Login

 
 
 
 

Business Events

Ciao1.net
Februar 
Januar
Dezember
November
 
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner

Politik, Wirtschaft & Szene aktuell

Kuschelangebote zum Valentinstag
Romantik am Wörthersee: Sind Sie noch auf der Suche nach einer besonderen Geschenkidee zum Valentinstag? Dann verbringen Sie schöne Verwöhnmomente am Wörthersee! Seepark…
 
 
 
 
 
Tag der Kärntner Tourismuswirtschaft
Dr. Christian Mikunda - Machen Sie dem Gast eine Szene! Wie man durch authentische Emotionen den Gast erreicht.Die Bilder zur Veranstaltung finden Sie auf: www.paparazzi1…
 
 
 
 
 
 
Die Junge Wirtschaft Kärnten hat gewählt
Einstimmig wählte gestern die Delegiertenkonferenz der Jungen Wirtschaft Kärnten den neuen Landesvorstand.
 
 
 
 
 
Licht ins Dunkel GALA 2011
Der Kärntner Löwe brachte wieder Licht ins Dunkel - Ausverkaufte Gala im Casino VeldenAlle BILDER auf PP1.net
 
 
 
 
 
 
Im Gespräch mit Karin Bernhard

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. DruckenE-Mail

Im Gespräch mit Karin Bernhard

Exakt vor einem Jahr haben wir Kärntens bekanntestes und sympathisches ORF-Gesicht, Karin Guggl, zum Interview gebeten. In weiser Voraussicht! Seit Donnerstag, dem 15. September, ist die gebürtige Steirerin Landesdirektorin des ORF. „Paparazzi“ gratulieren ganz herzlich! Lesen Sie, was nur wir über die neue Kärntner ORF-Chefin erfahren haben! 

 

„Ich war ein Tschuschenkind“. sagt sie.

Heute ist Karin Bernhard nicht nur eine Institution beim ORF in Kärnten, sie hat durch ihr „kärnten dabei“ eine Art Revolution im österreichischen Fernsehen ausgelöst...


„Wir sind überall dabei und reden mit jedem“, sagt die gebürtige Steirerin, die eines zu ihrem Credo gemacht hat: „Mir ist jeder gleich lieb, ob Millionär oder Arbeitsloser. Ein Mensch muss er sein!“.




Aufgewachsen ist Karin Guggl im steirischen Knittelfeld.
Allerdings nicht dort, wo die gut betuchten Bürger wohnen, sondern in der Eisenbahnersiedlung rund um den Bahnhofplatz. Und das muss ein guter Boden sein, sind doch dort unter anderen die Politiker Erwin Frühbauer (Ex-Verkehrsminister) und Helmut Manzenreiter (Villacher Bürgermeister) sowie der Medien-Zampano Gerhard Draxler (ORF) entsprungen.



Karin Bernhard wurde am 10. November 1961 in Knittelfeld als Tochter eines aus Villach stammenden ÖBB-Schlossers und einer gebürtigen Slowenin geboren. Ihr Bruder ist sechs Jahre älter, von zwei Halbschwestern aus erster Ehe der Mutter ist eine bereits gestorben, die andere lebt in Knittelfeld . Karin absolvierte die Frauenberufsschule (HBLA) in Murau, danach die Pädagogische Akademie in Graz. Nach einer Sprachausbildung – ihr Vater war bei einem Tag der Offenen Tür zufällig mit dem Landesintendanten Emil Breisach ins Gespräch gekommen – wurde sie freie Mitarbeiterin beim ORF, wo sie in erster Linie für den damaligen Chef des Aktuellen Dienstes, Günther Ziesel, tätig war. Ein halbes Jahr unterbrach sie ihre journalistische Tätigkeit für einen USA-Aufenthalt als Assistant Teacher für Deutschunterricht.

 

Im Jahre 1986 übersiedelte Karin Guggl – wie sie damals noch hieß – nach Klagenfurt in den Aktuellen Dienst des ORF unter Chefredakteur Helmut Feucht. 1991 wurde sie angestellt, seit 1995 ist sie Chefin der auf ihre Idee hin zustande gekommenen Sendung „Kärnten dabei“. 2002 heiratete sie den Mölltaler Franz-Josef Bernhard. Von 1995 bis 2010 absolvierte Karin Bernhard mit ihrem Redaktionsteam (Liebminger, Steinkellner, Petschnig, Ventre, Steuer, Planton) und Kamerateam Charly Schrott/Manfred Mauschitz rund 10.000 Termine. Jährlich fährt das Team mit dem Dabei-Auto einmal rund um die Welt, die Weltenbummler haben insgesamt schon 600.000 Kilometer auf dem Buckel. 1997 wurde Karin Bernhard Chefin vom Dienst der Sendung „ORF Kärnten heute“, seit 2007 fungiert sie auch als Sendeverantwortliche für „Treffpunkt Kärnten“.

Karin Bernhards Lebensmotto lautet:
„Fest arbeiten, aber auch genießen können. Weil sonst wirst du ungenießbar!“

Karin, hat die Politik in deinem Leben eine Rolle gespielt?
Aber ja, von Kind auf. Ich war aber nicht nur die Tochter eines roten Eisenbahners, sondern auch das Kind einer Slowenin. Meine Mutter hat alles versucht, uns „deutsch“ zu erziehen und allen deutlich zu machen, dass wir „Österreicher“ seien. Es hat nichts geholfen: Ich war das Tschuschenkind. Das war „Menschen-Politik“ der übelsten Sorte.


 

Karin, aus Dir spricht Verbitterung.
Ja, das wird mich mein Leben lang begleiten. Meine Mutter hat im Stiegenhaus alles sauber gemacht, sie ist mit einem Kübel und einem grauen Fetzen auf den Knien die Siegen herunter gerutscht. Ich war fünf oder sechs Jahre, als einer der „feinen Herren“ aus dem oberen Stockwerk einen Kaugummi auf den Boden warf, mit der Aufforderung: „Tschuschenkind, heb das auf!“ Das tut so weh.

Heute würde dir dieser Kaugummi-Typ in den … kriechen?!
Ich habe nie in meinem Leben so gedacht. Ich war immer ein positiver Mensch. Negatives zieht Negatives nach sich. Meine Eltern haben alles daran gesetzt, dass ich eine so genannte „gute Ausbildung“ bekommen konnte. Aber das allein war es nicht: Es war die Gabe, Mensch zu sein, die mir mitgegeben wurde.

 

 

Was zählt  der „Mensch“ im Journalismus?
So gut wie nichts, und das ist sehr traurig. Aber der handelnde Mensch ist selbst schuld, er giert immer weiter nach oben. Der Mensch wird, im Gegensatz zum Tier, nie zufrieden sein. Denn der Mensch hat eine Eigenschaft, die nur ihm zu eigen ist: Das streben nach Macht.


 

Karin, Du klingst negativ?
Nein, realistisch. Aber Realismus muss nicht negativ sein. Ich habe in meinem journalistischem Leben so viele positive und ehrlicher Menschen kennen lernen dürfen, dass ich selbst positiv denken darf. Ich werde nie meine Begegnung mit Omar Sharif vergessen, einer wunderbar Persönlichkeit.

Und was fällt Dir beruflich negativ ein?
Thomas Muster. So benimmt man sich nicht, wenn man auch noch so erfolgreich ist. Sein damaliger Manager Leitgeb ist ihm da um nicht viel nachgestanden, die beiden haben sich schrecklich benommen. Ich sag es ganz ehrlich, wie es war: Verschwinde, du Arschloch, ich brauch kein Interview“, brüllte Muster in einer Kärntner Disco, obwohl unser Gespräch vereinbart gewesen war.


 

Bist Du ehrlich in Deinem Job?
Ja, dazu stehe ich. Ich würde nie um einer Story wegen Menschen Schaden zufügen. Meine Maxime ist: Ehrlich fragen, ehrlich sagen.

Aber in der so genannten Society ist doch Eitelkeit alles?
Da gibt es zwei Seiten: Die eine ist die Befriedigung der Eitelkeit. Bin ich in der Zeitung, im ORF, bei der Seitenblicken und im Internet auf den Paparazzi-Seiten, oder nicht? Die zweite Sache ist ernster: Es werden bei den so genannten In-Treffs viele Geschäfte und Absprachen getätigt, seien sie wirtschaftlicher oder politischer Natur. Aber, seien wir ehrlich: Jeder ist stolz, wenn er irgendwo aufscheint, unter dem Motto: „Ich hab dich im Fernsehen gesehen!“





Was macht einen guten Journalisten aus?
Neugierig sein. Nie aufgeben. Nicht alles, was gesagt wird, schlucken. Alles Unklare hinterfragen. Und Allgemeinwissen sollte man wohl haben, ein Doktortitel ist aber nicht unbedingt notwendig. Ach ja, und noch was: „Ein bissl frech darf man schon sein?!“

Du bist sehr selbstbewusst?
Das hab ich vergessen – oder verdrängt. Ja, Selbstbewusstsein gehört natürlich dazu, und auch Erfahrung., Ich muss wissen, wie ich mit wem über was spreche. Ich habe immer versucht, das Alltägliche anzusprechen, das, was den Menschen interessiert. Natürlich bieten sich hier auch so genannte Prominente an. Aber es macht sich der Zuseher ohnehin sein eigenes Bild.


Alles Leben ist Politik. Wie hältst Du es damit?

Sie haben mich im ORF für total verrückt erklärt, als ich bei der Gründung von „ORF Kärnten dabei“ klipp und klar gesagt habe, dass Politik in dieser Gesellschaftsserie nichts verloren habe. Das war auch viele Jahre der Fall. Dazu ein großes Danke an die früheren Landeshauptleute Christof Zernatto und Jörg Haider. Beide haben sich an diese Vorgabe gehalten. Heute ist das „Dabei“ nicht mehr ganz politikfrei, da wir uns geeinigt haben, bei Parteifesten oder Parteibällen die jeweiligen „Chefs“ vorkommen zu lassen.





Du sprichst mit allen, vom Bundespräsidenten bis zum kleinen Mann von der Straße?
Ich bin so erzogen worden und so aufgewachsen. Meine Eltern haben mir versucht zu erklären, dass alle Menschen gleich seien. Es war aber nicht so. Ich war ein Tschuschenkind und hab das auch zu spüren bekommen. Ganz arm war aber meine Mutter. Sie hat alles versucht, um zu vertuschen, dass sie aus Slowenien ist. Es muss für sie schrecklich gewesen sein, ihre Herkunft zu Gunsten ihrer Kinder zu leugnen.





Was haben die Knittelfelder besonderes an sich?
Ob sie etwas „Besonderes“ an sich haben, wage ich nicht zu behaupten. Jedenfalls scheinen sie ein gutes Gedächtnis zu haben. Eine kleine Episode dazu: Als ich einmal mit dem ehemaligen Minister und stellvertretendem Kärntner Landeshauptmann Erwin Frühbauer bei einem Interview gesessen bin und ihm erzählte, dass auch ich aus Knittelfeld stamme, sagte er wie aus der Pistole geschossen: „Bist du die kleine Freche mit die langen Zöpf vom Hans und der Resi?“. Ich war erstaunt, dass sich dieser „mächtige“ Politiker seiner Wurzeln – und eines kleinen Arbeiterkindes - erinnert hatte.


 

Du bist ein „rotes Arbeiterkind“?
Ja, und darauf bin ich stolz. Es war nicht leicht als „rotes Eisenbahnerkind in einem schwarzen Land“. Aber meine Kindheit und Jugend liegen lange zurück. In meinem Beruf frage ich nicht nach politischer Zugehörigkeit. Ach ja, und bei einer Partei bin ich auch nicht. Was zum Schmunzeln? Jörg Haider und Christof Zernatto haben einmal gesagt: „Zu dir brauchen wir nicht freundlich zu sein, weil du bringst uns ja sowieso nicht ins Bild!“ So etwas ehrt einen Journalisten.

Du hast einmal Deinen ORF-Job aufs Spiel gesetzt?
Als junge Redakteurin im Landtag in Klagenfurt habe ich den damaligen Polit-Machthabern Wagner, Frühbauer und Gallob wörtlich gesagt: „Euch müsste man dem Volk so zeigen, wie ihr wirklich seid“. Am nächsten Tag wurde ich zum ORF-Landesdirektor zitiert, der mich fragte, ob ich verrückt sei.


 

Was war für Dich im Beruf schwierig?
Das war nicht so die Politik, es war mehr das Menschliche. Es war der Neid unter Kollegen. Wie oft musste ich hören: „Die Guggl war schon wieder zehnmal im Bild.“ Dazu ist aber auch die Anschauungsweise der Politik-Redakteure gekommen, für die ich mehr oder weniger in der Abteilung Schwachsinn tätig war. Ich habe dem, und tue das noch immer, entgegen gehalten: „Wie wichtig ist denn jede Worthülse eine Politikers?“



Du bist als Journalistin 1986 nach Kärnten gekommen, erzähl bitte!
Es war sehr schwer sich durchzusetzen, da es damals viele Volontäre und Redaktionsaspiranten gegeben hat. Aber der damalige Chefredakteur Heli Feucht hat mich sehr bestärkt: „Mädl, das wirst schon machen!“ Wir haben als freie Mitarbeiter ungemein viel gearbeitet, aber auch viel verdient. Es war eine schöne Zeit des Lernens und Sich-Selbst-Findens.



Du bist ein ‚öffentlicher Mensch’, wie geht es Dir damit?
Ich freue mich, wenn mir Menschen bei allen möglichen Anlässen sagen, dass ich meinen Job gut mache. Das tut gut. Mein Privatleben findet aber wirklich privat statt – im Oberen Mölltal.


 

Du bist vergeben?
Nicht nur vergeben, glücklich gebunden. Ich habe meinen Mann während meines ORF-Jobs in Heiligenblut erspäht und zu einer Freundin gesagt, „Der ist es“. Allerdings hat es noch einige Monate gedauert, bis ich ihm das klar gemacht habe.

 

Du bist ausgebildete Lehrerin und ebensolche Sprecherin, was ist schwieriger?

Sprechen beziehungsweise reden muss man in beiden Berufen. Und da geht es um die Kommunikation. Ich sollte als ORF-Interviewer genauso gut mit meinen Gesprächspartnern kommunizieren können wie eine Lehrerin mit ihren Schülern.


Journalisten werden bewundert, sie sind aber nicht sehr beliebt?
Das hat nichts mit dem Journalistenjob zu tun. Auch Politiker, reiche Unternehmer, Börsengurus und sogar Kirchenfürsten sind nicht besonders beliebt. Das hat wohl den Grund, dass Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, mit ganz besonderem Maß gemessen werden.




Wie misst Du Dich selbst?
Ich werde, obwohl ich durch das Fernsehen bekannt bin, ich selbst bleiben. Ich kann und will mit jedem Menschen reden, in seiner eigenen Sprache. Ich habe zwar als junge angehende Journalistin beim ORF in der Steiermark ein halbes Jahr eine Sprechausbildung gemacht, die ich mir mit vielen Jobs selbst bezahlen musste, aber ich werde immer so reden wie ich bin.


Du bist als „Karin Guggl“ bekannt geworden, als „Bernhard“ bist du es nicht?
Dass ich den Namen meines Mannes angenommen habe, ist mein Zeichen der Liebe und Zuneigung. Ich hab auf dem Dorfplatz in Heiligenblut einen Fernsehdreh gemacht, ihn gesehen und mir gesagt; „Das ist der Mann für mein Leben.“ Und das mit aller Konsequenz!




Wie geht es Dir?
Ich weiß nicht, was Glück ist, aber ich glaub es zu haben: Meine Familie ist gesund, wir verstehen uns alle sehr gut, und mein Beruf passt.



Man hat Dir einmal den Posten des ORF-Chefredakteurs in Kärnten angeboten.
Ja, das war zu der Zeit, als ich privat mein Glück gefunden habe. Ich hab damals richtig entschieden. Ich bin seit vielen Jahren bis zu 15 Stunden täglich im Einsatz, und mach das gerne. Als so genannter Chef solltest du 24 Stunden im Job sein, wenn du es wirklich machst. Einige private Minuten sollten aber auch Journalisten haben.


Und was wünscht Du Dir?
Nichts, es soll so sein wie es ist. Aber für Überraschungen bin ich immer zu haben.

 

Nach oben Link zu diesem Artikel Geschrieben von: Arno Wiedergut Fotografiert von: Klaus-Ingomar Kropf Mittwoch, 11. Januar 2012 Copyright, Vervielfältigung und Veröffentlichung nur mit Zustimmung!

 
 
 
 
 
 
Im Gespräch mit Alexander Todor-Kostic

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. DruckenE-Mail

Im Gespräch mit Alexander Todor-Kostic

„Auch wenn du weit oben bist, darfst du nie völlig abheben.“ Mit diesen Worten charakterisiert Rechtsanwalt Mag. Alexander Todor-Kostic, einer der renommiertesten Wirtschaftsanwälte Kärntens, seine Lebens- und Berufseinstellung...
 


Und
: „Ich will mir nach keinem Verfahren vorzuwerfen haben, für meine Klienten nicht alles getan zu haben.“


Nach Abschluss seines rechtswissenschaftlichen Studiums 1990 absolvierte Todor-Kostic in Klagenfurt das Gerichtsjahr, danach war  er in jener Kanzlei Konzipient, wo er ab 1995 eine der größten Kärntner Anwaltssozietäten mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsrecht selbst mit aufgebaut hat. Einerseits aus privaten Gründen und andererseits auf der Suche nach neuen Herausforderungen schied Todor-Kostic Ende 2010 aus der Klagenfurter Großkanzlei aus und fusionierte sich mit seiner Lebensgefährtin, Mag. Silke Pachner, die selbst Rechtsanwältin ist, um in Velden am Wörthersee eine neue Kanzlei unter der Bezeichnung TODOR-KOSTIC Rechtsanwälte zu gründen.



Neben der Wirtschaft hat sich Todor-Kostic, Vater zweier Söhne, auf das Europarecht spezialisiert, 2002 schloss er ein Studium an der Donau-Universität in Krems mit dem Master of Law ab. Seine Masterthese widmete er dabei dem europarechtlich verordneten Spam-Verbot, worunter man die verbotene Kontaktaufnahme von Unternehmern mit Kunden ohne deren Zustimmung per Email, Fax oder Telefon versteht.



Weiter Infos zur Kanzlei Todor-Kostic auf www.firmenvorstellung.com


Was fasziniert Sie an Ihrem Beruf?
Eigentlich wollte ich Architekt werden, aber die Juristerei hat mich immer interessiert und  begeistert. Es klingt zwar unglaubwürdig, aber schon meine Volksschullehrerin hat zu meinem Vater gemeint, ich solle einmal Rechtsanwalt werden. Es hat mir nämlich immer Freude gemacht mich für andere einzusetzen, sei es als Klassensprecher, als Funktionär  der Sportunion Kärnten oder in anderen Vereinen, in welchen ich letztlich immer an der Spitze landete.




Was zeichnet einen guten Anwalt aus?
Sicher einmal die Freude an der Kommunikation. Dazu kommt die Fähigkeit, Positionen bis zur letzten Konsequenz zu vertreten. Ganz wesentlich ist aber: Ein guter Anwalt muss in der Lage sein, sich immer wieder auf neue Konfliktsituationen sowie auf die Persönlichkeit der handelnden Personen – Richter, Staatsanwalt, Gegenanwalt und Parteien - einstellen zu können. Er muss die jeweilige Stimmung ausloten und den Kommunikationsstil der vorherrschenden Situation anpassen können.




Gibt es gewisse Prinzipien im Gerichtssaal?
Oberstes Prinzip ist sicher, in jeder Situation Haltung zu bewahren, man spricht nicht umsonst von der „Würde des Gerichts“. Schreien im Verhandlungssaal ist kontraproduktiv. Ich versuche immer authentisch zu sein, aber gleichzeitig die vorgegebene Stimmung aufzunehmen und konkret darauf zu reagieren: Die Situation entscheidet über die jeweilige Vorgangsweise. Eine gute Rechtsvertretung besteht meiner Meinung nach darin, seinen Verhandlungsstil absolut flexibel zu gestalten.




Sie haben Europarecht studiert. Wie stehen Sie zur EU?
Ich bin ein echter Befürworter des europäischen Gedankens. Dessen wirkliche Realisierung stellt aber angesichts der Vielzahl an Staaten mit ihren eigenen Mentalitäten und Gesetzen eine echte Herausforderung dar. So wird es sehr schwierig sein, ein gesamteuropäisches Zivil- und Wirtschaftsrecht zu schaffen.




Wo sehen Sie die größten Defizite innerhalb der EU?

Heute haben die Unionsbürger noch nicht das Gefühl, demokratisch mitbestimmen zu können. Brüssel ist weit weg und unüberschaubar. Die EU hat zwar auf der einen Seite schon viel gebracht, wie etwa das Aufweichen Macht beherrschender Monopolstellungen und die Förderung des Wettbewerbes, andererseits sind immer wieder auftretende Skandale und das Spesenraubrittertum nicht dazu angetan, Vertrauen in die EU zu erwecken. Trotz der nach wie vor bestehenden Defizite und Vorurteile darf aber eines nicht vergessen werden: Die EU verhindert jede Art von militärischer Aggression in Europa!




Sehen Sie in der österreichischen Rechtsprechung Verbesserungsmöglichkeiten?
Die Unverhältnismäßigkeit zwischen Vermögens- und Gewaltdelikten besteht nach wie vor. Dass einem Kinderschänder dieselbe Höchststrafe droht wie unter bestimmten Voraussetzungen einem Einbrecher, ist einfach nicht ausgewogen. Generell appelliere ich aber auch an die Verantwortung der Medien, da oft durch einseitige Berichterstattung im Rahmen von Ermittlungsverfahren ein falsches Bild in der Öffentlichkeit gezeichnet wird. Dadurch kommt es häufig zu Vorverurteilungen. Diese Art von Meinungs- und Stimmungsmache wirkt sich vor allem bei Geschworenengerichtsprozessen zu Lasten des Angeklagten aus.




Beeinflusst der Anwaltsberuf auch das Privatleben?
Hier gilt es sich zu abzugrenzen. Als Anwalt bist du oft mit sehr viel Negativem konfrontiert und es besteht die Gefahr, dass du das alles in dein Privatleben mitnimmst. Ich habe mir diesbezüglich einen Schutzmechanismus eingebaut: Wenn ich nach Hause komme, lege ich mit meinem Anzug und meiner Krawatte auch diese oft negativen Gedanken mit ab. Sonst ist das alles nur schwer zu schaffen. Allerdings hilft es mir und meiner Lebenspartnerin, wenn wir uns über unsere beruflichen Fragen austauschen.


Ändert der Anwaltsberuf die Mentalität des oder der Betroffenen?
Der Beruf eines Anwaltes befähigt einen dazu, nicht nur sich selbst, sondern auch anderen zu helfen. Sieht man diese Fähigkeit zu exzessiv respektive steigt sie einem zu Kopf, spielt der Machtfaktor eine gewisse Rolle. Aber diese Gefahr besteht ja auch bei anderen Berufen, seien es Politiker, Wirtschaftsbosse oder Lehrer.




Und was haben Sie sich zur Maxime, zur persönlichen Lebensregel, gemacht?
Als Wirtschaftsanwalt bringt man es immer wieder zu großen Erfolgen, muss aber auch lernen, mit Niederlagen umzugehen. Vor allem das Prozessieren ist ein Auf und Ab, eine Hochschaubahn: Einmal bist du unten, einmal wieder oben. Wie auch immer: Ich will mir nach keinem Verfahren vorzuwerfen haben, für meine Klienten nicht alles getan zu haben.




Wirtschaftsanwälte gelten als „abgehoben“. Ist das so?
Ich möchte trotz „bester Klientel“ weiterhin auch für den so genannten Kleinen Mann tätig sein können. Zwar müssen wir aus Zeitgründen viele Aufträge ablehnen, dennoch behalte ich mir vor zu sagen:  Diesen Fall übernehme ich, für den nehme ich mir Zeit, dieser Person will ich bewusst helfen! Das ist mir wirklich ein persönliches Anliegen. Auch wenn du weit oben bist, darfst du nie völlig abheben.



Todor-Kostic - Rechtsanwälte
Karawankenplatz 1 - 9220 Velden am Wörthersee
T +43 (0) 4274 / 200 80 - F +43 (0) 4274 / 200 80-2
office(@)todor-kostic.at - www.todor-kostic.at

Weiter Infos zur Kanzlei Todor-Kostic auf www.firmenvorstellung.com

tk-banner-234x60

13.6.10
14072010

Nach oben Link zu diesem Artikel Geschrieben von: Arno Wiedergut Fotografiert von: Klaus-Ingomar Kropf Mittwoch, 11. Januar 2012 Copyright, Vervielfältigung und Veröffentlichung nur mit Zustimmung!

 
 
 
 
 
 
Thomas Gottschalk mit Klaus-Ingomar Kropf

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. DruckenE-Mail

Thomas Gottschalk mit Klaus-Ingomar Kropf

Großeinsatz für das „Paparazzi1.net-Team“ Klaus-Ingomar Kropf und Robert Graf beim Klagenfurter VIP Beachvolleyball-Turnier, und das professionelle, unaufdringliche Auftreten der beiden machte es den Promis leicht, in die Linse zu lachen! ...

 

Nach oben Link zu diesem Artikel Geschrieben von: Arno Wiedergut Fotografiert von: Klaus-Ingomar Kropf Mittwoch, 11. Januar 2012 Copyright, Vervielfältigung und Veröffentlichung nur mit Zustimmung!

 
 
 
 
 
 
Im Gespräch mit Otto Retzer

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. DruckenE-Mail

Im Gespräch mit Otto Retzer

Ein Leberkäse und Salzgurken standen am Beginn seiner Karriere.

Zwischendurch lebte er in einem unmöblierten Zimmer und ernährte sich von Pommes Frittes und Ketchup. Heute zählt er zu den meistbeschäftigten und erfolgreichsten Regisseuren im deutschsprachigen Raum: Otto Retzer...
 

Geboren wurde Otto Werner Retzer am 13. September 1945 in der Lölling, einem Seitental des Kärntner Görtschitztales, wo er auch aufwuchs. Seine Mutter war Postfräulein, sein Vater Landwirt. Nach einer Kellnerlehre wurde er Discjockey und Wasserskilehrer, bevor ihn 1970 der Chef der Lisa-Film, Carl Spiehs als Assistenten engagierte.


Retzer avancierte zum Regieassistenten und spielte einige kleinere Rollen. 1983 führte er erstmals selbst Regie. Insgesamt fungierte er rund 120 Mal als Produktionsleiter und etwa 90 Mal als Regisseur. Populär wurde er durch seine Rolle als „Josip“ in der TV-Serie „Ein Schloss am Wörthersee“. Sein Markenzeichen ist die Glatze. Otto Retzer ist mit Shirly verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder, Olivia und Michael. Er lebt in München und am Wörthersee.



Otto, wovon hast Du als Kind geträumt?
Wir waren arm, aber ich hatte eine wunderbare Jugend. Damals gab es noch kein Facebook und ich hatte echte Freunde. In unserer Gemeinde lebte der Herzog von Hohenberg, seine Kinder waren meine Spielkameraden. Zum 50. Geburtstag des Adeligen mussten wir Kinder und die Frauen dutzende Hendln rupfen und da hab ich beschlossen: Irgendwann möchte ich zu denen gehören, die sie essen.




Du hast dann Kellner gelernt?
Ja, im damals bekannten Tanzcafe Lerch in Klagenfurt. Dort hat man mir ordentlich Gas gegeben. Trotzdem hab ich oft freiwillig Nachtdienst gemacht, um das „Trio Rubenthaler“ zu hören. In dieser Band ist erstmals Udo Jürgens aufgetreten. Als ich ausgelernt war, habe ich beim Werzer in Pörtschach meinen ersten Job bekommen, wo ich auch Wasserskifahren gelernt habe, noch dazu mit einem Tablett voller Gläser. Dadurch habe ich eine gewisse Bekanntheit erlangt. Ich war dann auch DJ im „Drop in“ der Brüder Dumba, im Sommer in Pörtschach, im Winter in Kitzbühel.




Und dann kam der Film…
Da hatte ich unwahrscheinliches Glück. Carl Spiehs drehte am Wörthersee und logierte im Hotel Schloss Seefels, wo ich als Kellner arbeitete. Einmal in der Früh stöhnte Spiehs nach einer langen Nacht, er brauche unbedingt einen Leberkäs und Salzgurken gegen den Kater. Da es so etwas in einem Fünf-Sterne-Hotel natürlich nicht gibt, bin ich nach Klagenfurt zum Benediktinermarkt gefahren und hab es dort besorgt. Spiehs war begeistert und meinte: „Der ist in Ordnung, den nehmen wir mit!“



Deine ersten Aufgaben im Filmgeschäft?
Spiehs drehte damals im Oktober am Wörthersee „Schön ist es auf der Welt zu sein“ mit Roy Black und Uschi Glas. Es war ein Sommerfilm, doch eines Nachts hatte es überraschend geschneit und die Blätter fielen von den Bäumen. Ich musste dann den ganzen Tag mit Tixo Blätter auf einen Baum kleben, unter dem eine Szene gedreht wurde.




Wie ging es dann weiter?
Es war ein Auf und Ab. Ein Jahr später, 1971, drehte Spiehs zwei Wörthersee-Filme parallel mit allen deutschen Stars der damaligen Zeit. Da konnte ich mich als Assistent über mangelnde Arbeit nicht beklagen. Dann übersiedelte ich nach München, dort war es schwieriger. Es gab nur einen oder zwei Filme pro Jahr. Die übrige Zeit war ich arbeitslos. Ich lebte einmal ein halbes Jahr in einem Zimmer mit nur einem Bett und einer Lampe und ernährte mich von Pommes Frittes und Ketchup. Im Winter habe ich dann in Kitzbühel als eine Art Empfangschef in einem Hotel gearbeitet.



Hast Du den Weg zum Film bereut?
Es war damals keine leichte Zeit, aber ich habe es nie bereut. Und dann ist es ja aufwärts gegangen, etwa mit den Verfilmungen der Romane Jack Londons. So haben wir acht Monate den „Seewolf“ mit Raimund Harmsdorf gedreht. Carl Spiehs hat mich zu dieser Zeit auch zu den Festspielen nach Cannes mitgenommen. Das Filmgeschäft wurde immer interessanter und abwechslungsreicher.




1983 hast zu zum ersten Mal Regie geführt.
Damals hat die „Bild“ einen Riesenartikel unter dem Titel „Babystrich im Sperrbezirk“ gebracht und ich meinte zu Spiehs, dass wir daraus einen Film machen sollten. Er hat mir die Chance dazu gegeben. Ich hatte allerdings nur ein Mini-Budget, einen Kameramann und einen Tontechniker zur Verfügung, die Schauspieler waren echte Zuhälter und Prostituierte. Der Film wurde mit 1,2 Millionen Zuschauern ein Riesenerfolg.

 

Was bedeutet für Dich Carl Spiehs?
Alles, was ich bin und habe, verdanke ich ihm. Es gibt keinen zweiten. Wenn ich einmal den Oscar bekomme (ha ha), weiß ich, bei wem ich mich bedanken muss.




Dein wirklicher Aufstieg begann 1990?
1989 hielten wir in Velden eine Pressekonferenz ab und erklärten den Journalisten, dass wir eine Fernsehserie mit dem Titel „Ein Schloss am Wörthersee“ drehen wollten. Als wir Roy Black als den Hauptdarsteller nannten, waren alle schwer enttäuscht. Dieser war nämlich damals am Tiefpunkt seiner Karriere angelangt. Ich selbst durfte dann bei den letzten beiden der insgesamt zehn Folgen Regie führen, weil der Regisseur ein anderes Engagement bekam. Im nächsten Jahr war ich bei zehn Folgen, im Jahr darauf schließlich bei allen verantwortlicher Regisseur.




Roy Black ist 1991 gestorben.
Das war eine fürchterliche Katastrophe. Wir haben mit Helmut Fischer, Uschi Glas und Pierre Brice weitergemacht, der ganz große Erfolg ist dann aber ausgeblieben.


Aber Du bist als Schauspieler berühmt geworden?
Wir wollten ein paar kurze Gags mit zwei jugoslawischen Gastarbeitern einbauen, doch wollte, bis auf Adi Peichl, kein Darsteller vom Stadttheater Klagenfurt eine solche Rolle übernehmen. Da bin dann ich eingesprungen und der Erfolg war sensationell. Das Duo Malek und Josip wurde so bekannt, dass wir uns nicht mehr ohne Leibwächter auf das Oktoberfest in München gewagt haben. Ich glaube, dort haben mir 2.000 Menschen über die Glatze gestrichen. Wir sind dann auch vor tausenden Leuten bei Zeltfesten aufgetreten.




Einmal gab es aber einen Reinfall?
Das ist eine köstliche Geschichte! Peichl und ich wurden gebeten, auf einem Kreuzfahrtschiff die Passagiere zu unterhalten. Schon am ersten Abend hatten wir unseren Erstauftritt im großen Ballsaal und warteten vor hunderten Zuschauern mit unseren bekannten Sprüchen auf. Doch kein Mensch lachte. Wir versuchten es wieder und wieder, es herrschte Stille im Saal. Erst dann stellte sich heraus, dass auf dem Schiff nahezu alle Kroaten waren, die kein Wort Deutsch verstanden. Der Kapitän hat uns dann gesagt, wir bräuchten nicht mehr aufzutreten. Unsere Gage haben wir trotzdem bekommen.




Bist Du gerne Schauspieler?
Ich bin kein Schauspieler, das habe ich nie gelernt. Ich sehe mich eher als einen Gesichtsvermieter. Was ich spielen kann, ist schnell aufgezählt: Einen Jugo, einen Kofferträger, einen Polizisten und einen Pfarrer. Mit dem Ende des Schlosses am Wörthersee war im Prinzip auch meine Karriere als Schauspieler beendet.


Wie ist es dann weiter gegangen?

Ich habe eine Reihe von Filmen gedreht, die es im Fernsehen auf enorme Zuschauerzahlen gebracht haben, darunter „Der blaue Diamant“, „Tierärztin Christine“ und „Hochwürden erbt das Paradies“. Beim Dreh zu „Ein Richter zum Küssen“ hatte ich das Glück, mit Klausjürgen Wussow zu arbeiten. Carl Spiehs und ich hatten dann die Idee zur Serie „Klinik unter Palmen“, die voll eingeschlagen ist. Dann kam „Der Pfundskerl“ mit Ottfried Fischer, und seit 2004 läuft die TV-Serie „Das Traumhotel“. Hier hatten wir zuletzt eine Einschaltquote von 8,7 Millionen.




Wie siehst Du Deine Rolle als Regisseur?
Ich bin kein ausgesprochener Schauspielerregisseur. Wie sollte ich einem Wussow oder Kohlund auch sagen, wie er zu spielen hat?! Mir geht es darum, für die richtige Rolle den richtigen Schauspieler zu finden.


Wo siehst Du Deine Stärken?
Ich bin ein ausgesprochen optischer Mensch, ich komme von der Motivsuche nach Hause und weiß, wie der Film ausschauen wird. Man kann sagen, ich bin ein Fotograf ohne Fotoapparat. Zum Drehen brauche ich kein Drehbuch mehr mitzunehmen, es ist jede Einstellung bei mir gespeichert. In der Serie „Traumhotel“ mache ich gewöhnlich aus drei, vier Hotels das Passende. In Tobago habe ich es geschafft, ein unscheinbares Haus in eine Superklinik zu verwandeln. Dazu benötigt man einen sehr guten Blick, den ich zum Glück habe. Glück habe ich aber auch sonst: Einmal haben wir während der Regenzeit auf Tobago gedreht, aber vom ersten Tag an bis zum Schluss gab es schönstes Wetter. Erst als wir alles im Kasten hatten und darauf mit Schampus anstießen, begann es zu schütten.




Du kommst auf der ganzen Welt herum. Hast Du einen Traumberuf?
Ja, aber einen mit Knochenarbeit. Nach außen hin wirkt alles viel schöner als es tatsächlich ist. Einmal haben wir auf den Malediven gedreht und es gab auf der ganzen Insel kein Fahrzeug. Wir müssten sieben Tonnen Ausrüstung selbst schleppen. Manchmal hasst mich mein Team wegen unserer Schinderei, aber da musst du brutal sein. Hopp oder Trop heißt die Devise.


Was macht Dir Angst?
Ich bin ein glücklicher Mensch und praktizierender Katholik. Angst habe ich nur vor einer schweren Krankheit, sonst kann mir nichts mehr passieren.




Du bist seit vielen Jahren mit Deiner Frau glücklich, das ist selten in der Filmbranche.
Ich bin mit Shirly seit 34 Jahren zusammen. Sie hat viel mitgemacht, weil ich sehr oft und lange unterwegs bin. Wenn du älter wirst, versuchst du aber, dem Partner etwas zurückzugeben.


Wie schaut Deine Zukunft aus?
Ab Oktober 2010 steht mir mit 65 eine Rente zu, ich werde daher sozusagen in Halbpension sein. Arbeiten werde ich aber, bis ich irgendwann vom Regiestuhl falle und weg bin. Auch ein Buch von mir wird erscheinen. Titel: „Mein Wörthersee“. Arbeiten muss ich, weil ich nämlich ein ganz schlechter Schwammerlsucher bin.




Hast Du einen Traum?
Ich möchte einmal gemeinsam mit Adi Peichl, etwa im Stift St. Georgen am Längsee, Schauspielkurse abhalten. Heute haben nämlich viele im Fernsehen keine oder wenig Ahnung, wie sie sich bewegen und ausdrücken sollen. Geld brauche ich nicht zu verdienen, ich möchte nur ein kleines Dankeschön an das zurückgeben, was der Film mir gegeben hat.



Ein Dankeschön an Rene Mureny (
MASTERCRAFT BOATS) für die Unterstützung beim Interview.

http://www.paparazzi1.net/cache/images/stories/Otto_Retzer/448-DSC_4882.JPG_Otto_Retzer_Kontakt_Film_Regie_Lisa.jpg DSC_4882.JPG_Otto_Retzer_Kontakt_Film_Regie_Lisa
MASTERCRAFT GENERALVERTRIEB für Deutschland und Österreich
www.mastercraft.at
28.08.2010

Wassersportcenter Rene Mureny KG
Fun Products HandelsgesmbH.

René Mureny
Süduferstrasse 104c
A-9081 Reifnitz
Mail: rené.mureny @ mastercraft.at
www.mastercraft.at
Phone + 43 4273 2583
Fax    + 43 4273 2583 14
Mobil  + 43 664 3410131



Nach oben Link zu diesem Artikel Geschrieben von: Arno Wiedergut Fotografiert von: Klaus-Ingomar Kropf Mittwoch, 11. Januar 2012 Copyright, Vervielfältigung und Veröffentlichung nur mit Zustimmung!

 
 
 
 
 
 
Im Gespräch mit Meinrad Heinz Höfferer

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. DruckenE-Mail

Im Gespräch mit Meinrad Heinz Höfferer

„Ich fühle mich verwurzelt hier, bin aber dennoch auch verbunden mit der restlichen Welt.“ MMag. Meinrad Heinz Höfferer demonstriert mit diesem Satz ein wesentliches Charakteristikum seiner Person: starke Heimatverbundenheit, gepaart mit dem Wunsch den Rest der Welt mit all ihren Eigenheiten zu entdecken.
 


MMag. Meinrad Heinz Höfferer begann nach erfolgreich absolvierter HAK-Matura, sein Studium der Wirtschaftswissenschaften und Kommunikationswissenschaften, an der Alpen-Adria Universität in Klagenfurt. Nach zahlreichen beruflichen Auslandsaufenthalten beendete er sein Studium und kam zur Wirtschaftskammer Kärnten. Heute ist er der Leiter der Wirtschaftskammer Kärnten, Außenwirtschaft und Eu.


Wer ich bin….
Ein guter Morgen beginnt für mich mit einer guten Tasse Kaffee.

Das schönste an meinem Beruf ist das internationale Umfeld mit der Lebensqualität in Kärnten, verbinden zu können.

Am besten erhole ich mich bei Aktivitäten im Freien, in der Heimat oder bei einem Glas Rotwein nach dem Abschluss eines gelungenen Projektes.

Lebensmotto: Man soll weltoffen mit genügend Heimatverbundenheit durchs Leben gehen.


Wie sah der Anfang Ihrer beruflichen Karriere aus?
Höfferer: Ich besuchte die Handelsakademie, denn Wirtschaft war ein Thema, dass mich immer schon interessierte. Die Begeisterung für die Arbeit im internationalen Bereich, wurde bei mir durch den Sport ausgelöst. Bei den Olympischen Spielen in Atlanta gehörte ich zum erweiterten Olympiateam. Durch das Schnuppern an der internationalen Luft, wurde in mir das Interesse geweckt, auch im Ausland tätig zu sein. Nach dem Bundesheer startete ich mein Studium, bei dem ich eine Doppelstrategie verfolgte, denn ich kombinierte die Betriebswirtschaft mit den Kommunikationswissenschaften. Den Schwerpunkt im kommunikationswissenschaftlichen Bereich setzte ich bei den neuen Informationstechnologien. Die Hälfte meines Studiums verbrachte ich im Ausland. Zu den Ländern in denen ich war zählten China, die USA, Italien und Deutschland. Mein Pflichtpraktikum für die Betriebswirtschaften absolvierte ich bei BMW in München. Zu meinem Aufgabengebiet zählte die Kommunikation und After-Sales Steuerung. Besonderen Spaß machte es mir, mit Leuten weltweit zusammen zu arbeiten. Mein Praktikum wurde zweimal verlängert, wodurch mir das Beenden meines Studiums schwierig gemacht wurde.


Wie wurden Sie zum Leiter der Wirtschaftskammer Kärnten, Außenwirtschaft und EU?
Höfferer: Eigentlich hatte ich vor, nach dem Studienabschluss ins Ausland zu gehen; der Knackpunkt war aber ein Bänderriss im Knie, zwei Wochen vor meiner letzten Uni-Prüfung. Ich musste operiert werden und war somit gezwungen Therapie-bedingt hier zu bleiben. Man kann sagen das Schicksal hat zugeschlagen. Es war ein massiver Einschnitt in meine Berufs- und damit Lebensplanung, der aber durchaus auch positive Nebeneffekte beinhaltete. Ich musste mir also hier einen Job suchen. In der Wirtschaftskammer war zu jener Zeit eine Stelle im Bereich der Außenwirtschaft ausgeschrieben. Den extern bei einer Personal-Agentur durchgeführten und evaluierten Bewerbungsprozess, habe ich dann als Erst-Gereihter abgeschlossen und wurde eingestellt. Ich bin jetzt 4½ Jahre innerhalb der Wirtschaftskammer tätig, wobei ich mittlerweile den gesamten Außenwirtschaftsbereich inklusive der Internationalen Beziehungen leite. Dieser Bereich wird aufgrund zunehmender Nachfrage und Zufriedenheit der Unternehmen mit der Serviceleistung ständig erweitert. Der Außenwirtschaftsbereich wird nicht nur vom Wirtschaftskammergeld finanziert, sondern bereits zu mehr als 40 % extern.


Welche Leistungen bietet die Außenwirtschaft-Organisation (AWO) der Wirtschaftskammer der österreichischen Wirtschaft?
Höfferer: Jedes Bundesland hat eine eigene Außenwirtschafts-Abteilung wo die Service-Leistung beginnt. Wir bieten somit einen Service der vor Ort arbeitet. Zu unseren Leistungen zählen individuelle Coachings, Export Dokumente, Organisation von Veranstaltungen und Exportförderung. Unser Netzwerk der Außenwirtschaft Österreich erstreckt sich dann von Wien über die ganze Welt und umfasst 116 Stützpunkte weltweit (die sogenannten Außenhandelsstellen). Die Kolleginnen und Kollegen dort sind unsere Experten im Zielmarkt mit denen wir eng zusammenarbeiten bzw. über ein einheitliches CRM-System weltweit verbunden sind. Über so ein umfangreiches Auslands-Netzwerk für Unternehmen verfügt kein anderes Land der Welt. Zu unserem Erfolgsrezept gehört, dass wir über einheitliche Produkte, Systeme und Abläufe verfügen, welche den Workflow erleichtern und das Service für die international tätigen Firmen noch effizienter macht. Durch diese Art der Organisation, garantieren wir als Wirtschaftskammer, weltweit einen raschen Informationsaustausch und Service-Ablauf.


Was genau sind die 3-Schienen Information, Coaching und Events des AWO-Programms?
Höfferer: Bei der Information geht es wie der Begriff schon sagt, um die zur Verfügung Stellung von Informationen für die Unternehmen. Diese sollen es ermöglichen, sich möglichst frühzeitig und individuell an die jeweiligen Firmen im Ausland anzupassen. Beim Coaching geht es darum, die Beratungsfunktion zu übernehmen und den Kunden zu beraten, wo er profitieren kann, um einen Mehrwert zu generieren. Wir veranstalten auch länder- und branchenbezogene Events, um das Chancenpotenzial auszuloten. Diese Art der Leistung ist deshalb von besonderem Vorteil, weil man dadurch näher an den Endkunden herankommen kann. Sie ist speziell auf die Leute zugeschnitten und spricht sie dementsprechend auch an. Um diese finale Qualität sicher zu stellen, wird wie bereits erwähnt, eng mit den jeweiligen Außenhandelsstellen in den Zielmärkten zusammengearbeitet.


Die Welt als Dorf ist ein Thema in unserer globalisierten Gesellschaft geworden. Wie stehen Sie dazu bzw. was verstehen Sie darunter?
Höfferer: Aus der wirtschaftlichen Sicht betrachtet bedeutet dies, die Welt rückt näher zusammen. Wir müssen uns vor Augen halten, dass Länder wie Österreich, ihren Wohlstand der internationalen Vernetzung zu verdanken haben. Unsere Unternehmen tragen durch die Wertschöpfung im internationalen Bereich zu unserem Wohlstand bei. Beim Export geht es darum seine eigenen Stärken im Ausland zu verkaufen. Globalisierung wird durch die neuen Kommunikationsmöglichkeiten erleichtert. Es ist möglich via Internet Konferenzen abzuhalten, als wäre man im selben Raum. Die Entwicklungen im Export sind auf jeden Fall positiv zu betrachten, dies belegen auch die Zahlen. Wir haben in Kärnten einen Exportüberschuss von € 500 Millionen im Jahr. Durch die geografische Positionierung Kärntens im Alpen-Adria Raum, ist es nicht nötig weit ins Ausland zu gehen. Wir haben dorthin die besten Exportmöglichkeiten.


Welche Argumente sprechen für einen Export? Ist es nur für große Unternehmen sinnvoll?
Höfferer: Im Prinzip kann es für jedes Unternehmen positiv sein, nicht nur für große. Die Frage die man sich stellen muss ist die, ob Potenzial vorhanden ist und wenn ja, dann kann Export interessant sein. Ein Irrglaube ist es, dann an Export zu denken, wenn es im Inland nicht läuft. Mit dieser Vorstellung ist man zum Scheitern verurteilt. Man muss sich über sein Potenzial bewusst werden. Deshalb bieten wir in unserem AWO-Programm das Coaching an, um Personen zu informieren und aufzuklären über die Vorteile, Risiken und der sich daraus ergebenden Sinnhaftigkeit eines Exports. Zusätzlich wird die Entscheidung über die Finanzierung und Fundierung im Inland durchgeführt, um einen reibungslosen Export zu ermöglichen. Exportieren beinhaltet immer ein gewisses Risiko, darüber muss sich jeder im Klaren sein. Durch unsere Aufklärungsarbeit versuchen wir dieses jedoch so gering wie möglich zu halten.


Also ist Export doch ein riskantes Geschäft?
Höfferer: Wichtig ist bei allem was man tut, Step by Step vorzugehen. Oft ist es ratsam, zuerst einmal ein anderes Bundesland auszuprobieren, bevor man gleich ins Ausland geht. Ich finde es wichtig sich mit seinem Unternehmen nicht zu sehr von globalen Einflüssen abhängig zu machen. Es soll ein Zusatznutzen für die Unternehmen sein. Beim Export ist es wichtig langfristig zu planen. Dies bedeutet Exportziele zu definieren und vor allem auch Beziehungen aufzubauen. Ich möchte auf jeden Fall betonen, dass Export etwas für Mutige ist. Deshalb ist der Leitslogan unserer Abteilung auch „Mut zum Export“. Man muss bedenken, dass für jeden Exporteur eine Menge dranhängt sein Unternehmen erfolgreich im Ausland zu positionieren. Der Beitritt zur EU hat dazu beigetragen, dass sich die Anzahl der exportierenden Unternehmen quasi verdoppelt hat. Exportgeschäfte beinhalten immer ein Restrisiko. Deshalb ist es auch essentiell sich genau zu informieren, denn dadurch lässt sich schon viel ausschließen. Ein Beispiel ist sich gute Verträge zu verschaffen und das schon vorab im Inland. Natürlich gibt es keine Garantie für Erfolg.


Wie sehen Sie die Entwicklungen der neuen Informationstechnologien für den Bereich des Exports?
Höfferer: Ich finde die neuen Informationstechnologien sind ein weiterer positiver Fortschritt unserer Zeit, da sie die Kommunikation um ein vielfaches erleichtern. In diesem Zusammenhang darf aber nicht unterschätzt werden, was sie nicht ersetzen können, nämlich den persönlichen Kontakt zu den Unternehmen. Langfristige Beziehungen leben von persönlichen Gesprächen. Es kann auch gefährlich sein, wenn man den Medien auf der Informationsebene zu sehr vertraut. Es ist ein Irrglauben, dass die Geschäfte übers Internet gleich funktionieren, wie die persönlichen Geschäfte. So macht es einen großen Unterschied, ob man sich persönlich im Geschäft über die vorhandenen Produkte ein Bild macht, oder nur den Beschreibungen aus dem Internet vertraut. Auch hierbei helfen wir unseren Kunden gerne weiter, indem wir überprüfen, ob die Informationen valide sind oder nicht. Die neuen Informationstechnologien ermöglichen es auf jeden Fall bei Auslandsreisen immer besser und effizienter mit Mitarbeitern und Kunden zu Hause in Kontakt zu bleiben und minimieren lange Aufarbeitungen nach einer Geschäftsreise.


Bleibt bei Ihrer beruflichen Tätigkeit überhaupt noch Zeit für ein Privatleben?
Höfferer: Natürlich ist für meine Art von Lebensstil eine Partnerschaft notwendig, in der der andere Partner Toleranz besitzt und sich dementsprechend mit meinem Beruf arrangieren kann. In meinem Fall ist das Gute, dass meine Partnerin einer ähnlichen Arbeit nachgeht. Außerdem sind die körperlichen und mentalen Belastungen, die diese berufliche Tätigkeit mit sich bringt, in meinem Alter noch sehr gut durchzuhalten. Der wichtigste Faktor aber ist, dass es mir sehr viel Spaß macht. Natürlich gibt es positive wie negative Seiten, wie das in jedem Beruf der Fall ist. Ein negativer Faktor ist die extreme körperliche Belastung. Was ich auch bedauere ist die Tatsache, dass es mir trotz meiner vielen Auslandsaufenthalte versagt bleibt, das Land und seine Kultur wirklich tiefer kennen zu lernen. Das versuch ich dann in meiner Freizeit nachzuholen. Das schönste aber ist, das nach Hause kommen nach einem dienstlichen Aufenthalt, denn Zuhause kann ich mich am besten erholen.


Wie stehen Sie zum Begriff Heimat?
Höfferer: Für mich ist Heimat etwas ganz wichtiges. Sie ist es, die einen prägt. Ich brauche auch das Gefühl mich irgendwo verwurzelt zu fühlen. Meine Heimat ermöglicht es mir wieder Kraft zu schöpfen. Heimat ist ein Begriff der schon vielfach interpretiert und definiert wurde. Für mich ist es neben der heimatlichen Verbundenheit auch wichtig, offen für anderes zu sein. Das bedeutet nicht mit Vorurteilen behaftet, an eine neue Mentalität heranzugehen. Man soll sich auf die Sprache und die Kultur des jeweiligen Landes einlassen. Hierbei ist Offenheit essentiell. In diesem Zusammenhang möchte ich auch erwähnen, dass wir einen Verein gegründet haben „Kärnten Grenzenlos“. Mit diesem Verein verfolgen wir genau diese Richtung. Wir wollen den Jugendlichen auch zeigen, welche tollen Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten Kärnten bietet, um dem zahlreichen Auswandern entgegen zu wirken. Zu diesem Zweck haben wir einen Wettbewerb ausgeschrieben, mit dem Ziel, Ideen zu entwickeln für ein erfolgreiches Kärnten, in der Zusammenarbeit mit seinen Nachbarn. Dies wird von zahlreichen Großbetrieben unterstützt.


Ist für Sie Auswandern immer noch ein Thema?
Höfferer: Ich bin offen für alles, aber im Moment passt es mir wie es ist. Dies kann sich aber noch ändern. Mir gefällt Kärnten sehr gut und durch meine berufliche Tätigkeit, bin ich sowieso viel im Ausland unterwegs. Ich bin ein weltoffener Mensch, bin aber trotzdem auch gerne daheim. Das heißt ich brauche das Gefühl irgendwo zu Hause zu sein. Mir liegt Kärnten sehr am Herzen. Wir haben uns auch deshalb dafür entschieden diesen Wettbewerb auszuschreiben, weil wir den Wirtschaftsstandort Kärnten unterstützen wollen. Es geht uns darum, unser Bundesland weiterzuentwickeln und die Jugend dafür zu motivieren. Internationalisierung ist deshalb so wichtig, weil wir alle den Lebensstandard beibehalten möchten, den wir jetzt haben. Uns muss bewusst werden, dass es an uns liegt, dies zu realisieren. Die Jugend ist hierfür ein entscheidender Faktor, denn sie ist die Zukunft.


Wie wichtig ist es für Sie eine gute Ausbildung zu haben, um beruflich erfolgreich zu sein?
Höfferer: Ausbildung ist die Grundlage für alles. Um seinen Horizont zu erweitern ist es auf jeden Fall notwendig, sich zusätzliche Qualifikationen anzueignen. Für mich aber ist es entscheidend, dass die Art der Ausbildung dem Interesse der Leute entspricht, damit sie motiviert sind, sich zu engagieren. Sonst macht für mich Ausbildung keinen Sinn. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass sich jeder Einzelne darüber klar wird, was er wirklich will. Es muss einem Spaß machen, denn dann strengt man sich gerne an und ist auch gewillt sein volles Leistungspotenzial abzurufen. Meiner Meinung nach ist Ausbildung eine Art Hohlschuld. Bildung funktioniert nicht mit der Einstellung, nichts dafür tun zu wollen. Es ist wichtig, dass man versteht, dass Ausbildung nichts Selbstverständliches ist. Wenn man selbst einen Beitrag zu seiner Bildung leisten muss, sind auch die Motivation und das Engagement größer. Wir sollten weg von der Einstellung kommen, sich nur auf Mutter Staat zu verlassen. In anderen Ländern wird Ausbildung als hohes Gut betrachtet, in das jeder selbst investieren muss. Damit wird der Eigenantrieb gefördert. Wenn ich selbst in etwas investiere ist dies auch gleichzeitig mit einem Ansporn verbunden, einen Ertrag daraus erzielen zu wollen.


Wie standen Ihre Eltern zum Thema Bildung?
Höfferer: Ich habe das österreichische Schulsystem durchlaufen, wobei ich nicht das Gymnasium, sondern die Hauptschule besucht habe. Meine Eltern haben eine Landwirtschaft. Ich durfte immer selbst entscheiden, was ich machen wollte. Meine Eltern haben mich bei meinen Auslandsaufenthalten immer unterstützt. Damit meine ich weniger finanzielle Unterstützung (ich habe mir meine Auslandsaufenthalte und das Studium immer selber finanziert), sie haben mich auch dazu motiviert und mir das Vertrauen geschenkt, dass ich das auf jeden Fall schaffe.

Wo finden Sie Ihren Ausgleich?
Höfferer: Meine Partnerschaft bietet mir zum Glück die Möglichkeit, mich vom Alltagsstress zu erholen. Einen weiteren Ausgleich finde ich durch die Verwurzelung mit meiner Heimat. Ich besuche immer wieder gerne mein Heimatdorf und nehme an Landjugendfesten teil, um den Kontakt mit den Menschen vor Ort, nicht zu verlieren. Ich möchte das Gespür für die Leute beibehalten und wissen was sie bewegt. Aktivität ist ein weiterer Faktor, den ich als Ausgleich brauche. Ich spiele immer noch Fußball, bin am See oder gehe in den Bergen wandern oder Schifahren.


War der Profi-Fußball nie eine Berufsoption?
Höfferer: Um ehrlich zu sein, habe ich dafür nicht gut genug gespielt. Ich bin zwar ein guter Fußballspieler, aber für den Profi-Sport braucht es mehr. Sonst wäre es auf jeden Fall eine Option gewesen. Was bei einer beruflichen Tätigkeit als Profisportler immer mit einkalkuliert werden muss, ist das Verletzungsrisiko und damit ein vorzeitiges berufliches Ende. Dies bleibt mir bei meiner jetzigen beruflichen Tätigkeit zum Glück erspart.


Was würden Sie gerne noch in Ihrem Leben erreichen?
Höfferer: Ich möchte gerne Familie und Kinder haben und ihnen eine Heimat verbundene und weltoffene Erziehung mitgeben. Das ist ein großes Anliegen. Ein weiterer Punkt, der mir am Herzen liegt, ist noch mehr von der Welt kennen zu lernen. In diesem Zusammenhang möchte ich auch einen Wunsch für meine Heimat äußern und zwar das wirtschaftliche Level und damit den Lebensstandard den wir haben, nachhaltig zu behalten. Ich bin auch ein Mensch der gerne lernt und für den das Lernen nie aufhört. Deshalb ist es mir wichtig, nicht auf meinem Status Quo zu beharren, sondern ständig dazu zu lernen und zwar auch in Bereichen, von denen ich keine Ahnung habe.


Warum ist die Auseinandersetzung mit fremden Kulturen für Sie so wichtig?
Höfferer: Ich fühle mich verwurzelt hier, bin aber dennoch auch verbunden mit der restlichen Welt. Deshalb ist das kennen lernen neuer Kulturkreise auch so wichtig. Man lernt dadurch die Welt und die Mentalitäten der einzelnen Gesellschaften besser zu verstehen. Dabei fordere ich auch eine Flexibilität in der Einstellung. Das heißt jeder sollte gewillt sein, seine Meinung zu überdenken und sich nicht von stereotypen Vorurteilen leiten zu lassen. Man muss offen in die Welt hinausgehen. Wir haben gute Leute in Kärnten. Das Problem ist oftmals, dass wir durch unseren Wohlstand zu gesättigt sind und uns zu sehr auf das Schlechte konzentrieren. Durch die Auseinandersetzung mit Anderen wird einem erst wieder bewusst wie gut es uns geht und damit wird dann auch der Wunsch gepflegt dieses beizubehalten.


Nach oben Link zu diesem Artikel Geschrieben von: Christina Krug Fotografiert von: Klaus Kropf Samstag, 24. Dezember 2011 Copyright, Vervielfältigung und Veröffentlichung nur mit Zustimmung!

 
 
 
 
 
 
Im Gespräch mit  Angelika Mandl

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. DruckenE-Mail

Im Gespräch mit Angelika Mandl

„Mir persönlich hat die Entwicklung im ästhetischen Bereich der Medizin nicht gefallen.
 
Deshalb habe ich bewusst eine eigene Richtung gewählt“. Wie ihr Zugang zur ästhetischen Medizin aussieht und was Frau Dr. Angelika Mandl am Herzen liegt soll im folgenden Interview näher erörtert werden...
 


Dr. Angelika Mandl ist Fachärztin für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie.
Ihr Studium absolvierte sie in Graz. Ab 1980 war Dr. Mandl am Landeskrankenhaus in Klagenfurt angestellt, wo sie anfangs auf der Kinderchirurgie arbeitete. Nach dem Titel des Facharztes für Allgemeine Chirurgie kam sie über die Mikrochirurgie zur Plastischen Chirurgie, die sie mit einem zweiten Facharzttitel abschloss. Auf der Abteilung für Plastische Chirurgie arbeitete sie als Oberärztin. Daneben führte sie bereits ihre Privatordination in Klagenfurt, der sie sich heute ausschließlich widmet.


 

Wer bin ich….
Ein guter Morgen beginnt für mich in den warmen Monaten mit Schwimmen. Sonst liebe ich es, am Morgen in Ruhe meine Zeitung zu lesen und zu frühstücken.
 
Am besten entspannen kann ich mich beim Ausleben meiner privaten Interessen wie dem Arbeiten mit Keramik, im Chor singen oder einfach nur Musik genießen, Golf spielen und natürlich mit meine Familie.
 
Erholung bringt mir das Reisen, da ich nur im Urlaub richtig abschalten kann. Der Arztberuf bringt es mit sich, dass man sich ständig Gedanken über seine Patienten macht.
 
Es freut mich, wenn meine Familie gesund ist und wenn meine Patienten die Ordination zufrieden verlassen.

 
 
Warum haben sie sich für den Beruf als Ärztin entschieden?
Mandl: Für mich steht ganz eindeutig das Helfen im Vordergrund. Die Plastische Chirurgie ist für mich deshalb so spannend, weil sie sehr breitfächrig ist. So gibt es beispielsweise Wiederherstellungschirurgie, Mikrochirurgie, Handchirurgie, Verbrennungschirurgie, Transplantationschirurgie, die je nach Richtung Menschenleben retten bzw. deren Lebenssituation verbessern kann.
 
Wie sind sie zum ästhetischen Bereich gekommen?
Mandl: Mir persönlich hat die Entwicklung im ästhetischen Bereich der Medizin nicht gefal-len. Deshalb habe ich bewusst eine eigene Richtung gewählt. Außerdem umfasst meine beruf-liche Tätigkeit im ästhetischen Bereich nur etwa die Hälfte meiner gesamten Behandlungen. In meiner Arbeit als plastische Chirurgin widme ich mich auch anderen Themen, wie bei-spielsweise dem Entfernen von Tumoren im Weichteilbereich, der Lidchirurgie, der Handchirurgie, der Entfernung von Krampfadern usw. Ein Schwerpunkt meiner Tätigkeit ist auch die Laserchirurgie. Ich verfüge unter anderem über ein Kombinations-Lasersystem, das höchst selten ist.

 
Was genau hat sie an der Entwicklung im ästhetischen Bereich gestört?
Mandl: Besonders gestört hat mich, dass die ästhetische Chirurgie, insbesondere durch die mediale Präsenz, in die Ecke des Schönheitswahns gedrängt wurde. Das hat aber mit der praktizierten ästhetischen Chirurgie wenig zu tun. Mir liegt es besonders am Herzen, dass man Patienten die sich einem ästhetischen Eingriff unterziehen, nicht ins Aus stellt. Leider wird oft jemandem, der sich einer ästhetischen Behandlung unterzieht, ein psychischer Defekt unterstellt. Das entspricht aber nicht der Realität. Ich möchte wissen, was hinter dem Problem liegt. Für mich sind die Menschen, die meine Ordination besuchen immer Patienten und nie Klienten. Es ist für mich unerlässlich nicht nur das Problem, sondern den Patienten als gesamten Menschen zu betrachten. Als Plastische Chirurgin empfinde ich es als persönliches Anliegen, dass das Ergebnis einer ästhetischen Behandlung nicht als solche ersichtlich ist. Ein Ein-griff kann den harmonischen Gesamteindruck verbessern und dem Patienten dazu verhelfen, sein Selbstwertgefühl zu stärken. Besonders wichtig ist mir das ausführliche Gespräch mit dem Patienten. Hierbei geht es darum, den Patienten möglichst umfangreich über Erfolg und mögliche Risiken aufzuklären. Diesen Standpunkt vertrete ich auch als Mitglied in der Ethikkommission.

 
Wie kann ich erkennen, ob es sich um einen qualifizierten Arzt handelt?
Mandl: Das Problem ist, dass in Österreich der Begriff der Schönheitschirurgie frei verwendet werden darf. Deshalb gibt es auch viele selbst ernannte Schönheitschirurgen. Sie haben zwar eine medizinische Ausbildung, ihnen fehlt aber oft die nötige Erfahrung im plastischchirurgischen Bereich.
 
Warum unterziehen sich ihrer Meinung nach viele Patienten einem ästhetischen Eingriff im Ausland?
Mandl: Der Glaube an die Kostenersparnis ist bestimmt für viele Patienten ein Grund, eine Behandlung im Ausland machen zu lassen. Natürlich sind die Kosten für einen Eingriff relativ hoch. Man muss aber beachten was alles im Preis inkludiert ist. Die Ausbildung macht einen Teil der Kosten aus, aber auch die Operation selbst. Klinikaufenthalt, Team, Anästhesie, Implantate usw. müssen mitkalkuliert werden. Ein entscheidender Bereich, der im Zusammenhang mit chirurgischen Eingriffen nicht vergessen werden darf, ist die medizinische Nachbehandlung. Diese kann im Ausland aufgrund der Distanz zwischen Patient und Arzt nicht die gleiche Qualität haben. Die Nachbehandlung und der Kontakt mit dem Arzt sind aber entscheidend für die Genesung des Patienten. Nebenwirkungen können immer auftreten. Deshalb ist es wichtig, den Patienten bereits im Beratungsgespräch darüber aufzuklären.


 
Wann würden sie einen Patienten ablehnen?
Mandl: Ich operiere niemanden, der sich nicht ganz sicher ist. Besonders der Bereich des Verstehens mit dem Patienten ist für mich essentiell. Operieren kann man erlernen, das zwischenmenschliche Gefühl bekommt man durch Erfahrung. Wenn es zwischen mir und dem Patienten nicht stimmig ist, käme für mich eine Behandlung nicht in Frage. Natürlich kommt es auch vor, dass mich ein Patient ablehnt. Ein weiterer Grund für mich, keine Behandlung durchzuführen wäre es, wenn der Wunsch des Patienten und die Realität nicht übereinstimmen. Ein zu hohes medizinisches Risiko für den Patienten, wäre auch ein Ablehnungsgrund. Es gibt auch Richtlinien an die man sich als plastischer und ästhetischer Chirurg zu halten hat wie beispielsweise keine Kinder und Jugendlichen ohne Notwendigkeit zu operieren.

Kontakadresse:

Privatordination  Dr. Angelika Mandl
  • Plastische Chirurgie
  • Aesthetische Chirurgie
  • Rekonstruktive Chirurgie

A-9020 Klagenfurt

Kreuzwirtgasse 20

Tel +43(0)463-47728
Fax + 43(0)463-41492
mandl.klagenfurt@aon.at

Angeboten werden:


  • Körper- und Gesichtsformung
  • Skinresurfacing
  • Falten- und Narbenglättung
  • Laserbehandlung von Hautproblemen
  • Venenchirurgie
  • Handchirurgie
  • Facelift
  • Lidkorrekturen
  • Ohrenkorrektur
  • Nasenkorrektur
  • Brustverkleinerung
  • Bruststraffung
  • Brustvergrösserung,
  • Bauchdeckenkorrektur
  • Mesotherapie,
  • Peelings
  • Behandlung mit Fruchtsäure
  • BotulinumtoxinA (Botox, Dysport)
  • Falten-Unterspritzung mit Hyaluronsäure und neuesten Produkten (Novabel, etc.)
13062010
 

Nach oben Link zu diesem Artikel Geschrieben von: Christina Krug Montag, 05. Dezember 2011 Copyright, Vervielfältigung und Veröffentlichung nur mit Zustimmung!

 
 
 
 
 
 
Im Gespräch mit Arno Wiedergut

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. DruckenE-Mail

Im Gespräch mit Arno Wiedergut

„Ich habe sowohl privat als auch beruflich stets versucht, den Menschen in seiner Ganzheit zu betrachten. Es ist nämlich niemand zu 100 Prozent gut oder schlecht.“

Genau diese Art des Umgangs mit Menschen hat Arno Wiedergut zu einer der schillerndsten Persönlichkeiten in der Kärntner Medienlandschaft gemacht...
 

Der am 5. 5. 1954 in Villach geborene Arno Wiedergut
liebte es schon während seiner Schulzeit zu schreiben. Er besuchte die Gymnasien in Lienz und Villach, wo er einen landesweiten Redewettbewerb gewann. Nach der Matura studierte Wiedergut Publizistik und Geschichte in Wien, nebenbei arbeitete er bei der Tageszeitung „Die Presse“ in der Wirtschaftsredaktion. Zur APA kam er 1980 und war vorerst mit der Gestaltung des ORF-Teletextes, der damals noch von der APA produziert wurde, betraut. Danach war er sieben Jahre außenpolitischer Redakteur, ehe er von 1988 bis 2008 als Chef der Kärntner APA fungierte. Heute ist Wiedergut, verheiratet und Vater eines Sohnes, unter anderem Berater des Landes Kärnten, der Stadt Klagenfurt und Autor.


 
 
 
Das schönste an meinem Beruf sind die Vielfalt und der Kontakt mit den Menschen.
 
Lebensmotto: offen, freundlich und ehrlich durch die Welt gehen.


 
Wie sind Sie zum Journalismus gekommen?
Wiedergut: Mein Vater war Fotograf und so hatte ich immer schon einen Bezug zu Medien. Auch ich wollte Fotograf werden und das Schreiben lieber nebenbei betreiben. Publizistik studiert habe ich dann hauptsächlich, weil mich mein ehemaliger Schuldirektor faktisch dazu gezwungen hat. Die Prüfungen habe ich alle gemacht, die Doktorarbeit leider auf den St. Nimmerleinstag verschoben.
 
Sie waren 20 Jahre an der Spitze der APA Kärnten. Wie schafft man es, so lange eine solche Position zu halten?
Wiedergut: Das Wichtigste ist, dass man gute und korrekte Arbeit leistet. Das Menschliche darf dabei aber nicht aus den Augen verloren werden. Ehrlichkeit und Handschlagqualität sollten ganz oben stehen.
 
Wollten Sie schon immer hoch hinaus?
Wiedergut: Ich bin nicht der Typ, der eine Sache verbissen verfolgt. Vieles in meinem Leben hat sich einfach so ergeben. Das hängt vielleicht damit zusammen, dass ich die Dinge gerne locker angehe. Wenn ich mich aber einer Sache widme, dann tue ich das mit vollem Einsatz. In meinem Job war und ist das Ergebnis wichtig – und darauf kommt es an.

http://www.paparazzi1.net/cache/images/stories/398-wiedergut_telesk_dsc_1843.jpg
Arno Wiedergut mit seinem Schulfreund Ali „Der Apotheker“ Telesko
 
Vielfach impliziert man mit dem journalistischen Beruf das Wort Stress. Wie sind Sie persönlich mit Stress umgegangen?
Wiedergut: Wenn man jung ist, hält man stressreiche Phasen sowieso locker aus. Für mich persönlich war Stress nie ein Problem. Ich glaube, wenn man sich mit seinem Beruf identifiziert, fällt es einem leicht hart zu arbeiten. Mir war es immer ein Anliegen Agentur-Journalismus mit Qualität zu betreiben. Hierbei zählen Werte wie wahrheitsgetreues, aber auch rasches Berichterstatten. Ich war auch immer stolz, wenn ich eine „Exklusivstory“ bekommen habe. Natürlich bedeutet das auch rund um die Uhr im Einsatz zu sein. Da kann es schon passieren, dass um 23 Uhr das Handy klingelt und jemand eine Story für dich hat.
 
 
Also ist der journalistische Beruf ein 24-Stunden-Job?
Wiedergut: Für mich ist und bleibt es ein Traumberuf. Wenn ich zum Beispiel an Schwerarbeiter denke oder an Mitmenschen, die Tag für Tag im Büro sitzen müssen, so schätze ich im Journalismus die Möglichkeit, weitgehend frei und selbstständig zu arbeiten. Übrigens ist man als Journalist nicht ständig im Stress, es gibt ja auch ruhigere Tage.
 
Sie sind seit vielen Jahren im Medienbereich tätig. Was hat sich verändert?
Wiedergut: Eine journalistische Recherche ohne die Verwendung von Suchprogrammen wie Google ist heute kaum mehr vorstellbar. Negativ ist jedoch der Umstand, dass Informationen oft ungeprüft gedruckt werden. Es werden Gerüchte in die Welt gesetzt, die als Fakten verkauft werden. Der zur Überprüfung von Informationen unerlässliche persönliche Kontakt  findet immer seltener statt. Früher galt etwa bei der APA das Prinzip „Keine Zeile ohne Quelle“. Dies wird in der medialen Berichterstattung heutzutage viel zu wenig berücksichtigt. Diese Tendenz zur Schnelllebigkeit und Oberflächlichkeit gibt es aber nicht nur bei den Medien, sie ist ein gesellschaftliches Phänomen.
 
Was missfällt Ihnen besonders im heutigen Journalismus?
Wiedergut: Vor allem der Mangel an Sorgfalt. Immer mehr Journalisten vernachlässigen die objektive Berichterstattung und lassen auch in Berichte – und nicht nur in Kommentare - persönliche Meinungen einfließen. Diese Todsünde für den objektiven Journalismus hat in der politischen Berichterstattung ihren Anfang genommen. Hierbei wird der Journalist von seiner eigenen politischen Einstellung geleitet, anstatt  objektiv zu berichten und seiner persönlichen Meinung ausschließlich in einer Kommentarspalte Ausdruck zu verleihen.
 
Was war Ihnen im Umgang mit Menschen, über die Sie berichtet haben, wichtig?
Wiedergut: Ich halte nichts davon, die persönlichen Befindlichkeiten, die man in Bezug auf eine Person hat, in den Mittelpunkt der Berichterstattung zu stellen. Man muss als Journalist in der Lage sein, die Objektivität beizubehalten, auch wenn man emotional angesprochen wird. Für mich war es immer wichtig den Menschen in seiner Ganzheit zu betrachten. Das bedeutet, niemand ist zu 100 Prozent gut oder schlecht.

 
Was sollte jeder Berichterstatter berücksichtigen?
Wiedergut: Das ist vor allem der journalistische Grundsatz „audiatur et altera pars“, was soviel bedeutet wie beide Seiten zu hören. Wenn jemand gegenüber einer anderen Person einen Vorwurf erhebt oder ein Gerücht streut, muss der solcherart Inkriminierte unbedingt auch gehört werden! Leider ist dieses Prinzip vielen Medienleuten abhanden gekommen. Oft ist eine gute Story nämlich keine mehr, wenn man beide Seiten gehört hat.
 
Vor neun Jahren hatten Sie eine Operation, bei der Ihnen der Kehlkopf entfernt werden musste. Welche Auswirkung hatte dieser Eingriff auf Ihr Leben?
Wiedergut: Meine Stimme war mein Instrument - und es wurde mir „geraubt“. Dennoch war für mich der Ruhestand nie eine Option. In dieser schweren Zeit hatte ich zum Glück Menschen, die für mich da waren. Meine Familie hat mich in vielerlei Hinsicht gestärkt. Es gibt aber noch eine Person, die ich in diesem Zusammenhang erwähnen möchte, weil sie mich dabei unterstützte, wieder in meinen Beruf zurückzukehren: Jörg Haider wollte, dass ich mit ihm das erste Interview führe, sobald ich wieder sprechen gelernt hätte. Und so war es dann auch. Heute lebe ich mit meiner Behinderung im wesentlichen wie früher.
 
Wie haben Sie es geschafft, trotz Ihres Erfolges bodenständig zu bleiben?
Wiedergut: Hauptsächlich habe ich diese Einstellung meinem Vater zu verdanken. Er hat mir beigebracht, jedem Menschen auf die gleiche Art und Weise gegenüberzutreten. Es sollte nie entscheidend sein, welche Herkunft oder welchen Beruf die jeweilige Person hat - der Mensch zählt.



Fotograf
: Klaus-Ingomar Kropf
26.06.2010

Nach oben Link zu diesem Artikel Geschrieben von: Christina Krug Fotografiert von: KK = Klaus Kropf Montag, 05. Dezember 2011 Copyright, Vervielfältigung und Veröffentlichung nur mit Zustimmung!

 
 
 
 
 
 

Seite 1 von 4