat es viele Glücksmomente gegeben, aber auch weniger glückliche. Ich empfinde mich als eine dankbare Person, da ich viele Ziele erreicht habe.

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Warum sind Sie Österreicherin geworden?
Ich habe von diesem Land seit meinem ersten Engagement am Klagenfurter Stadttheater 1990  sehr viel zurückbekommen. Aus so einem Land geht man nicht weg! Auch ist Österreich von der Lebensqualität her ein Paradies, mit sehr umweltbewussten Menschen. Natürlich habe ich als Russin mich anpassen müssen, alles habe ich aber nicht übernommen. Etwas kann ich aber behaupten: Ich glaube, ich kann ruhig hier sterben.

Welche Ziele möchten Sie noch verwirklichen?
Ich möchte einmal eine Geigerin spielen, beim Theater oder noch lieber beim Film, wo man mehr Personen und ein breiteres Publikum erreicht. Ich könnte mir eine Rolle als weiblicher Paganini vorstellen, in einem Schauspiel über die vielen Facetten einer Geige. Mein Ziel ist es, mehr Interesse für Konzerte zu wecken und die heute sehr elitäre Kunst der klassischen Musik ein bisschen breiter zu machen.

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Haben Sie jemals etwas bereut?
Es gibt im Leben immer etwas zu bereuen. Ich versuche aber, prinzipiell nichts zu bereuen, sondern zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Schluss zu ziehen und den nächsten Weg zu gehen. Mein Ziel ist es, aus der jetzigen Situation heraus etwas Besseres zu machen, denn: „Jeder Tag ist ein neues Geschenk.“

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Link zu diesem Artikel Geschrieben von: Arno Wiedergut Fotografiert von: KK Donnerstag, 12. August 2010 Copyright, Vervielfältigung und Veröffentlichung nur mit Zustimmung!

 
 
 
 
 
 
Im Gespräch mit Tono Hönigmann

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Im Gespräch mit Tono Hönigmann

„Wenn du nicht Erster werden willst, wirst du auch nicht Dritter“, sagt Dr. Tono Hönigmann, eine Institution im Sportjournalismus. Und: „Im Sport lernst du zu verlieren – das ist Lebenskunde.“
 

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Tono Hönigmann wurde am 11. November 1960 in Klagenfurt geboren. Schon als Kind stand für ihn fest, einmal Sportreporter zu werden, was er 1979 unter ORF-Landessportchef Willy Haslitzer auch umsetzte. Er war bei nahezu allen großen Veranstaltungen „zu Hause“, darunter in den Tennis-Mekkas Wimbledon und Paris, den bekanntesten Skirennen, bei Segelwettbewerben, Judowettkämpfen, Radrennen, der Formel I, Leichtathletik-Events und natürlich bei Fußball- und Eishockeyspielen.

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In den 1990er Jahren arbeitete Dr. Tono Hönigmann neben dem ORF für 3sat, eine Zeitlang auch für das ZDF-Fernsehen. Er berichtete von insgesamt neun Olympischen Spielen, sechs Fußball- und 16 Eishockey-Weltmeisterschaften sowie neun Mal von der Nordischen WM. Dazu kamen bemerkenswerte Berichte vom Ironman auf Hawaii oder der Super Bowl. Seit 1995 ist Tono Hönigmann Sportchef des ORF Kärnten

Tono, an Deinem Geburtstag wird der Fasching geweckt.
Ja, das hat offenbar etwas mit meiner Lebenseinstellung zu tun: Ich bin eine Frohnatur.

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Wie hast Du es so schnell zu Deinem Traumjob geschafft?
Da war ich wirklich noch jung. Kurz nach der Matura hatte ich das Glück, Edi Finger senior bei seinem Kärnten-Urlaub kennen zu lernen. Er war erstaunt, was ich damals schon alles über den Sport wusste und hat mich dann dem neuen ORF-Sportchef Willy Haslitzer ans Herz gelegt.

Deine Eltern waren sportbegeistert?
Sie waren Schuldirektoren und wollten natürlich, dass ich zuerst ein Studium abschließe, bevor ich mich dem Job eines Sportreportes widme. Zum Glück hat beides geklappt: Ich habe neben meinem Traumberuf auch noch studiert.

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Hast Du einen so genannten Mentor?
Ich habe zwei. Zuerst eben der legendäre Edi Finger senior. Mit Willy Haslitzer hat sich dann eine wunderbare Zusammenarbeit und Freundschaft entwickelt.

Freundschaft unter Journalisten, gibt es das überhaupt?
Ganz selten. Es kommt auf die gegenseitige Wertschätzung an. Dass sich Journalisten selten gegenseitig loben, ist völlig normal, es dürfte wohl mit einem gewissen Konkurrenzdenken zu tun haben. Bei Willy war das aber nicht der Fall. Übrigens finde ich es schön über Berufserfahrungen zu plaudern – und zwar ehrlich und ohne Neid.

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Was zeichnet einen guten Sportreporter aus?
In erster Linie eine umfassende Allgemeinbildung, und damit meine ich nicht den Sport alleine. Da geht es um weit mehr, angefangen von der Aussprache der Länder- und Städtenamen, über die Geschichte des jeweiligen Veranstalterlandes bis hin zur aktuellen politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und natürlich sportlichen Situation. Dies alles in seinen Kommentar einzubauen macht einen guten Sportreporter aus.

Und wie schafft man das?
Eine solide schulische Ausbildung muss man wohl haben. Dazu  sollte die Neugierde kommen, aber das unterscheidet einen Sportjournalisten sicher nicht von einem Kollegen in anderen Bereichen, wie im Politik- oder Wirtschaftsressort. Es geht darum: Was willst du wissen, wie fragst du danach, und wie setzt du das um, sprich, wie bringst es deinen Lesern, Hörern oder Sehern nahe?

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Wie waren Deine ersten Jahre beim ORF Kärnten?
Willy Haslitzer hat mir alles beigebracht und mich schon bald ins kalte Wasser geworfen. Dann haben wir das „Kärntner Eishockey-Magazin“ erfunden, das 2011 sein 30-jähriges Jubiläum feiern wird. Ich habe immer mit Nachdruck erklärt, dass wir Reporter dort sein müssen, wo unsere Kärntner Spitzensportler sind – und zwar überall im Sommer und Winter. Das hat es vorher im österreichischen Radio nicht gegeben, und das hat die ORF-Chefs in Wien auf mich aufmerksam gemacht.

Und das Studium?
Ich habe in Klagenfurt neben meiner ORF-Tätigkeit französisch, spanisch und Medienkommunikation studiert.

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Du bist in deinem Job viel unterwegs, wie kannst Du Dich verständigen?
Sprachen waren immer eine Faszination für mich, und natürlich die dazugehörenden Länder. Und das deckt sich wiederum mit dem Sport: Spanisch war und ist meine Lieblingssprache, weil das Spanische die Fußballsprache Nummer 1 ist. Dann kommen italienisch, englisch und französisch dazu. Apropos viel unterwegs: Es waren manchmal sechs Monate und mehr in einem Jahr.

Du bist einer der bekanntesten Sportreporter – gibt es andere Interessen?
Jeder hat Interessen abseits seines Berufes. Ich hatte das Glück, neben Sportreportagen auch Kulturberichte für den ORF zu machen. Ich bin auch sehr glücklich, wenn Menschen im ORF meine Reiseberichte mögen. Auch privat sind Kultur, Sport und Reisen mein Leben.

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Und welche Art der Kultur?
Kultur ist ebenso weit gestreut wie der Sport: Ob man von einem Michelangelo redet oder der Bauweise romanischer  Kirchen. Die meisten Kulturschaffenden haben auch eine Beziehung zum Sport. Wenn du im Theater anfängst über Sport zu reden, dann hast du ein zweites Thema neben der aktuellen Aufführung.

Was sagst Du zum angeblichen Dopingfall Graf?
Es ist doch etwas auffällig, dass man sich in der Leichtathletik ein kleines Land wie Österreich aussucht – mit jemandem, der schon lange nicht mehr aktiv ist. Man hat Steffi Graf, die jahrelang inmitten der Weltspitze Leichtathletikgeschichte geschrieben hat, in ihrer Karriere nie einen positiven Test nachweisen können, Apropos: Ihre größte Konkurrentin Maria Mutola wurde bis heute nie geprüft, ebenso wenig wie bekannte Größen aus den USA und Kanada.

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Namen?
Die kanadischen Eishockeyspieler wurden nie in Bezug auf Doping gecheckt. Da hat es in Turin 2006 offenbar ein Abkommen mit dem IOC gegeben. Jedenfalls ist es sehr sonderbar, dass man sich heute an einer  Steffi Graf, die ein Segen für Österreichs Sportgeschichte gewesen ist, in Sachen angeblicher Sauberkeit im Sport reibt.

Was läuft falsch im Sport?
Im Großen und Ganzen eigentlich nichts. Sport ist heute neben der Rüstungsindustrie und dem Börsengeschäft einer der größten Weltwirtschaftszweige. Millionen von Menschen sind davon abhängig. Sport bewegt. Es gibt so gut wie keinen Menschen, der nicht irgendeine Art des Sportes persönlich lebt oder zumindest daran Anteil nimmt.

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Wer sind die größten Sportler für Dich?
In Österreich gibt es vier: Toni Sailer, Karl Schranz, Franz Klammer und Hermann Maier.

Das sind alles Wintersportler?
Ja, wir haben aber auch sehr viele prominente Sportler in der wärmeren Jahreszeit, wie Leichtathleten, Segler oder Fußball-Größen wie Hans Krankl. Aber es ist nun einmal so: Die „Legenden“ haben wir im Wintersport.

Der Fußball in Österreich?
Wir sind kein Fußball-Land! Das gilt aber nicht nur für einzelne Bundesländer, sondern für ganz Österreich. Allerdings haben wir alle rund 20 Jahre eine gute Mannschaft: 1954 WM-Dritter, 1978 den legendären Argentinien-Sieg über Deutschland und 1998 das souveräne Auftreten bei der WM in Frankreich. Es fehlen bei uns zumeist aber charismatische Persönlichkeiten, sowohl im Spieler-  als auch im Trainerbereich.

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Und in Kärnten?
Auch wir haben offenbar nur alle 20 Jahre eine gute Mannschaft. Das war in den 1960er Jahren, dann wieder in den 1980er Jahren unter Walter Ludescher und zuletzt um das Jahr 2000. Was dann mit dem SK Austria Kärnten gekommen ist, war künstlich.

Resumee?
Kärnten ist leider kein typisches Fußball-Land, es ist ein Eishockey-Land. Und dem müssen wir Rechnung tragen. Der KAC als österreichischer Rekordmeister braucht wirklich eine neue Halle. Und da ist es egal, wo diese steht. Es geht nur darum, dem Verein eine Möglichkeit zu bieten, konkurrenzfähig zu bleiben. Die Halle benötigt 7.500 Plätze, um den 4.000 Abonnenten und den Werbeträgern gerecht zu werden.

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Du kennst die gesamte Sportwelt, wer oder was wirst Du nie vergessen?
Als Muhammed Ali 1996 bei der Eröffnung der Olympischen Spiele in Atlanta schwer von seiner Parkinson-Krankheit gezeichnet das Olympische Feuer entzündet hat, waren nicht nur ich, sondern Millionen Menschen tief beeindruckt. Ich durfte diese berührende Szene aus nächster Nähe miterleben und werde sie mein ganzes Leben nicht vergessen. Der
wahrscheinlich größte Sportler eines Jahrhunderts hat mit immenser Kraft seiner Krankheit getrotzt – bewundernswert.

Du hast auch abseits des Sport viele Persönlichkeiten kennen gelernt?
Mein Gott, das ist der Lauf der Dinge, sprich unseres Journalistenberufes. Für mich ist jemand eine Persönlichkeit, die sich auch so zu benehmen weiß.

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Und wen hast Du besonders in Erinnerung?
Ich wurde vom Manager der Ski-WM in St. Moritz gebeten, mit der monegassischen Familie zu Abend zu essen, da ich gut französisch kann. Es war ein schönes Erlebnis, mit Caroline, ihrem Mann Ernst August und der Tochter ganz ungezwungen zu plaudern. Ebenso bemerkenswert war meine Begegnung mit der schwedischen Königin Sylvia, die sich in Aare 2007 ganz „bürgernah“ gegeben hat.

Sportreporter gelten unter Kollegen manchmal als minderwertig?
Dazu ein Erlebnis: Ich bin stolz, allgemein gebildet zu sein. So war ich vor vielen Jahren als Kulturjournalist auf der Burgarena Finkenstein oberhalb des Faaker Sees bei einer Pressekonferenz mit Placido Domingo. Dass dieser weltberühmte Tenor nicht nur auf den größten Opernbühnen der Welt aufgetreten ist, sondern auch als Tormann bei Real Madrid, wusste nur ich: Wir haben uns herrlich unterhalten – von Hochkultur war keine Rede mehr, und die Zeit spielte auch keine Rolle.

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Gibt es für Dich noch etwas anderes als Sport?

Ja, ich bin besessen, und zwar nach dem Kennenlernen unserer Welt. Ich reise, so oft es meine Zeit zulässt.

Und wohin?
Überallhin, da gibt es keine Grenze – weder auf der Landkarte noch im Kopf. Ich war inzwischen bei neun Olympischen Spielen, und beim Einmarsch der Nationen hab ich immer abgehakt, wo ich schon gewesen bin. Inzwischen sind es 120 Länder.

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Was ist das Faszinierende am Sport?

Im Sport lernst du zuallererst verlieren zu können – und das ist Lebenskunde. Sportler verlieren nämlich viel öfter als so genannte normale Menschen. Und deswegen wissen sie einen Sieg weit höher einzuschätzen. Aus diesem Grund ist der Sport eine gute Lebensschule.

Bist Du ein glücklicher Mensch?

Wenn Glück Gesundsein und Zufriedenheit ohne Neid und Gier bedeutet, dann bin ich es.

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Link zu diesem Artikel Geschrieben von: Arno Wiedergut Fotografiert von: Klaus-Ingomar Kropf Sonntag, 18. Juli 2010 Copyright, Vervielfältigung und Veröffentlichung nur mit Zustimmung!

 
 
 
 
 
 
Im Gespräch mit Alexander Todor-Kostic

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Im Gespräch mit Alexander Todor-Kostic

„Auch wenn du weit oben bist, darfst du nie völlig abheben.“ Mit diesen Worten charakterisiert Rechtsanwalt Mag. Alexander Todor-Kostic, einer der renommiertesten Wirtschaftsanwälte Kärntens, seine Lebens- und Berufseinstellung...
 


Und
: „Ich will mir nach keinem Verfahren vorzuwerfen haben, für meine Klienten nicht alles getan zu haben.“


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Der 1964 in Klagenfurt geborene Alexander Todor-Kostic
studierte nach der Matura in Graz Rechtswissenschaften und Betriebswirtschaftslehre. Sein Studium hat er sich selbst finanziert: „Ich habe jeden Gelegenheitsjob angenommen, vom Verkäufer von Zeitungen und Versicherungen bis zum Kellner im elterlichen Kaffeehaus.“ Nach Abschluss seines rechtswissenschaftlichen Studiums 1990 absolvierte Todor-Kostic in Klagenfurt das Gerichtsjahr, danach war  er in jener Kanzlei Konzipient, wo er seit 1995 als selbstständiger Anwalt mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsrecht tätig ist. Derzeit teilt er sich seine Klagenfurter Kanzlei mit den Partnern Dr. Manfred Angerer und Dr. Werner Hochfellner. Gemeinsam treten sie seit 2005 unter AHT (Angerer Hochfellner Todor, Rechtsanwälte) auf.
www.a-h-t.at


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Neben der Wirtschaft hat sich Todor-Kostic, Vater eines fünfjährigen Sohnes, auf das Europarecht spezialisiert, 2002 schloss er ein Studium an der Donau-Universität in Krems mit dem Master of Law ab. Aber auch die Lebensgefährtin von Alexander Todor-Kostic, Mag. Silke Pachner, hat sich der Rechtswissenschaft verschrieben: Sie betreibt seit Februar 2010 in Velden am Wörthersee eine Anwaltskanzlei.



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Was fasziniert Sie an Ihrem Beruf?

Eigentlich wollte ich Architekt werden, aber die Juristerei hat mich immer interessiert und  begeistert. Es klingt zwar unglaubwürdig, aber schon meine Volksschullehrerin hat zu meinem Vater gemeint, ich solle einmal Rechtsanwalt werden. Es hat mir nämlich immer Freude gemacht mich für andere einzusetzen, sei es als Klassensprecher, als Funktionär  der Sportunion Kärnten oder in anderen Vereinen, in welchen ich letztlich immer an der Spitze landete
.


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Was zeichnet einen guten Anwalt aus?

Sicher einmal die Freude an der Kommunikation. Dazu kommt die Fähigkeit, Positionen bis zur letzten Konsequenz zu vertreten. Ganz wesentlich ist aber: Ein guter Anwalt muss in der Lage sein, sich immer wieder auf neue Konfliktsituationen sowie auf die Persönlichkeit der handelnden Personen – Richter, Staatsanwalt, Gegenanwalt und Parteien - einstellen zu können. Er muss die jeweilige Stimmung ausloten und den Kommunikationsstil der vorherrschenden Situation anpassen können.



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Gibt es gewisse Prinzipien im Gerichtssaal?

Oberstes Prinzip ist sicher, in jeder Situation Haltung zu bewahren, man spricht nicht umsonst von der „Würde des Gerichts“. Schreien im Verhandlungssaal ist kontraproduktiv. Ich versuche immer authentisch zu sein, aber gleichzeitig die vorgegebene Stimmung aufzunehmen und konkret darauf zu reagieren: Die Situation entscheidet über die jeweilige Vorgangsweise. Eine gute Rechtsvertretung besteht meiner Meinung nach darin, seinen Verhandlungsstil absolut flexibel zu gestalten.


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Sie haben Europarecht studiert. Wie stehen Sie zur EU?
Ich bin ein echter Befürworter des europäischen Gedankens. Dessen wirkliche Realisierung stellt aber angesichts der Vielzahl an Staaten mit ihren eigenen Mentalitäten und Gesetzen eine echte Herausforderung dar. So wird es sehr schwierig sein, ein gesamteuropäisches Zivil- und Wirtschaftsrecht zu schaffen.


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Wo sehen Sie die größten Defizite innerhalb der EU?

Heute haben die Unionsbürger noch nicht das Gefühl, demokratisch mitbestimmen zu können. Brüssel ist weit weg und unüberschaubar. Die EU hat zwar auf der einen Seite schon viel gebracht, wie etwa das Aufweichen Macht beherrschender Monopolstellungen und die Förderung des Wettbewerbes, andererseits sind immer wieder auftretende Skandale und das Spesenraubrittertum nicht dazu angetan, Vertrauen in die EU zu erwecken. Trotz der nach wie vor bestehenden Defizite und Vorurteile darf aber eines nicht vergessen werden: Die EU verhindert jede Art von militärischer Aggression in Europa!


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Sehen Sie in der österreichischen Rechtsprechung Verbesserungsmöglichkeiten?
Die Unverhältnismäßigkeit zwischen Vermögens- und Gewaltdelikten besteht nach wie vor. Dass einem Kinderschänder dieselbe Höchststrafe droht wie unter bestimmten Voraussetzungen einem Einbrecher, ist einfach nicht ausgewogen. Generell appelliere ich aber auch an die Verantwortung der Medien, da oft durch einseitige Berichterstattung im Rahmen von Ermittlungsverfahren ein falsches Bild in der Öffentlichkeit gezeichnet wird. Dadurch kommt es häufig zu Vorverurteilungen. Diese Art von Meinungs- und Stimmungsmache wirkt sich vor allem bei Geschworenengerichtsprozessen zu Lasten des Angeklagten aus.


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Beeinflusst der Anwaltsberuf auch das Privatleben?
Hier gilt es sich zu abzugrenzen. Als Anwalt bist du oft mit sehr viel Negativem konfrontiert und es besteht die Gefahr, dass du das alles in dein Privatleben mitnimmst. Ich habe mir diesbezüglich einen Schutzmechanismus eingebaut: Wenn ich nach Hause komme, lege ich mit meinem Anzug und meiner Krawatte auch diese oft negativen Gedanken mit ab. Sonst ist das alles nur schwer zu schaffen. Allerdings hilft es mir und meiner Lebenspartnerin, wenn wir uns über unsere beruflichen Fragen austauschen.


Ändert der Anwaltsberuf die Mentalität des oder der Betroffenen?
Der Beruf eines Anwaltes befähigt einen dazu, nicht nur sich selbst, sondern auch anderen zu helfen. Sieht man diese Fähigkeit zu exzessiv respektive steigt sie einem zu Kopf, spielt der Machtfaktor eine gewisse Rolle. Aber diese Gefahr besteht ja auch bei anderen Berufen, seien es Politiker, Wirtschaftsbosse oder Lehrer.


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Und was haben Sie sich zur Maxime, zur persönlichen Lebensregel, gemacht?
Als Wirtschaftsanwalt bringt man es immer wieder zu großen Erfolgen, muss aber auch lernen, mit Niederlagen umzugehen. Vor allem das Prozessieren ist ein Auf und Ab, eine Hochschaubahn: Einmal bist du unten, einmal wieder oben. Wie auch immer: Ich will mir nach keinem Verfahren vorzuwerfen haben, für meine Klienten nicht alles getan zu haben.


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Wirtschaftsanwälte gelten als „abgehoben“. Ist das so?
Ich möchte trotz „bester Klientel“ weiterhin auch für den so genannten Kleinen Mann tätig sein können. Zwar müssen wir aus Zeitgründen viele Aufträge ablehnen, dennoch behalte ich mir vor zu sagen:  Diesen Fall übernehme ich, für den nehme ich mir Zeit, dieser Person will ich bewusst helfen! Das ist mir wirklich ein persönliches Anliegen. Auch wenn du weit oben bist, darfst du nie völlig abheben.


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Link zu diesem Artikel Geschrieben von: Arno Wiedergut Fotografiert von: Klaus-Ingomar Kropf Donnerstag, 15. Juli 2010 Copyright, Vervielfältigung und Veröffentlichung nur mit Zustimmung!

 
 
 
 
 
 
Im Gespräch mit Karin Bernhard

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Im Gespräch mit Karin Bernhard

„Ich war ein Tschuschenkind“. sagt sie.

Heute ist Karin Bernhard nicht nur eine Institution beim ORF in Kärnten, sie hat durch ihr „kärnten dabei“ eine Art Revolution im österreichischen Fernsehen ausgelöst...
 

„Wir sind überall dabei und reden mit jedem“, sagt die gebürtige Steirerin, die eines zu ihrem Credo gemacht hat: „Mir ist jeder gleich lieb, ob Millionär oder Arbeitsloser. Ein Mensch muss er sein!“.


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Aufgewachsen ist Karin Guggl im steirischen Knittelfeld.
Allerdings nicht dort, wo die gut betuchten Bürger wohnen, sondern in der Eisenbahnersiedlung rund um den Bahnhofplatz. Und das muss ein guter Boden sein, sind doch dort unter anderen die Politiker Erwin Frühbauer (Ex-Verkehrsminister) und Helmut Manzenreiter (Villacher Bürgermeister) sowie der Medien-Zampano Gerhard Draxler (ORF) entsprungen.



Karin Bernhard wurde am 10. November 1961 in Knittelfeld als Tochter eines aus Villach stammenden ÖBB-Schlossers und einer gebürtigen Slowenin geboren. Ihr Bruder ist sechs Jahre älter, von zwei Halbschwestern aus erster Ehe der Mutter ist eine bereits gestorben, die andere lebt in Knittelfeld . Karin absolvierte die Frauenberufsschule (HBLA) in Murau, danach die Pädagogische Akademie in Graz. Nach einer Sprachausbildung – ihr Vater war bei einem Tag der Offenen Tür zufällig mit dem Landesintendanten Emil Breisach ins Gespräch gekommen – wurde sie freie Mitarbeiterin beim ORF, wo sie in erster Linie für den damaligen Chef des Aktuellen Dienstes, Günther Ziesel, tätig war. Ein halbes Jahr unterbrach sie ihre journalistische Tätigkeit für einen USA-Aufenthalt als Assistant Teacher für Deutschunterricht.

 

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Im Jahre 1986 übersiedelte Karin Guggl – wie sie damals noch hieß – nach Klagenfurt in den Aktuellen Dienst des ORF unter Chefredakteur Helmut Feucht. 1991 wurde sie angestellt, seit 1995 ist sie Chefin der auf ihre Idee hin zustande gekommenen Sendung „Kärnten dabei“. 2002 heiratete sie den Mölltaler Franz-Josef Bernhard. Von 1995 bis 2010 absolvierte Karin Bernhard mit ihrem Redaktionsteam (Liebminger, Steinkellner, Petschnig, Ventre, Steuer, Planton) und Kamerateam Charly Schrott/Manfred Mauschitz rund 10.000 Termine. Jährlich fährt das Team mit dem Dabei-Auto einmal rund um die Welt, die Weltenbummler haben insgesamt schon 600.000 Kilometer auf dem Buckel. 1997 wurde Karin Bernhard Chefin vom Dienst der Sendung „ORF Kärnten heute“, seit 2007 fungiert sie auch als Sendeverantwortliche für „Treffpunkt Kärnten“.

Karin Bernhards Lebensmotto lautet:
„Fest arbeiten, aber auch genießen können. Weil sonst wirst du ungenießbar!“

Karin, hat die Politik in deinem Leben eine Rolle gespielt?
Aber ja, von Kind auf. Ich war aber nicht nur die Tochter eines roten Eisenbahners, sondern auch das Kind einer Slowenin. Meine Mutter hat alles versucht, uns „deutsch“ zu erziehen und allen deutlich zu machen, dass wir „Österreicher“ seien. Es hat nichts geholfen: Ich war das Tschuschenkind. Das war „Menschen-Politik“ der übelsten Sorte.


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Karin, aus Dir spricht Verbitterung.
Ja, das wird mich mein Leben lang begleiten. Meine Mutter hat im Stiegenhaus alles sauber gemacht, sie ist mit einem Kübel und einem grauen Fetzen auf den Knien die Siegen herunter gerutscht. Ich war fünf oder sechs Jahre, als einer der „feinen Herren“ aus dem oberen Stockwerk einen Kaugummi auf den Boden warf, mit der Aufforderung: „Tschuschenkind, heb das auf!“ Das tut so weh.

Heute würde dir dieser Kaugummi-Typ in den … kriechen?!
Ich habe nie in meinem Leben so gedacht. Ich war immer ein positiver Mensch. Negatives zieht Negatives nach sich. Meine Eltern haben alles daran gesetzt, dass ich eine so genannte „gute Ausbildung“ bekommen konnte. Aber das allein war es nicht: Es war die Gabe, Mensch zu sein, die mir mitgegeben wurde.

 

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Was zählt  der „Mensch“ im Journalismus?
So gut wie nichts, und das ist sehr traurig. Aber der handelnde Mensch ist selbst schuld, er giert immer weiter nach oben. Der Mensch wird, im Gegensatz zum Tier, nie zufrieden sein. Denn der Mensch hat eine Eigenschaft, die nur ihm zu eigen ist: Das streben nach Macht.


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Karin, Du klingst negativ?
Nein, realistisch. Aber Realismus muss nicht negativ sein. Ich habe in meinem journalistischem Leben so viele positive und ehrlicher Menschen kennen lernen dürfen, dass ich selbst positiv denken darf. Ich werde nie meine Begegnung mit Omar Sharif vergessen, einer wunderbar Persönlichkeit.

Und was fällt Dir beruflich negativ ein?
Thomas Muster. So benimmt man sich nicht, wenn man auch noch so erfolgreich ist. Sein damaliger Manager Leitgeb ist ihm da um nicht viel nachgestanden, die beiden haben sich schrecklich benommen. Ich sag es ganz ehrlich, wie es war: Verschwinde, du Arschloch, ich brauch kein Interview“, brüllte Muster in einer Kärntner Disco, obwohl unser Gespräch vereinbart gewesen war.


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Bist Du ehrlich in Deinem Job?
Ja, dazu stehe ich. Ich würde nie um einer Story wegen Menschen Schaden zufügen. Meine Maxime ist: Ehrlich fragen, ehrlich sagen.

Aber in der so genannten Society ist doch Eitelkeit alles?
Da gibt es zwei Seiten: Die eine ist die Befriedigung der Eitelkeit. Bin ich in der Zeitung, im ORF, bei der Seitenblicken und im Internet auf den Paparazzi-Seiten, oder nicht? Die zweite Sache ist ernster: Es werden bei den so genannten In-Treffs viele Geschäfte und Absprachen getätigt, seien sie wirtschaftlicher oder politischer Natur. Aber, seien wir ehrlich: Jeder ist stolz, wenn er irgendwo aufscheint, unter dem Motto: „Ich hab dich im Fernsehen gesehen!“



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Was macht einen guten Journalisten aus?
Neugierig sein. Nie aufgeben. Nicht alles, was gesagt wird, schlucken. Alles Unklare hinterfragen. Und Allgemeinwissen sollte man wohl haben, ein Doktortitel ist aber nicht unbedingt notwendig. Ach ja, und noch was: „Ein bissl frech darf man schon sein?!“

Du bist sehr selbstbewusst?
Das hab ich vergessen – oder verdrängt. Ja, Selbstbewusstsein gehört natürlich dazu, und auch Erfahrung., Ich muss wissen, wie ich mit wem über was spreche. Ich habe immer versucht, das Alltägliche anzusprechen, das, was den Menschen interessiert. Natürlich bieten sich hier auch so genannte Prominente an. Aber es macht sich der Zuseher ohnehin sein eigenes Bild.


Alles Leben ist Politik. Wie hältst Du es damit?

Sie haben mich im ORF für total verrückt erklärt, als ich bei der Gründung von „ORF Kärnten dabei“ klipp und klar gesagt habe, dass Politik in dieser Gesellschaftsserie nichts verloren habe. Das war auch viele Jahre der Fall. Dazu ein großes Danke an die früheren Landeshauptleute Christof Zernatto und Jörg Haider. Beide haben sich an diese Vorgabe gehalten. Heute ist das „Dabei“ nicht mehr ganz politikfrei, da wir uns geeinigt haben, bei Parteifesten oder Parteibällen die jeweiligen „Chefs“ vorkommen zu lassen.



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Du sprichst mit allen, vom Bundespräsidenten bis zum kleinen Mann von der Straße?
Ich bin so erzogen worden und so aufgewachsen. Meine Eltern haben mir versucht zu erklären, dass alle Menschen gleich seien. Es war aber nicht so. Ich war ein Tschuschenkind und hab das auch zu spüren bekommen. Ganz arm war aber meine Mutter. Sie hat alles versucht, um zu vertuschen, dass sie aus Slowenien ist. Es muss für sie schrecklich gewesen sein, ihre Herkunft zu Gunsten ihrer Kinder zu leugnen.



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Was haben die Knittelfelder besonderes an sich?
Ob sie etwas „Besonderes“ an sich haben, wage ich nicht zu behaupten. Jedenfalls scheinen sie ein gutes Gedächtnis zu haben. Eine kleine Episode dazu: Als ich einmal mit dem ehemaligen Minister und stellvertretendem Kärntner Landeshauptmann Erwin Frühbauer bei einem Interview gesessen bin und ihm erzählte, dass auch ich aus Knittelfeld stamme, sagte er wie aus der Pistole geschossen: „Bist du die kleine Freche mit die langen Zöpf vom Hans und der Resi?“. Ich war erstaunt, dass sich dieser „mächtige“ Politiker seiner Wurzeln – und eines kleinen Arbeiterkindes - erinnert hatte.


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Du bist ein „rotes Arbeiterkind“?
Ja, und darauf bin ich stolz. Es war nicht leicht als „rotes Eisenbahnerkind in einem schwarzen Land“. Aber meine Kindheit und Jugend liegen lange zurück. In meinem Beruf frage ich nicht nach politischer Zugehörigkeit. Ach ja, und bei einer Partei bin ich auch nicht. Was zum Schmunzeln? Jörg Haider und Christof Zernatto haben einmal gesagt: „Zu dir brauchen wir nicht freundlich zu sein, weil du bringst uns ja sowieso nicht ins Bild!“ So etwas ehrt einen Journalisten.

Du hast einmal Deinen ORF-Job aufs Spiel gesetzt?
Als junge Redakteurin im Landtag in Klagenfurt habe ich den damaligen Polit-Machthabern Wagner, Frühbauer und Gallob wörtlich gesagt: „Euch müsste man dem Volk so zeigen, wie ihr wirklich seid“. Am nächsten Tag wurde ich zum ORF-Landesdirektor zitiert, der mich fragte, ob ich verrückt sei.


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Was war für Dich im Beruf schwierig?
Das war nicht so die Politik, es war mehr das Menschliche. Es war der Neid unter Kollegen. Wie oft musste ich hören: „Die Guggl war schon wieder zehnmal im Bild.“ Dazu ist aber auch die Anschauungsweise der Politik-Redakteure gekommen, für die ich mehr oder weniger in der Abteilung Schwachsinn tätig war. Ich habe dem, und tue das noch immer, entgegen gehalten: „Wie wichtig ist denn jede Worthülse eine Politikers?“



Du bist als Journalistin 1986 nach Kärnten gekommen, erzähl bitte!
Es war sehr schwer sich durchzusetzen, da es damals viele Volontäre und Redaktionsaspiranten gegeben hat. Aber der damalige Chefredakteur Heli Feucht hat mich sehr bestärkt: „Mädl, das wirst schon machen!“ Wir haben als freie Mitarbeiter ungemein viel gearbeitet, aber auch viel verdient. Es war eine schöne Zeit des Lernens und Sich-Selbst-Findens.



Du bist ein ‚öffentlicher Mensch’, wie geht es Dir damit?
Ich freue mich, wenn mir Menschen bei allen möglichen Anlässen sagen, dass ich meinen Job gut mache. Das tut gut. Mein Privatleben findet aber wirklich privat statt – im Oberen Mölltal.


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Du bist vergeben?
Nicht nur vergeben, glücklich gebunden. Ich habe meinen Mann während meines ORF-Jobs in Heiligenblut erspäht und zu einer Freundin gesagt, „Der ist es“. Allerdings hat es noch einige Monate gedauert, bis ich ihm das klar gemacht habe.

 

Du bist ausgebildete Lehrerin und ebensolche Sprecherin, was ist schwieriger?

Sprechen beziehungsweise reden muss man in beiden Berufen. Und da geht es um die Kommunikation. Ich sollte als ORF-Interviewer genauso gut mit meinen Gesprächspartnern kommunizieren können wie eine Lehrerin mit ihren Schülern.


Journalisten werden bewundert, sie sind aber nicht sehr beliebt?
Das hat nichts mit dem Journalistenjob zu tun. Auch Politiker, reiche Unternehmer, Börsengurus und sogar Kirchenfürsten sind nicht besonders beliebt. Das hat wohl den Grund, dass Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, mit ganz besonderem Maß gemessen werden.


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Wie misst Du Dich selbst?
Ich werde, obwohl ich durch das Fernsehen bekannt bin, ich selbst bleiben. Ich kann und will mit jedem Menschen reden, in seiner eigenen Sprache. Ich habe zwar als junge angehende Journalistin beim ORF in der Steiermark ein halbes Jahr eine Sprechausbildung gemacht, die ich mir mit vielen Jobs selbst bezahlen musste, aber ich werde immer so reden wie ich bin.


Du bist als „Karin Guggl“ bekannt geworden, als „Bernhard“ bist du es nicht?
Dass ich den Namen meines Mannes angenommen habe, ist mein Zeichen der Liebe und Zuneigung. Ich hab auf dem Dorfplatz in Heiligenblut einen Fernsehdreh gemacht, ihn gesehen und mir gesagt; „Das ist der Mann für mein Leben.“ Und das mit aller Konsequenz!


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Wie geht es Dir?
Ich weiß nicht, was Glück ist, aber ich glaub es zu haben: Meine Familie ist gesund, wir verstehen uns alle sehr gut, und mein Beruf passt.



Man hat Dir einmal den Posten des ORF-Chefredakteurs in Kärnten angeboten.
Ja, das war zu der Zeit, als ich privat mein Glück gefunden habe. Ich hab damals richtig entschieden. Ich bin seit vielen Jahren bis zu 15 Stunden täglich im Einsatz, und mach das gerne. Als so genannter Chef solltest du 24 Stunden im Job sein, wenn du es wirklich machst. Einige private Minuten sollten aber auch Journalisten haben.


Und was wünscht Du Dir?
Nichts, es soll so sein wie es ist. Aber für Überraschungen bin ich immer zu haben.

 

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