Login

 
 
 
 

Events

Juli 
Juni
Mai
 
Im Gespräch mit Tono Hönigmann

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. DruckenE-Mail

Im Gespräch mit Tono Hönigmann

„Wenn du nicht Erster werden willst, wirst du auch nicht Dritter“, sagt Dr. Tono Hönigmann, eine Institution im Sportjournalismus. Und: „Im Sport lernst du zu verlieren – das ist Lebenskunde.“
 

DSC_2670.jpg_tono_hoenigmann_ORF_wiedergut

Tono Hönigmann wurde am 11. November 1960 in Klagenfurt geboren. Schon als Kind stand für ihn fest, einmal Sportreporter zu werden, was er 1979 unter ORF-Landessportchef Willy Haslitzer auch umsetzte. Er war bei nahezu allen großen Veranstaltungen „zu Hause“, darunter in den Tennis-Mekkas Wimbledon und Paris, den bekanntesten Skirennen, bei Segelwettbewerben, Judowettkämpfen, Radrennen, der Formel I, Leichtathletik-Events und natürlich bei Fußball- und Eishockeyspielen.

DSC_2757.jpg_tono_hoenigmann_ORF_wiedergut

In den 1990er Jahren arbeitete Dr. Tono Hönigmann neben dem ORF für 3sat, eine Zeitlang auch für das ZDF-Fernsehen. Er berichtete von insgesamt neun Olympischen Spielen, sechs Fußball- und 16 Eishockey-Weltmeisterschaften sowie neun Mal von der Nordischen WM. Dazu kamen bemerkenswerte Berichte vom Ironman auf Hawaii oder der Super Bowl. Seit 1995 ist Tono Hönigmann Sportchef des ORF Kärnten

Tono, an Deinem Geburtstag wird der Fasching geweckt.
Ja, das hat offenbar etwas mit meiner Lebenseinstellung zu tun: Ich bin eine Frohnatur.

DSC_2636.jpg_tono_hoenigmann_ORF_wiedergut

Wie hast Du es so schnell zu Deinem Traumjob geschafft?
Da war ich wirklich noch jung. Kurz nach der Matura hatte ich das Glück, Edi Finger senior bei seinem Kärnten-Urlaub kennen zu lernen. Er war erstaunt, was ich damals schon alles über den Sport wusste und hat mich dann dem neuen ORF-Sportchef Willy Haslitzer ans Herz gelegt.

Deine Eltern waren sportbegeistert?
Sie waren Schuldirektoren und wollten natürlich, dass ich zuerst ein Studium abschließe, bevor ich mich dem Job eines Sportreportes widme. Zum Glück hat beides geklappt: Ich habe neben meinem Traumberuf auch noch studiert.

DSC_2715.jpg_tono_hoenigmann_ORF_wiedergut

Hast Du einen so genannten Mentor?
Ich habe zwei. Zuerst eben der legendäre Edi Finger senior. Mit Willy Haslitzer hat sich dann eine wunderbare Zusammenarbeit und Freundschaft entwickelt.

Freundschaft unter Journalisten, gibt es das überhaupt?
Ganz selten. Es kommt auf die gegenseitige Wertschätzung an. Dass sich Journalisten selten gegenseitig loben, ist völlig normal, es dürfte wohl mit einem gewissen Konkurrenzdenken zu tun haben. Bei Willy war das aber nicht der Fall. Übrigens finde ich es schön über Berufserfahrungen zu plaudern – und zwar ehrlich und ohne Neid.

DSC_2698.jpg_tono_hoenigmann_ORF_wiedergut

Was zeichnet einen guten Sportreporter aus?
In erster Linie eine umfassende Allgemeinbildung, und damit meine ich nicht den Sport alleine. Da geht es um weit mehr, angefangen von der Aussprache der Länder- und Städtenamen, über die Geschichte des jeweiligen Veranstalterlandes bis hin zur aktuellen politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und natürlich sportlichen Situation. Dies alles in seinen Kommentar einzubauen macht einen guten Sportreporter aus.

Und wie schafft man das?
Eine solide schulische Ausbildung muss man wohl haben. Dazu  sollte die Neugierde kommen, aber das unterscheidet einen Sportjournalisten sicher nicht von einem Kollegen in anderen Bereichen, wie im Politik- oder Wirtschaftsressort. Es geht darum: Was willst du wissen, wie fragst du danach, und wie setzt du das um, sprich, wie bringst es deinen Lesern, Hörern oder Sehern nahe?

DSC_2905.jpg_tono_hoenigmann_ORF_wiedergut

Wie waren Deine ersten Jahre beim ORF Kärnten?
Willy Haslitzer hat mir alles beigebracht und mich schon bald ins kalte Wasser geworfen. Dann haben wir das „Kärntner Eishockey-Magazin“ erfunden, das 2011 sein 30-jähriges Jubiläum feiern wird. Ich habe immer mit Nachdruck erklärt, dass wir Reporter dort sein müssen, wo unsere Kärntner Spitzensportler sind – und zwar überall im Sommer und Winter. Das hat es vorher im österreichischen Radio nicht gegeben, und das hat die ORF-Chefs in Wien auf mich aufmerksam gemacht.

Und das Studium?
Ich habe in Klagenfurt neben meiner ORF-Tätigkeit französisch, spanisch und Medienkommunikation studiert.

DSC_2826.jpg_tono_hoenigmann_ORF_wiedergut

Du bist in deinem Job viel unterwegs, wie kannst Du Dich verständigen?
Sprachen waren immer eine Faszination für mich, und natürlich die dazugehörenden Länder. Und das deckt sich wiederum mit dem Sport: Spanisch war und ist meine Lieblingssprache, weil das Spanische die Fußballsprache Nummer 1 ist. Dann kommen italienisch, englisch und französisch dazu. Apropos viel unterwegs: Es waren manchmal sechs Monate und mehr in einem Jahr.

Du bist einer der bekanntesten Sportreporter – gibt es andere Interessen?
Jeder hat Interessen abseits seines Berufes. Ich hatte das Glück, neben Sportreportagen auch Kulturberichte für den ORF zu machen. Ich bin auch sehr glücklich, wenn Menschen im ORF meine Reiseberichte mögen. Auch privat sind Kultur, Sport und Reisen mein Leben.

DSC_2554.jpg_tono_hoenigmann_ORF_wiedergut

Und welche Art der Kultur?
Kultur ist ebenso weit gestreut wie der Sport: Ob man von einem Michelangelo redet oder der Bauweise romanischer  Kirchen. Die meisten Kulturschaffenden haben auch eine Beziehung zum Sport. Wenn du im Theater anfängst über Sport zu reden, dann hast du ein zweites Thema neben der aktuellen Aufführung.

Was sagst Du zum angeblichen Dopingfall Graf?
Es ist doch etwas auffällig, dass man sich in der Leichtathletik ein kleines Land wie Österreich aussucht – mit jemandem, der schon lange nicht mehr aktiv ist. Man hat Steffi Graf, die jahrelang inmitten der Weltspitze Leichtathletikgeschichte geschrieben hat, in ihrer Karriere nie einen positiven Test nachweisen können, Apropos: Ihre größte Konkurrentin Maria Mutola wurde bis heute nie geprüft, ebenso wenig wie bekannte Größen aus den USA und Kanada.

DSC_2645.jpg_tono_hoenigmann_ORF_wiedergut

Namen?
Die kanadischen Eishockeyspieler wurden nie in Bezug auf Doping gecheckt. Da hat es in Turin 2006 offenbar ein Abkommen mit dem IOC gegeben. Jedenfalls ist es sehr sonderbar, dass man sich heute an einer  Steffi Graf, die ein Segen für Österreichs Sportgeschichte gewesen ist, in Sachen angeblicher Sauberkeit im Sport reibt.

Was läuft falsch im Sport?
Im Großen und Ganzen eigentlich nichts. Sport ist heute neben der Rüstungsindustrie und dem Börsengeschäft einer der größten Weltwirtschaftszweige. Millionen von Menschen sind davon abhängig. Sport bewegt. Es gibt so gut wie keinen Menschen, der nicht irgendeine Art des Sportes persönlich lebt oder zumindest daran Anteil nimmt.

DSC_2881.jpg_tono_hoenigmann_ORF_wiedergut

Wer sind die größten Sportler für Dich?
In Österreich gibt es vier: Toni Sailer, Karl Schranz, Franz Klammer und Hermann Maier.

Das sind alles Wintersportler?
Ja, wir haben aber auch sehr viele prominente Sportler in der wärmeren Jahreszeit, wie Leichtathleten, Segler oder Fußball-Größen wie Hans Krankl. Aber es ist nun einmal so: Die „Legenden“ haben wir im Wintersport.

Der Fußball in Österreich?
Wir sind kein Fußball-Land! Das gilt aber nicht nur für einzelne Bundesländer, sondern für ganz Österreich. Allerdings haben wir alle rund 20 Jahre eine gute Mannschaft: 1954 WM-Dritter, 1978 den legendären Argentinien-Sieg über Deutschland und 1998 das souveräne Auftreten bei der WM in Frankreich. Es fehlen bei uns zumeist aber charismatische Persönlichkeiten, sowohl im Spieler-  als auch im Trainerbereich.

DSC_2661.jpg_tono_hoenigmann_ORF_wiedergut

Und in Kärnten?
Auch wir haben offenbar nur alle 20 Jahre eine gute Mannschaft. Das war in den 1960er Jahren, dann wieder in den 1980er Jahren unter Walter Ludescher und zuletzt um das Jahr 2000. Was dann mit dem SK Austria Kärnten gekommen ist, war künstlich.

Resumee?
Kärnten ist leider kein typisches Fußball-Land, es ist ein Eishockey-Land. Und dem müssen wir Rechnung tragen. Der KAC als österreichischer Rekordmeister braucht wirklich eine neue Halle. Und da ist es egal, wo diese steht. Es geht nur darum, dem Verein eine Möglichkeit zu bieten, konkurrenzfähig zu bleiben. Die Halle benötigt 7.500 Plätze, um den 4.000 Abonnenten und den Werbeträgern gerecht zu werden.

DSC_2733.jpg_tono_hoenigmann_ORF_wiedergut

Du kennst die gesamte Sportwelt, wer oder was wirst Du nie vergessen?
Als Muhammed Ali 1996 bei der Eröffnung der Olympischen Spiele in Atlanta schwer von seiner Parkinson-Krankheit gezeichnet das Olympische Feuer entzündet hat, waren nicht nur ich, sondern Millionen Menschen tief beeindruckt. Ich durfte diese berührende Szene aus nächster Nähe miterleben und werde sie mein ganzes Leben nicht vergessen. Der
wahrscheinlich größte Sportler eines Jahrhunderts hat mit immenser Kraft seiner Krankheit getrotzt – bewundernswert.

Du hast auch abseits des Sport viele Persönlichkeiten kennen gelernt?
Mein Gott, das ist der Lauf der Dinge, sprich unseres Journalistenberufes. Für mich ist jemand eine Persönlichkeit, die sich auch so zu benehmen weiß.

DSC_2665.jpg_tono_hoenigmann_ORF_wiedergut

Und wen hast Du besonders in Erinnerung?
Ich wurde vom Manager der Ski-WM in St. Moritz gebeten, mit der monegassischen Familie zu Abend zu essen, da ich gut französisch kann. Es war ein schönes Erlebnis, mit Caroline, ihrem Mann Ernst August und der Tochter ganz ungezwungen zu plaudern. Ebenso bemerkenswert war meine Begegnung mit der schwedischen Königin Sylvia, die sich in Aare 2007 ganz „bürgernah“ gegeben hat.

Sportreporter gelten unter Kollegen manchmal als minderwertig?
Dazu ein Erlebnis: Ich bin stolz, allgemein gebildet zu sein. So war ich vor vielen Jahren als Kulturjournalist auf der Burgarena Finkenstein oberhalb des Faaker Sees bei einer Pressekonferenz mit Placido Domingo. Dass dieser weltberühmte Tenor nicht nur auf den größten Opernbühnen der Welt aufgetreten ist, sondern auch als Tormann bei Real Madrid, wusste nur ich: Wir haben uns herrlich unterhalten – von Hochkultur war keine Rede mehr, und die Zeit spielte auch keine Rolle.

DSC_2698.jpg_tono_hoenigmann_ORF_wiedergut

Gibt es für Dich noch etwas anderes als Sport?

Ja, ich bin besessen, und zwar nach dem Kennenlernen unserer Welt. Ich reise, so oft es meine Zeit zulässt.

Und wohin?
Überallhin, da gibt es keine Grenze – weder auf der Landkarte noch im Kopf. Ich war inzwischen bei neun Olympischen Spielen, und beim Einmarsch der Nationen hab ich immer abgehakt, wo ich schon gewesen bin. Inzwischen sind es 120 Länder.

DSC_2696.jpg_tono_hoenigmann_ORF_wiedergut

Was ist das Faszinierende am Sport?

Im Sport lernst du zuallererst verlieren zu können – und das ist Lebenskunde. Sportler verlieren nämlich viel öfter als so genannte normale Menschen. Und deswegen wissen sie einen Sieg weit höher einzuschätzen. Aus diesem Grund ist der Sport eine gute Lebensschule.

Bist Du ein glücklicher Mensch?

Wenn Glück Gesundsein und Zufriedenheit ohne Neid und Gier bedeutet, dann bin ich es.

DSC_2730.jpg_tono_hoenigmann_ORF_wiedergut

Link zu diesem Artikel Geschrieben von: Arno Wiedergut Fotografiert von: Klaus-Ingomar Kropf Sonntag, den 18. Juli 2010 um 19:30 Uhr

 
 
 
 
 
 
Im Gespräch mit Alexander Todor-Kostic

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. DruckenE-Mail

Im Gespräch mit Alexander Todor-Kostic

„Auch wenn du weit oben bist, darfst du nie völlig abheben.“ Mit diesen Worten charakterisiert Rechtsanwalt Mag. Alexander Todor-Kostic, einer der renommiertesten Wirtschaftsanwälte Kärntens, seine Lebens- und Berufseinstellung...
 


Und
: „Ich will mir nach keinem Verfahren vorzuwerfen haben, für meine Klienten nicht alles getan zu haben.“


DSC_7369.JPG_Alexander_Todor_Kostic_Anwalt


Der 1964 in Klagenfurt geborene Alexander Todor-Kostic
studierte nach der Matura in Graz Rechtswissenschaften und Betriebswirtschaftslehre. Sein Studium hat er sich selbst finanziert: „Ich habe jeden Gelegenheitsjob angenommen, vom Verkäufer von Zeitungen und Versicherungen bis zum Kellner im elterlichen Kaffeehaus.“ Nach Abschluss seines rechtswissenschaftlichen Studiums 1990 absolvierte Todor-Kostic in Klagenfurt das Gerichtsjahr, danach war  er in jener Kanzlei Konzipient, wo er seit 1995 als selbstständiger Anwalt mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsrecht tätig ist. Derzeit teilt er sich seine Klagenfurter Kanzlei mit den Partnern Dr. Manfred Angerer und Dr. Werner Hochfellner. Gemeinsam treten sie seit 2005 unter AHT (Angerer Hochfellner Todor, Rechtsanwälte) auf.
www.a-h-t.at


DSC_7387.JPG_Alexander_Todor_Kostic_Anwalt


Neben der Wirtschaft hat sich Todor-Kostic, Vater eines fünfjährigen Sohnes, auf das Europarecht spezialisiert, 2002 schloss er ein Studium an der Donau-Universität in Krems mit dem Master of Law ab. Aber auch die Lebensgefährtin von Alexander Todor-Kostic, Mag. Silke Pachner, hat sich der Rechtswissenschaft verschrieben: Sie betreibt seit Februar 2010 in Velden am Wörthersee eine Anwaltskanzlei.



DSC_7568.JPG_Alexander_Todor_Kostic_Anwalt


Was fasziniert Sie an Ihrem Beruf?

Eigentlich wollte ich Architekt werden, aber die Juristerei hat mich immer interessiert und  begeistert. Es klingt zwar unglaubwürdig, aber schon meine Volksschullehrerin hat zu meinem Vater gemeint, ich solle einmal Rechtsanwalt werden. Es hat mir nämlich immer Freude gemacht mich für andere einzusetzen, sei es als Klassensprecher, als Funktionär  der Sportunion Kärnten oder in anderen Vereinen, in welchen ich letztlich immer an der Spitze landete
.


DSC_7437.JPG_Alexander_Todor_Kostic_Anwalt


Was zeichnet einen guten Anwalt aus?

Sicher einmal die Freude an der Kommunikation. Dazu kommt die Fähigkeit, Positionen bis zur letzten Konsequenz zu vertreten. Ganz wesentlich ist aber: Ein guter Anwalt muss in der Lage sein, sich immer wieder auf neue Konfliktsituationen sowie auf die Persönlichkeit der handelnden Personen – Richter, Staatsanwalt, Gegenanwalt und Parteien - einstellen zu können. Er muss die jeweilige Stimmung ausloten und den Kommunikationsstil der vorherrschenden Situation anpassen können.



DSC_7493.JPG_Alexander_Todor_Kostic_Anwalt


Gibt es gewisse Prinzipien im Gerichtssaal?

Oberstes Prinzip ist sicher, in jeder Situation Haltung zu bewahren, man spricht nicht umsonst von der „Würde des Gerichts“. Schreien im Verhandlungssaal ist kontraproduktiv. Ich versuche immer authentisch zu sein, aber gleichzeitig die vorgegebene Stimmung aufzunehmen und konkret darauf zu reagieren: Die Situation entscheidet über die jeweilige Vorgangsweise. Eine gute Rechtsvertretung besteht meiner Meinung nach darin, seinen Verhandlungsstil absolut flexibel zu gestalten.


DSC_7561.JPG_Alexander_Todor_Kostic_Anwalt


Sie haben Europarecht studiert. Wie stehen Sie zur EU?
Ich bin ein echter Befürworter des europäischen Gedankens. Dessen wirkliche Realisierung stellt aber angesichts der Vielzahl an Staaten mit ihren eigenen Mentalitäten und Gesetzen eine echte Herausforderung dar. So wird es sehr schwierig sein, ein gesamteuropäisches Zivil- und Wirtschaftsrecht zu schaffen.


DSC_7565.JPG_Alexander_Todor_Kostic_Anwalt


Wo sehen Sie die größten Defizite innerhalb der EU?

Heute haben die Unionsbürger noch nicht das Gefühl, demokratisch mitbestimmen zu können. Brüssel ist weit weg und unüberschaubar. Die EU hat zwar auf der einen Seite schon viel gebracht, wie etwa das Aufweichen Macht beherrschender Monopolstellungen und die Förderung des Wettbewerbes, andererseits sind immer wieder auftretende Skandale und das Spesenraubrittertum nicht dazu angetan, Vertrauen in die EU zu erwecken. Trotz der nach wie vor bestehenden Defizite und Vorurteile darf aber eines nicht vergessen werden: Die EU verhindert jede Art von militärischer Aggression in Europa!


DSC_7471.JPG_Alexander_Todor_Kostic_Anwalt


Sehen Sie in der österreichischen Rechtsprechung Verbesserungsmöglichkeiten?
Die Unverhältnismäßigkeit zwischen Vermögens- und Gewaltdelikten besteht nach wie vor. Dass einem Kinderschänder dieselbe Höchststrafe droht wie unter bestimmten Voraussetzungen einem Einbrecher, ist einfach nicht ausgewogen. Generell appelliere ich aber auch an die Verantwortung der Medien, da oft durch einseitige Berichterstattung im Rahmen von Ermittlungsverfahren ein falsches Bild in der Öffentlichkeit gezeichnet wird. Dadurch kommt es häufig zu Vorverurteilungen. Diese Art von Meinungs- und Stimmungsmache wirkt sich vor allem bei Geschworenengerichtsprozessen zu Lasten des Angeklagten aus.


DSC_7373.JPG_Alexander_Todor_Kostic_Anwalt


Beeinflusst der Anwaltsberuf auch das Privatleben?
Hier gilt es sich zu abzugrenzen. Als Anwalt bist du oft mit sehr viel Negativem konfrontiert und es besteht die Gefahr, dass du das alles in dein Privatleben mitnimmst. Ich habe mir diesbezüglich einen Schutzmechanismus eingebaut: Wenn ich nach Hause komme, lege ich mit meinem Anzug und meiner Krawatte auch diese oft negativen Gedanken mit ab. Sonst ist das alles nur schwer zu schaffen. Allerdings hilft es mir und meiner Lebenspartnerin, wenn wir uns über unsere beruflichen Fragen austauschen.


Ändert der Anwaltsberuf die Mentalität des oder der Betroffenen?
Der Beruf eines Anwaltes befähigt einen dazu, nicht nur sich selbst, sondern auch anderen zu helfen. Sieht man diese Fähigkeit zu exzessiv respektive steigt sie einem zu Kopf, spielt der Machtfaktor eine gewisse Rolle. Aber diese Gefahr besteht ja auch bei anderen Berufen, seien es Politiker, Wirtschaftsbosse oder Lehrer.


DSC_7521.JPG_Alexander_Todor_Kostic_Anwalt


Und was haben Sie sich zur Maxime, zur persönlichen Lebensregel, gemacht?
Als Wirtschaftsanwalt bringt man es immer wieder zu großen Erfolgen, muss aber auch lernen, mit Niederlagen umzugehen. Vor allem das Prozessieren ist ein Auf und Ab, eine Hochschaubahn: Einmal bist du unten, einmal wieder oben. Wie auch immer: Ich will mir nach keinem Verfahren vorzuwerfen haben, für meine Klienten nicht alles getan zu haben.


DSC_7465.JPG_Alexander_Todor_Kostic_Anwalt


Wirtschaftsanwälte gelten als „abgehoben“. Ist das so?
Ich möchte trotz „bester Klientel“ weiterhin auch für den so genannten Kleinen Mann tätig sein können. Zwar müssen wir aus Zeitgründen viele Aufträge ablehnen, dennoch behalte ich mir vor zu sagen:  Diesen Fall übernehme ich, für den nehme ich mir Zeit, dieser Person will ich bewusst helfen! Das ist mir wirklich ein persönliches Anliegen. Auch wenn du weit oben bist, darfst du nie völlig abheben.


DSC_7445.JPG_Alexander_Todor_Kostic_Anwalt


Link zu diesem Artikel Geschrieben von: Arno Wiedergut Fotografiert von: Klaus-Ingomar Kropf Donnerstag, den 15. Juli 2010 um 13:50 Uhr

 
 
 
 
 
 
Im Gespräch mit Karin Bernhard

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. DruckenE-Mail

Im Gespräch mit Karin Bernhard

„Ich war ein Tschuschenkind“. sagt sie.

Heute ist Karin Bernhard nicht nur eine Institution beim ORF in Kärnten, sie hat durch ihr „kärnten dabei“ eine Art Revolution im österreichischen Fernsehen ausgelöst...
 

„Wir sind überall dabei und reden mit jedem“, sagt die gebürtige Steirerin, die eines zu ihrem Credo gemacht hat: „Mir ist jeder gleich lieb, ob Millionär oder Arbeitsloser. Ein Mensch muss er sein!“.


1Karin_Bernhard_Guggl_ORF_KTN_DSC_8137 
 

Aufgewachsen ist Karin Guggl im steirischen Knittelfeld.
Allerdings nicht dort, wo die gut betuchten Bürger wohnen, sondern in der Eisenbahnersiedlung rund um den Bahnhofplatz. Und das muss ein guter Boden sein, sind doch dort unter anderen die Politiker Erwin Frühbauer (Ex-Verkehrsminister) und Helmut Manzenreiter (Villacher Bürgermeister) sowie der Medien-Zampano Gerhard Draxler (ORF) entsprungen.



Karin Bernhard wurde am 10. November 1961 in Knittelfeld als Tochter eines aus Villach stammenden ÖBB-Schlossers und einer gebürtigen Slowenin geboren. Ihr Bruder ist sechs Jahre älter, von zwei Halbschwestern aus erster Ehe der Mutter ist eine bereits gestorben, die andere lebt in Knittelfeld . Karin absolvierte die Frauenberufsschule (HBLA) in Murau, danach die Pädagogische Akademie in Graz. Nach einer Sprachausbildung – ihr Vater war bei einem Tag der Offenen Tür zufällig mit dem Landesintendanten Emil Breisach ins Gespräch gekommen – wurde sie freie Mitarbeiterin beim ORF, wo sie in erster Linie für den damaligen Chef des Aktuellen Dienstes, Günther Ziesel, tätig war. Ein halbes Jahr unterbrach sie ihre journalistische Tätigkeit für einen USA-Aufenthalt als Assistant Teacher für Deutschunterricht.

 

Karin_Bernhard_Guggl_ORF_KTN_DSC_8210
 

 

Im Jahre 1986 übersiedelte Karin Guggl – wie sie damals noch hieß – nach Klagenfurt in den Aktuellen Dienst des ORF unter Chefredakteur Helmut Feucht. 1991 wurde sie angestellt, seit 1995 ist sie Chefin der auf ihre Idee hin zustande gekommenen Sendung „Kärnten dabei“. 2002 heiratete sie den Mölltaler Franz-Josef Bernhard. Von 1995 bis 2010 absolvierte Karin Bernhard mit ihrem Redaktionsteam (Liebminger, Steinkellner, Petschnig, Ventre, Steuer, Planton) und Kamerateam Charly Schrott/Manfred Mauschitz rund 10.000 Termine. Jährlich fährt das Team mit dem Dabei-Auto einmal rund um die Welt, die Weltenbummler haben insgesamt schon 600.000 Kilometer auf dem Buckel. 1997 wurde Karin Bernhard Chefin vom Dienst der Sendung „ORF Kärnten heute“, seit 2007 fungiert sie auch als Sendeverantwortliche für „Treffpunkt Kärnten“.

Karin Bernhards Lebensmotto lautet:
„Fest arbeiten, aber auch genießen können. Weil sonst wirst du ungenießbar!“

Karin, hat die Politik in deinem Leben eine Rolle gespielt?
Aber ja, von Kind auf. Ich war aber nicht nur die Tochter eines roten Eisenbahners, sondern auch das Kind einer Slowenin. Meine Mutter hat alles versucht, uns „deutsch“ zu erziehen und allen deutlich zu machen, dass wir „Österreicher“ seien. Es hat nichts geholfen: Ich war das Tschuschenkind. Das war „Menschen-Politik“ der übelsten Sorte.


Karin_Bernhard_Guggl_ORF_KTN_DSC_8245 
 

 

Karin, aus Dir spricht Verbitterung.
Ja, das wird mich mein Leben lang begleiten. Meine Mutter hat im Stiegenhaus alles sauber gemacht, sie ist mit einem Kübel und einem grauen Fetzen auf den Knien die Siegen herunter gerutscht. Ich war fünf oder sechs Jahre, als einer der „feinen Herren“ aus dem oberen Stockwerk einen Kaugummi auf den Boden warf, mit der Aufforderung: „Tschuschenkind, heb das auf!“ Das tut so weh.

Heute würde dir dieser Kaugummi-Typ in den … kriechen?!
Ich habe nie in meinem Leben so gedacht. Ich war immer ein positiver Mensch. Negatives zieht Negatives nach sich. Meine Eltern haben alles daran gesetzt, dass ich eine so genannte „gute Ausbildung“ bekommen konnte. Aber das allein war es nicht: Es war die Gabe, Mensch zu sein, die mir mitgegeben wurde.

 

Karin_Bernhard_Guggl_ORF_KTN_DSC_8280 
 

 

Was zählt  der „Mensch“ im Journalismus?
So gut wie nichts, und das ist sehr traurig. Aber der handelnde Mensch ist selbst schuld, er giert immer weiter nach oben. Der Mensch wird, im Gegensatz zum Tier, nie zufrieden sein. Denn der Mensch hat eine Eigenschaft, die nur ihm zu eigen ist: Das streben nach Macht.


Karin_Bernhard_Guggl_ORF_KTN_DSC_8282 
 

 

Karin, Du klingst negativ?
Nein, realistisch. Aber Realismus muss nicht negativ sein. Ich habe in meinem journalistischem Leben so viele positive und ehrlicher Menschen kennen lernen dürfen, dass ich selbst positiv denken darf. Ich werde nie meine Begegnung mit Omar Sharif vergessen, einer wunderbar Persönlichkeit.

Und was fällt Dir beruflich negativ ein?
Thomas Muster. So benimmt man sich nicht, wenn man auch noch so erfolgreich ist. Sein damaliger Manager Leitgeb ist ihm da um nicht viel nachgestanden, die beiden haben sich schrecklich benommen. Ich sag es ganz ehrlich, wie es war: Verschwinde, du Arschloch, ich brauch kein Interview“, brüllte Muster in einer Kärntner Disco, obwohl unser Gespräch vereinbart gewesen war.


Karin_Bernhard_Guggl_ORF_KTN_DSC_8204 
 

 

Bist Du ehrlich in Deinem Job?
Ja, dazu stehe ich. Ich würde nie um einer Story wegen Menschen Schaden zufügen. Meine Maxime ist: Ehrlich fragen, ehrlich sagen.

Aber in der so genannten Society ist doch Eitelkeit alles?
Da gibt es zwei Seiten: Die eine ist die Befriedigung der Eitelkeit. Bin ich in der Zeitung, im ORF, bei der Seitenblicken und im Internet auf den Paparazzi-Seiten, oder nicht? Die zweite Sache ist ernster: Es werden bei den so genannten In-Treffs viele Geschäfte und Absprachen getätigt, seien sie wirtschaftlicher oder politischer Natur. Aber, seien wir ehrlich: Jeder ist stolz, wenn er irgendwo aufscheint, unter dem Motto: „Ich hab dich im Fernsehen gesehen!“



Karin_Bernhard_Guggl_ORF_KTN_DSC_8110 
 



Was macht einen guten Journalisten aus?
Neugierig sein. Nie aufgeben. Nicht alles, was gesagt wird, schlucken. Alles Unklare hinterfragen. Und Allgemeinwissen sollte man wohl haben, ein Doktortitel ist aber nicht unbedingt notwendig. Ach ja, und noch was: „Ein bissl frech darf man schon sein?!“

Du bist sehr selbstbewusst?
Das hab ich vergessen – oder verdrängt. Ja, Selbstbewusstsein gehört natürlich dazu, und auch Erfahrung., Ich muss wissen, wie ich mit wem über was spreche. Ich habe immer versucht, das Alltägliche anzusprechen, das, was den Menschen interessiert. Natürlich bieten sich hier auch so genannte Prominente an. Aber es macht sich der Zuseher ohnehin sein eigenes Bild.


Alles Leben ist Politik. Wie hältst Du es damit?

Sie haben mich im ORF für total verrückt erklärt, als ich bei der Gründung von „ORF Kärnten dabei“ klipp und klar gesagt habe, dass Politik in dieser Gesellschaftsserie nichts verloren habe. Das war auch viele Jahre der Fall. Dazu ein großes Danke an die früheren Landeshauptleute Christof Zernatto und Jörg Haider. Beide haben sich an diese Vorgabe gehalten. Heute ist das „Dabei“ nicht mehr ganz politikfrei, da wir uns geeinigt haben, bei Parteifesten oder Parteibällen die jeweiligen „Chefs“ vorkommen zu lassen.



 Karin_Bernhard_Guggl_ORF_KTN_DSC_8311
 



Du sprichst mit allen, vom Bundespräsidenten bis zum kleinen Mann von der Straße?
Ich bin so erzogen worden und so aufgewachsen. Meine Eltern haben mir versucht zu erklären, dass alle Menschen gleich seien. Es war aber nicht so. Ich war ein Tschuschenkind und hab das auch zu spüren bekommen. Ganz arm war aber meine Mutter. Sie hat alles versucht, um zu vertuschen, dass sie aus Slowenien ist. Es muss für sie schrecklich gewesen sein, ihre Herkunft zu Gunsten ihrer Kinder zu leugnen.



Karin_Bernhard_Guggl_ORF_KTN_DSC_8197 
 



Was haben die Knittelfelder besonderes an sich?
Ob sie etwas „Besonderes“ an sich haben, wage ich nicht zu behaupten. Jedenfalls scheinen sie ein gutes Gedächtnis zu haben. Eine kleine Episode dazu: Als ich einmal mit dem ehemaligen Minister und stellvertretendem Kärntner Landeshauptmann Erwin Frühbauer bei einem Interview gesessen bin und ihm erzählte, dass auch ich aus Knittelfeld stamme, sagte er wie aus der Pistole geschossen: „Bist du die kleine Freche mit die langen Zöpf vom Hans und der Resi?“. Ich war erstaunt, dass sich dieser „mächtige“ Politiker seiner Wurzeln – und eines kleinen Arbeiterkindes - erinnert hatte.


Karin_Bernhard_Guggl_ORF_KTN_DSC_8151 
 

 

Du bist ein „rotes Arbeiterkind“?
Ja, und darauf bin ich stolz. Es war nicht leicht als „rotes Eisenbahnerkind in einem schwarzen Land“. Aber meine Kindheit und Jugend liegen lange zurück. In meinem Beruf frage ich nicht nach politischer Zugehörigkeit. Ach ja, und bei einer Partei bin ich auch nicht. Was zum Schmunzeln? Jörg Haider und Christof Zernatto haben einmal gesagt: „Zu dir brauchen wir nicht freundlich zu sein, weil du bringst uns ja sowieso nicht ins Bild!“ So etwas ehrt einen Journalisten.

Du hast einmal Deinen ORF-Job aufs Spiel gesetzt?
Als junge Redakteurin im Landtag in Klagenfurt habe ich den damaligen Polit-Machthabern Wagner, Frühbauer und Gallob wörtlich gesagt: „Euch müsste man dem Volk so zeigen, wie ihr wirklich seid“. Am nächsten Tag wurde ich zum ORF-Landesdirektor zitiert, der mich fragte, ob ich verrückt sei.


Karin_Bernhard_Guggl_ORF_KTN_DSC_8247 
 

 

Was war für Dich im Beruf schwierig?
Das war nicht so die Politik, es war mehr das Menschliche. Es war der Neid unter Kollegen. Wie oft musste ich hören: „Die Guggl war schon wieder zehnmal im Bild.“ Dazu ist aber auch die Anschauungsweise der Politik-Redakteure gekommen, für die ich mehr oder weniger in der Abteilung Schwachsinn tätig war. Ich habe dem, und tue das noch immer, entgegen gehalten: „Wie wichtig ist denn jede Worthülse eine Politikers?“



Du bist als Journalistin 1986 nach Kärnten gekommen, erzähl bitte!
Es war sehr schwer sich durchzusetzen, da es damals viele Volontäre und Redaktionsaspiranten gegeben hat. Aber der damalige Chefredakteur Heli Feucht hat mich sehr bestärkt: „Mädl, das wirst schon machen!“ Wir haben als freie Mitarbeiter ungemein viel gearbeitet, aber auch viel verdient. Es war eine schöne Zeit des Lernens und Sich-Selbst-Findens.



Du bist ein ‚öffentlicher Mensch’, wie geht es Dir damit?
Ich freue mich, wenn mir Menschen bei allen möglichen Anlässen sagen, dass ich meinen Job gut mache. Das tut gut. Mein Privatleben findet aber wirklich privat statt – im Oberen Mölltal.


Karin_Bernhard_Guggl_ORF_KTN_DSC_8230 
 

 

Du bist vergeben?
Nicht nur vergeben, glücklich gebunden. Ich habe meinen Mann während meines ORF-Jobs in Heiligenblut erspäht und zu einer Freundin gesagt, „Der ist es“. Allerdings hat es noch einige Monate gedauert, bis ich ihm das klar gemacht habe.

 

Du bist ausgebildete Lehrerin und ebensolche Sprecherin, was ist schwieriger?

Sprechen beziehungsweise reden muss man in beiden Berufen. Und da geht es um die Kommunikation. Ich sollte als ORF-Interviewer genauso gut mit meinen Gesprächspartnern kommunizieren können wie eine Lehrerin mit ihren Schülern.


Journalisten werden bewundert, sie sind aber nicht sehr beliebt?
Das hat nichts mit dem Journalistenjob zu tun. Auch Politiker, reiche Unternehmer, Börsengurus und sogar Kirchenfürsten sind nicht besonders beliebt. Das hat wohl den Grund, dass Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, mit ganz besonderem Maß gemessen werden.


Karin_Bernhard_Guggl_ORF_KTN_DSC_8133 
 



Wie misst Du Dich selbst?
Ich werde, obwohl ich durch das Fernsehen bekannt bin, ich selbst bleiben. Ich kann und will mit jedem Menschen reden, in seiner eigenen Sprache. Ich habe zwar als junge angehende Journalistin beim ORF in der Steiermark ein halbes Jahr eine Sprechausbildung gemacht, die ich mir mit vielen Jobs selbst bezahlen musste, aber ich werde immer so reden wie ich bin.


Du bist als „Karin Guggl“ bekannt geworden, als „Bernhard“ bist du es nicht?
Dass ich den Namen meines Mannes angenommen habe, ist mein Zeichen der Liebe und Zuneigung. Ich hab auf dem Dorfplatz in Heiligenblut einen Fernsehdreh gemacht, ihn gesehen und mir gesagt; „Das ist der Mann für mein Leben.“ Und das mit aller Konsequenz!


Karin_Bernhard_Guggl_ORF_KTN_DSC_8118 
 



Wie geht es Dir?
Ich weiß nicht, was Glück ist, aber ich glaub es zu haben: Meine Familie ist gesund, wir verstehen uns alle sehr gut, und mein Beruf passt.



Man hat Dir einmal den Posten des ORF-Chefredakteurs in Kärnten angeboten.
Ja, das war zu der Zeit, als ich privat mein Glück gefunden habe. Ich hab damals richtig entschieden. Ich bin seit vielen Jahren bis zu 15 Stunden täglich im Einsatz, und mach das gerne. Als so genannter Chef solltest du 24 Stunden im Job sein, wenn du es wirklich machst. Einige private Minuten sollten aber auch Journalisten haben.


Und was wünscht Du Dir?
Nichts, es soll so sein wie es ist. Aber für Überraschungen bin ich immer zu haben.

 

 Karin_Bernhard_Guggl_ORF_KTN_DSC_8223

 

Link zu diesem Artikel Geschrieben von: Arno Wiedergut Fotografiert von: Klaus-Ingomar Kropf Samstag, den 10. Juli 2010 um 12:01 Uhr

 
 
 
 
 
 
Im Gespräch mit Claudia Haider

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. DruckenE-Mail

Im Gespräch mit Claudia Haider

In der Nacht zum 11. Oktober 2008 ist Jörg Haider tödlich verunglückt. Dieser schwere Verlust sowie die Diskussionen um die Hintergründe seines Todes haben seiner Frau Claudia  enorm viel abverlangt. „Ich habe gedacht nie mehr im Leben lachen zu können, Gott sei Dank kann ich es jetzt wieder“, erzählt Claudia...
 

Claudia_Haider_Arno1_DSC_4867_1.jpg_Claudia_Haider_Arno_Wiedergut_paparazzi1net

Claudia Haider, geboren am 9. 2. 1956, entstammt einer Tiroler Försterfamilie. Als junges Mädchen kam sie nach Oberösterreich, wo sie die Haushaltungsschule besuchte. Sie hatte eben ihr Publizistikstudium in Wien begonnen, als sie auf einem Ball Jörg Haider kennen lernte. 1976 heirateten die beiden in Bad Goisern. Tochter Ulrike wurde 1977 geboren, drei Jahre später folgte ihre Schwester Cornelia. Jörg Haider hatte währenddessen seinen unaufhaltsamen politischen Aufstieg in Kärnten, der neuen Wahlheimat, gestartet. Von 1989 bis 1991 und wieder von 1999 bis zu seinem Tod 2008 war er Landeshauptmann.

Claudia_Haider_lacht_DSC_4836
 
Zwölf Jahre war Claudia Haider selbst politisch aktiv, und zwar als FPÖ-Gemeinderätin in ihrer Heimatgemeinde Feistritz im Rosental. Als sie 1997 als Bürgermeisterkandidatin antrat, war sie gegen den sozialdemokratischen Amtsinhaber aber chancenlos. Seit den 1980er Jahren leitet Claudia den familieneigenen 1.600 Hektar großen Forstbetrieb im Bärental. Daneben engagiert sie sich bei den Lions, hat das Frauen-Netzwerk  S.E.T. gegründet, jagt leidenschaftlich gern und wirkt seit 20 Jahren in der von ihr ins Leben gerufenen rein weiblichen Jagdhornbläsergruppe mit. Weiters ist sie das einzige weibliche Mitglied des Vorstandes der Kärntner Jägerschaft und dort für das jagdliche Brauchtum und die Weiterbildung der Jugendlichen zuständig. Seit 2009 steht sie der gemeinnützigen Jörg-Haider-Gesellschaft. (www.jörg-haider-gesellschaft.at) vor.


claudia-haider-interview-DSC_4869
 

 

 Claudia, wie hast Du diese schwerste Zeit Deines Lebens gemeistert?
Vor allem aus der Natur und Kunst schöpfe ich viel Kraft. Für mich sind diese beiden Bereiche Kraftinseln über das Alltägliche hinaus. Die Natur ist nicht nur die größte Kraftspenderin, sondern auch eine große Trösterin. In der Natur gibt es keinen endgültigen Abschluss, es ist vielmehr ein ewiges Sein, Vergehen und neues Entstehen. Aus der Natur kann man große Hoffnung schöpfen, nach jeder Umweltkatastrophe entwickelt sie unheimliche Kräfte zur Selbstregeneration. Als Waldpädagogin liegt es mir sehr am Herzen, den Menschen die Vielfalt und den Reichtum, den die Natur uns bietet, näher zu bringen.
 
 
DSC_4648
 
Und welche Kraft hat Dir die Kunst gegeben?
Nach Jörgs Tod hat mir ein Freund mehrere CDs mit sakraler Musik geschenkt, die mir sehr viel Trost gespendet haben. Kunst ist für mich Nahrung für die Seele und ein verlässliches Geländer im Leben. Mein Mann und ich waren schon immer sehr kunstinteressiert. Ich kann mir ein Leben ohne Bilder, Töne und Worte nicht vorstellen. Sobald ich in eine fremde Stadt komme, suche ich das Museum Moderner Kunst auf, da ich wissen möchte, wie die jungen Künstler unsere Zeit interpretieren. Es muss einem nicht alles, was die Kunst bietet, zusagen, man kann diversen Dingen durchaus auch kritisch gegenüber stehen. Denn auch eine Auseinandersetzung führt zum Wesentlichen. Es geht einfach darum, dass Kunst berührt. Jene Kunst, die einen nicht berührt, ist aus meiner Sicht flach.
 
DSC_4963
 
Kannst Du heute wieder lachen?
Die Natur, die Kunst und selbstverständlich meine Familie helfen mir. Nach Jörgs Tod habe ich gedacht, nie wieder lachen zu können. Gott sei Dank ist es aber wieder gekommen: Ich kann jetzt wieder lachen! Wenn man das Leben mit Humor betrachtet, tut man sich viel leichter. Ich sage mir stets: Heute musst du leben, du musst den heutigen Tag meistern! Es ist nun einmal so, dass das Leben hier und jetzt stattfindet und nicht verschoben werden kann. Nicht zuletzt geht es darum, Schicksalsschläge annehmen zu können und in sein Leben zu integrieren, um aus der veränderten Sichtweise neue Einsichten und Betrachtungsweisen zuzulassen. Das vollkommenste Wort ist für mich „Amen“, das bedeutet im Hebräischen „So sei es“.

 
DSC_4980.jpg_Claudia_Haider_Arno_Wiedergut_paparazzi1net
 
Kein anderer hat Jörg Haider so gut gekannt wie Du. Wie war er wirklich?
Es ist berührend, welche Spuren in den Herzen der Menschen mein Mann im Laufe seines Lebens hinterlassen hat. Er hat die Menschen wirklich geliebt und sich handelnd für sie eingesetzt. Das haben sie gespürt und vergessen ihm das nicht. Nur eine kleine Geschichte dazu: Im vergangenen Nationalratswahlkampf war praktisch jede Minute in Jörgs Terminplan ausgebucht. Da erfuhr er, dass ein 80jähriger Mann im Sterben liegt und sich sehnlich noch eine Begegnung mit Jörg wünscht. Er besuchte den Mann und blieb eine Stunde an dessen Sterbebett. Es wäre ihm nie eingefallen, dies an die große Glocke zu hängen, niemand hat davon gewusst, auch ich habe erst Tage später durch Zufall davon erfahren. Für meinen Mann war dieses Gespräch mit dem alten Mann einfach ein Anliegen und zeigt, wie tief er mit den Menschen verbunden war.
 
DSC_4931
 
Was hat der außerordentliche Politiker Jörg Haider bewegt?
Er war einer der ersten Politiker, der Österreich nachhaltig modernisiert hat. Er hat Politik für die Menschen interessant gemacht und konnte viele junge Menschen für politische Themen interessieren. Sein Motto war: Leistung muss sich lohnen. Von den politischen Anfängen als jüngster Sozialsprecher im Parlament an war es ihm zeitlebens ein Anliegen, die sozialen Rahmenbedingungen für die Menschen zu verbessern. Schon in den 1980er Jahren hat er sich im Nationalrat für den Krankenschein für Landwirte und die Lehrlingsfreifahrten eingesetzt. Das sind nur zwei Beispiele von vielen Reformideen, die mein Mann umgesetzt hat.
 
Claudia_Haider_hand2_DSC_4612_1.jpg_Claudia_Haider_Arno_Wiedergut_paparazzi1net
 
Wie war die innere Einstellung Deines Mannes?
Ein kleines aber sehr typisches Beispiel dazu: Als er 1989 zum ersten Mal Landeshauptmann wurde, war eine seiner ersten Amtshandlungen, eine Rampe in das Regierungsgebäude bauen zu lassen, um Behinderten den Weg dorthin zu ermöglichen. Er hat auch die Landesregierung für die Bürger geöffnet, mit dem Bürgerbüro installierte er eine sehr bürgernahe und effiziente Einrichtung für Hilfesuchende, wo sie ohne parteipolitische Hürde Unterstützung in Anspruch nehmen können.
 
Claudia_Haider_hand3_DSC_4611_1.jpg_Claudia_Haider_Arno_Wiedergut_paparazzi1net
 
Hast Du Jörg beeinflussen können?
Jörg hat sich meine Meinung angehört, wie jene von anderen Menschen auch. Ich war/bin immer sehr politikinteressiert, da die Politik einen wesentlichen Bestandteil des Lebens darstellt – sie regelt die Rahmenbedingungen, wie wir leben, etwa im Gesundheits- oder Schulbereich ect. Es war immer spannend mitzuerleben, wie Veränderungsprozesse sich gestalteten und Jörg viele Visionen für ein sozialeres Österreich verwirklichen konnte. In vielem war er seiner Zeit voraus, und das war nicht immer einfach.
 
claudia-DSC_4619_1
 
Wie siehst Du die momentane politische Entwicklung?
Zur Parteipolitik äußere ich mich nicht, ich habe aber eine sehr konkrete Meinung dazu. Jeder hat seine Zeit, um gestalterisch tätig zu sein, Zurufe von außen sind entbehrlich.
 
Claudia_Haider_arno8_DSC_4563_1.jpg_Claudia_Haider_Arno_Wiedergut_paparazzi1net
 
Steht hinter jedem starken Mann eine starke Frau?
Das hat wohl etwas für sich, allerdings nur, wenn sie sich auch sachlich, fundiert einbringt und somit eine gute Grundlage für Diskusionen geschaffen wird. Auch diesbezüglich haben Jörg und ich eine gute Zeit miteinander gehabt.
 
 
Wie geht es Dir heute ganz persönlich?
Mit der Zeit fängt man sich und lernt den großen Verlust zu akzeptieren. Aber der Schmerz ist nach wie vor sehr groß und wird mich den Rest meines Lebens begleiten. Eines habe ich aber realisiert: Das Leben ist schön und das Leben hat dich gern. Deshalb ein klares Ja zum Leben! Ich weiß nicht, wo Jörg jetzt ist, aber er wäre traurig und würde es nicht zulassen, dass es mir schlecht geht. Er hat immer darauf geschaut, dass ich es gut habe.
 
Claudia_Haider_Uhr_DSC_4970
 
Du hast sehr viele Tätigkeiten, bleibt da noch Zeit für Deine Leidenschaft: die Jagd?
Ja, die Jagd ist wirklich meine Leidenschaft, weil sie einem die Natur so nahe bringt. Nicht-Jäger glauben es zwar nicht, aber es geht dabei wirklich nicht nur darum, ein stück Wild zur Strecke zu bringen. Die Aufgaben eines Jägers sind vielfältig, er schaut, wie der Förster, auf unsere Umwelt.
 

Kannst Du Dich noch an Deinen ersten Bock erinnern?
Mein erster Bock war gleichzeitig auch mein stärkster. Ich hatte erst kurz meine Jagdprüfung und Onkel Willi (Jörg Haiders Großonkel Wilhelm Webhofer, der ihm 1986 das Bärental vererbt hatte) forderte mich auf, im Bärental auf die Pirsch zu gehen. Als ich einen ungeraden Zehnender erspähte, wollte ich zuerst nicht schießen, weil ich dachte, auf den hätte der Onkel ein Anrecht. Als der Bock sich aber dann noch mehrere Male zeigte, habe ich abgedrückt. Onkel Willi hat sich dann auch sehr mit mir über dieses Jagdglück gefreut.

Claudia_Haider_Arno22_DSC_4867_1.jpg_Claudia_Haider_Arno_Wiedergut_paparazzi1net
 
Hast Du auch abseits der Jagd „Böcke geschossen“?
Ich versuche im Leben keine Böcke zu schießen. Hoppalas, wie einen abgebrochenen Stöckelschuh vor einer wichtigen Veranstaltung, nimmt man mit Humor.
 
 
Bist Du eigentlich eine gute Hausfrau?
Naja, wie man’s nimmt. Viel habe ich ja schon in der Haushaltungsschule gelernt, Vieles ist noch dazu gekommen. Als junge Frau ist mir allerdings einmal etwas Schreckliches passiert: Jörg war noch ein junger Politiker, als wir den Chefredakteur einer Kärntner Zeitung bei uns zu Gast hatten. Ich wollte etwas Besonderes auf den Tisch stellen und habe Steaks zubereitet. Diese waren allerdings so zäh, dass ich dem Chefredakteur empfahl: „Sie können’s dem Hund verfüttern, ich bringe Ihnen ein Butterbrot.“ Der Mann war aber Gentleman genug und hat immerhin die Hälfte meines total verbrutzelten Steaks gegessen. Mittlerweile hab ich gelernt, wie man Steaks richtig zubereitet.
 
Claudia_Haider_arno7_DSC_4568_1.jpg_Claudia_Haider_Arno_Wiedergut_paparazzi1net
 
Was hast Du Dir für Dein weiteres Leben für Ziele gesteckt?
Ich habe schöne und kostbare Momente mit einem außergewöhnlichen Mann erleben dürfen. Jetzt verfüge ich über einen reichen Schatz an Erinnerungen, was mir ungemein hilft. Ich bin dabei mich neu zu orientieren, keinesfalls will ich „verbittern oder stehenbleiben“. Trauer verändert dich und begleitet dich ein Leben lang, es erschüttert dich in deinen Grundfesten. Von der angeblichen Weisheit „Die Zeit heilt alle Wunden“ halte ich nichts: Es wird nicht leichter, es wird nur anders. Eine gelassene Heiterkeit ist eines meiner Ziele und so arbeite ich daran, eine heitere Alte zu werden.

claudia-haider_lachen_DSC_4743

  
  
 

Link zu diesem Artikel Geschrieben von: Arno Wiedergut - Presseteam-Austria Fotografiert von: Klaus-Ingomar Kropf - Presseteam-Austria Samstag, den 03. Juli 2010 um 09:45 Uhr

 
 
 
 
 
 
Im Gespräch mit Julia Schaar

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. DruckenE-Mail

Im Gespräch mit Julia Schaar

„Ich war 12 Jahre alt, stand mit Tausenden anderen Leuten am Villacher Hauptplatz und war so wie alle anderen komplett in den Bann eines Mannes gezogen, der dort eine politische Brandrede der Sonderklasse hielt.“ Mit diesen Worten schildert....
 
...Mag. Julia Schaar ihre erste Begegnung mit der Politik. Ihre ambitionierte Einstellung ist es, die sie trotz ihrer Jugend bereits in das Amt der Landesparteidirektorin brachte.

Mag. Julia Schaar
wurde am 13. Jänner 1982 in Villach geboren. Sie besuchte in St. Martin das Gymnasium mit dem Schwerpunkt Sprachen. Nach der Matura studierte sie Publizistik in Klagenfurt. Zusätzlich absolvierte sie auch noch einen Universitätslehrgang für Sportmanagement. Seit 2003 ist sie bei der Jungen ÖVP Kärnten, zuerst im Präsidium und später von 2007- 2009 als Landesobfrau. Seit 2009 ist sie Landesparteidirektorin.


Julia_Schaar_DSC_7900

Wer ich bin….
Ein guter Morgen beginnt für mich mit ausschlafen und viel Kaffee

Am besten entspannen kann ich mich egal wo, Hauptsache es hat mit Wasser zu tun.

Das schönste an meinem Beruf ist viel mit Menschen zu tun zu haben

Lebensmotto: Das Glück beruht oft nur auf dem Entschluss, glücklich zu sein.


Wie sind Sie zur Politik gekommen?
Schaar: Im Alter von 12 Jahren ging ich nach der Schule zum Busbahnhof.  Mitten am Hauptplatz bejubelte eine gigantische Menschenmenge einen Politiker, der gerade eine Wahlrede hielt und die Leute mit seinen Worten regelrecht in seinen Bann zog. Ich war total fasziniert und da ich daheim angekommen noch immer nicht mit dem Schwärmen aufhörte, erkundigte sich meine Mutter nach dieser Person und es stellte sich heraus, dass es eine Abschlusskundgebung von Jörg Haider gewesen war. Mich begeisterte nicht so sehr der Inhalt seiner Rede sondern seine Art und Weise sich auszudrücken. In dem Moment wurde mir klar, dass ich genau das lernen wollte: Menschen dermaßen begeistern und motivieren zu können wie er.

Julia_Schaar_DSC_7902

Warum haben Sie die ÖVP als politische Richtung gewählt?
Schaar: Dieser Kindheitstraum Politikerin zu werden ist dann aber irgendwie wieder eingeschlafen und in Vergessenheit geraten. In meiner Schulzeit war ich zwar in der Schülervertretung aktiv, aber eines Tages in die Politik zu gehen, war damals keine Option. Während der Studienzeit absolvierte ich ein Ferialpraktikum beim Wirtschaftsbund. Diese drei Monate machten mir so viel Spaß, dass ich weiter dabei bleiben wollte. So kam ich zur Jungen ÖVP. Das Faszinierende an meiner dortigen Tätigkeit war, dass mir vor Augen geführt wurde, was man als junger Mensch alles bewegen kann.

Ein Motto, dass Sie auf ihrer Homepage gepostet haben ist „es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen“. Woher kommt ihre ambitionierte Haltung?
Schaar:  Die Kärntner werden von Außenstehenden oft als Jammerer und Nörgler abgetan. Ich habe durchaus Verständnis für die Kärntner Mentalität, da einiges in unserem Land schief läuft. Es ist mir aber ein Anliegen, die Leute dazu zu motivieren, Dinge selbstständig anzupacken, denn jeder kann seine Zukunft selbst gestalten. Wenn mir etwas am Herzen liegt, dann versuche ich es sofort anzugehen, denn morgen kann es schon zu spät sein. In diesem Sinne spreche ich vor allem auch die jungen Kärntner an, denn besonders die Jungen haben die Möglichkeit etwas zu bewegen, sich auch mal kritisch zu Wort zu melden und so ihre Zukunft aktiv mitzugestalten. 

Julia_Schaar_DSC_7905

Welcher Aufgabenbereich kommt Ihnen als Landesparteidirektorin zu?
Schaar: Ich bin für den organisatorischen Bereich zuständig, das bedeutet unter anderem, die operative Umsetzung. Zu meinem Aufgabenbereich zählen Marketing, Organisation, PR und die Personalkoordination der Bezirke.

Sie sind ehrenamtlich im Pfarrgemeindeamt der evangelischen Kirche tätig. Wie wichtig ist Ihnen gemeinnützige Arbeit?
Schaar: Ich selbst bin ein sehr religiöser Mensch. Dazu zählt für mich vor allem auch, die christlichen Werte zu leben. Ein Sprichwort besagt „Ein Mensch ohne Werte ist ein wertloser Mensch.“ Und dem kann ich nur voll zustimmen. Wenn ich mich einer Sache widme, dann mache ich das mit Leib und Seele. Da ich aber aus beruflichen Gründen nur wenig freie Zeit zur Verfügung habe und ich für Halbherzigkeiten nicht zu haben bin, entschloss ich mich dazu, nur noch innerhalb der Kirche tätig zu sein und meine anderen gemeinnützigen Tätigkeiten abzugeben.

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Schaar: Eine meiner Leidenschaften ist das Acrylmalen. Unlängst hatte ich auch schon meine erste Vernissage. Beim Malen kann ich abschalten und meine Gedanken fließen lassen. Einen Ausgleich bietet für mich auch das Reisen in fremde Länder. Derzeit trainiere ich fleißig für einen Halbmarathon. Lesen ist mir auch sehr wichtig. Ein Spleen von mir ist, wenn mir ein Autor gefällt, dass ich all seine Werke lese. Ich lese auch gerne Asterix-Comics was für einige vielleicht kindisch erscheinen mag.

Julia_Schaar_DSC_7913

Was wünschen Sie sich für und von den Kärntnern?
Schaar: Kärnten ist ein Land das liebenswert ist. Wir sind ein Volk, das in ganz Österreich geschätzt wird. Mich persönlich macht es traurig, dass 20% der Jugend nach abgeschlossener Ausbildung, in andere Bundesländer auswandert. Mir wäre es wichtig der Jugend zu zeigen, dass Kärnten ein attraktives Land ist, mit guten Ausbildungs- und Berufschancen. Was mir an Kärnten besonders gefällt ist die Kärntner Kultur und Traditionsgebundenheit. Ich finde das ist etwas, worauf jeder Kärntner stolz sein kann. Und wenn’s auch mal ein unrealistischer Wunsch sein darf, dann wäre das wohl: Speck und Käsnudel auf Lebenszeit für alle Kärntner. (lacht)

Julia_Schaar_DSC_7916

Gibt es etwas, dass Sie an der Politik ändern würden?
Schaar: Es gibt einiges was ich an unserer politischen Kultur als änderungswürdig empfinde. Mir gefällt es nicht, wie in politischen Auseinandersetzungen miteinander umgegangen wird. Sehr oft kommt es zu einer entgleisenden Wortwahl, die meiner Meinung nach nicht in Ordnung ist. Immerhin sollte man sich als politische Person darüber im Klaren sein, dass man eine Vorbildwirkung hat.

Sie haben in Ihrem jungen Leben bereits sehr viel erreicht. Welche Ziele streben Sie noch an?
Schaar: Ein politisches Ziel, dass ich noch vor Augen habe ist ein Platz im Nationalrat. Einen hohen Stellenwert in meinem Leben hat für mich die Familie. Einer meiner Wünsche für die Zukunft ist natürlich selbst eine Familie zu gründen. Aber wie es die Kärntner Tradition verlangt, muss ich, um heiraten zu können, zuerst Kasnudeln krendeln lernen und das kann ich noch nicht! 

Julia_Schaar_DSC_7996

Was war die bisher größte berufliche Herausforderung, der Sie sich stellten?
Schaar: Bei der letzten Nationalratswahl habe ich über 1400 Vorzugsstimmen bekommen. Es war eine harte Zeit, in der mich vor allem die Junge ÖVP tatkräftig unterstützt hat. In der Politik stößt man oft an Grenzen, die einen dazu bringen können, die Motivation zu verlieren. Meine Kraft schöpfe ich vor allem aus der Arbeit mit jungen Leuten, von denen man so viel zurückbekommt. Ich kann mit dem Vorurteil aufräumen, dass die Jugend Politik verdrossen ist. Leider wird ihr Engagement, dadurch das man sie oft nicht ernst nimmt, zu Nichte gemacht.

Wenn man in einer führenden Position ist, dann hat man auch sehr große Verantwortung. Wie gehen Sie damit um?
Schaar: Da ich nicht von heute auf morgen diese Position bekommen habe, sondern durch meine vergangenen Tätigkeiten in dieses Amt hineingewachsen bin, habe ich gelernt, wie man mit Verantwortung umgeht. Eine große Herausforderung war und ist es, sich als junge Frau in dieser von Männern dominierten Branche Gehör zu verschaffen. Respekt zu bekommen braucht Zeit. Ich bin aber auch der festen Überzeugung, dass das positive Zugehen auf Menschen dazu führt, auch etwas Positives zurück zu bekommen. Jugend und Aussehen sind nicht immer von Vorteil, weil viele Menschen dazu tendieren einen auf dieses zu reduzieren.


Als Mitglied einer politischen Partei ist man oft der öffentlichen Kritik ausgesetzt. Wie ist Ihr persönlicher Umgang, mit Kritik?
Schaar: Am Anfang meiner Karriere fiel es mir schwer die nötige Distanz aufzubauen. Ich tendierte dazu, alles persönlich zu nehmen. Einer meiner Mentoren machte mir eindringlich klar, dass ich unbedingt lernen musste, Dinge auch mal an mir abprallen zu lassen. Das war ein langer, aber auch wichtiger Lernprozess. Natürlich trifft mich Kritik auch heute noch, aber ich denke, Gefühle zuzulassen ist wichtig und ein Zeichen von Menschlichkeit. Es ist nichts wofür man sich schämen müsste. Ich bin heute in der Lage verletzende und unproduktive Kritik auszublenden. Feedback ist für mich essentiell. Ich verachte jedoch persönliche Untergriffe, die nur dazu dienen, jemanden zu verletzen. Leider tendiert die Medienwelt dazu, vor allem über Negatives und Populistisches zu berichten. Seriöse Themen kommen dabei viel zu kurz.

Julia_Schaar_DSC_8062

Gibt es eine Situation in Ihrer Karriere in der Sie besonders stolz waren?
Schaar: In einer Radiodebatte mit Landeshauptmann Dörfler, zum Thema Frauenpolitik, bekam ich sehr viel Lob für die Art und Weise, in der ich meine Position argumentierte. Obwohl sich im Vorfeld bei mir Nervosität breit gemacht hat, war ich im Nachhinein sehr stolz darauf, die Herausforderung angenommen zu haben.

Was verschafft Ihnen Ausgleich zu Ihrem Beruf?
Schaar: Die Politik ist vielfach ein sehr negatives Geschäft, das vor allem davon lebt, zu nehmen. Ich glaube an das Prinzip der energetisch-spirituellen Anziehung, das besagt, was ich ausstrahle, bekomme ich auch wieder zurück. Diese Lebenslehre der besonderen Art bietet mir auch die Möglichkeit den Menschen etwas zurückzugeben und Lebensfreude auszustrahlen. Jeder Tag der nicht in Lebensfreude gelebt wird, ist ein verlorener Tag! Es ist mir ein großes Anliegen, das auch weiterzugeben. Ich habe auch gelernt damit aufzuhören andere zu bewerten und zu beurteilen. Dazu zählt auch Toleranz für die Einstellung der anderen zu haben.

Fotograf: Klaus-Ingomar Kropf

Link zu diesem Artikel Geschrieben von: Christina Krug Donnerstag, den 01. Juli 2010 um 00:00 Uhr

 
 
 
 
 
 
Im Gespräch mit Arno Wiedergut

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. DruckenE-Mail

Im Gespräch mit Arno Wiedergut

„Ich habe sowohl privat als auch beruflich stets versucht, den Menschen in seiner Ganzheit zu betrachten. Es ist nämlich niemand zu 100 Prozent gut oder schlecht.“

Genau diese Art des Umgangs mit Menschen hat Arno Wiedergut zu einer der schillerndsten Persönlichkeiten in der Kärntner Medienlandschaft gemacht...
 

Der am 5. 5. 1954 in Villach geborene Arno Wiedergut
liebte es schon während seiner Schulzeit zu schreiben. Er besuchte die Gymnasien in Lienz und Villach, wo er einen landesweiten Redewettbewerb gewann. Nach der Matura studierte Wiedergut Publizistik und Geschichte in Wien, nebenbei arbeitete er bei der Tageszeitung „Die Presse“ in der Wirtschaftsredaktion. Zur APA kam er 1980 und war vorerst mit der Gestaltung des ORF-Teletextes, der damals noch von der APA produziert wurde, betraut. Danach war er sieben Jahre außenpolitischer Redakteur, ehe er von 1988 bis 2008 als Chef der Kärntner APA fungierte. Heute ist Wiedergut, verheiratet und Vater eines Sohnes, unter anderem Berater des Landes Kärnten, der Stadt Klagenfurt und Autor.


 
Wer ich bin….
Ein guter Morgen beginnt für mich mit einem starken schwarzen Kaffee und natürlich mit Zeitungen.
 
Am besten entspannen kann ich mich auf meiner Kawasaki-Chopper, wo ich die Probleme hinter mir und die Freiheit um die Nase wehen lasse. Auch meinen Garten mitsamt Teich genieße ich.
 
Das schönste an meinem Beruf sind die Vielfalt und der Kontakt mit den Menschen.
 
Lebensmotto: offen, freundlich und ehrlich durch die Welt gehen.



Ein glückliches Paar: Arno & Steffi Wiedergut
 
Wie sind Sie zum Journalismus gekommen?
Wiedergut: Mein Vater war Fotograf und so hatte ich immer schon einen Bezug zu Medien. Auch ich wollte Fotograf werden und das Schreiben lieber nebenbei betreiben. Publizistik studiert habe ich dann hauptsächlich, weil mich mein ehemaliger Schuldirektor faktisch dazu gezwungen hat. Die Prüfungen habe ich alle gemacht, die Doktorarbeit leider auf den St. Nimmerleinstag verschoben.
 
Sie waren 20 Jahre an der Spitze der APA Kärnten. Wie schafft man es, so lange eine solche Position zu halten?
Wiedergut: Das Wichtigste ist, dass man gute und korrekte Arbeit leistet. Das Menschliche darf dabei aber nicht aus den Augen verloren werden. Ehrlichkeit und Handschlagqualität sollten ganz oben stehen.
 
Wollten Sie schon immer hoch hinaus?
Wiedergut: Ich bin nicht der Typ, der eine Sache verbissen verfolgt. Vieles in meinem Leben hat sich einfach so ergeben. Das hängt vielleicht damit zusammen, dass ich die Dinge gerne locker angehe. Wenn ich mich aber einer Sache widme, dann tue ich das mit vollem Einsatz. In meinem Job war und ist das Ergebnis wichtig – und darauf kommt es an.


Arno Wiedergut mit seinem Schulfreund Ali „Der Apotheker“ Telesko
 
Vielfach impliziert man mit dem journalistischen Beruf das Wort Stress. Wie sind Sie persönlich mit Stress umgegangen?
Wiedergut: Wenn man jung ist, hält man stressreiche Phasen sowieso locker aus. Für mich persönlich war Stress nie ein Problem. Ich glaube, wenn man sich mit seinem Beruf identifiziert, fällt es einem leicht hart zu arbeiten. Mir war es immer ein Anliegen Agentur-Journalismus mit Qualität zu betreiben. Hierbei zählen Werte wie wahrheitsgetreues, aber auch rasches Berichterstatten. Ich war auch immer stolz, wenn ich eine „Exklusivstory“ bekommen habe. Natürlich bedeutet das auch rund um die Uhr im Einsatz zu sein. Da kann es schon passieren, dass um 23 Uhr das Handy klingelt und jemand eine Story für dich hat.
 
 
Also ist der journalistische Beruf ein 24-Stunden-Job?
Wiedergut: Für mich ist und bleibt es ein Traumberuf. Wenn ich zum Beispiel an Schwerarbeiter denke oder an Mitmenschen, die Tag für Tag im Büro sitzen müssen, so schätze ich im Journalismus die Möglichkeit, weitgehend frei und selbstständig zu arbeiten. Übrigens ist man als Journalist nicht ständig im Stress, es gibt ja auch ruhigere Tage.
 
Sie sind seit vielen Jahren im Medienbereich tätig. Was hat sich verändert?
Wiedergut: Eine journalistische Recherche ohne die Verwendung von Suchprogrammen wie Google ist heute kaum mehr vorstellbar. Negativ ist jedoch der Umstand, dass Informationen oft ungeprüft gedruckt werden. Es werden Gerüchte in die Welt gesetzt, die als Fakten verkauft werden. Der zur Überprüfung von Informationen unerlässliche persönliche Kontakt  findet immer seltener statt. Früher galt etwa bei der APA das Prinzip „Keine Zeile ohne Quelle“. Dies wird in der medialen Berichterstattung heutzutage viel zu wenig berücksichtigt. Diese Tendenz zur Schnelllebigkeit und Oberflächlichkeit gibt es aber nicht nur bei den Medien, sie ist ein gesellschaftliches Phänomen.

Was missfällt Ihnen besonders im heutigen Journalismus?
Wiedergut: Vor allem der Mangel an Sorgfalt. Immer mehr Journalisten vernachlässigen die objektive Berichterstattung und lassen auch in Berichte – und nicht nur in Kommentare - persönliche Meinungen einfließen. Diese Todsünde für den objektiven Journalismus hat in der politischen Berichterstattung ihren Anfang genommen. Hierbei wird der Journalist von seiner eigenen politischen Einstellung geleitet, anstatt  objektiv zu berichten und seiner persönlichen Meinung ausschließlich in einer Kommentarspalte Ausdruck zu verleihen.

Was war Ihnen im Umgang mit Menschen, über die Sie berichtet haben, wichtig?
Wiedergut: Ich halte nichts davon, die persönlichen Befindlichkeiten, die man in Bezug auf eine Person hat, in den Mittelpunkt der Berichterstattung zu stellen. Man muss als Journalist in der Lage sein, die Objektivität beizubehalten, auch wenn man emotional angesprochen wird. Für mich war es immer wichtig den Menschen in seiner Ganzheit zu betrachten. Das bedeutet, niemand ist zu 100 Prozent gut oder schlecht.


Mit Presseteam-Austria-Chef Robert Graf

Was sollte jeder Berichterstatter berücksichtigen?
Wiedergut: Das ist vor allem der journalistische Grundsatz „audiatur et altera pars“, was soviel bedeutet wie beide Seiten zu hören. Wenn jemand gegenüber einer anderen Person einen Vorwurf erhebt oder ein Gerücht streut, muss der solcherart Inkriminierte unbedingt auch gehört werden! Leider ist dieses Prinzip vielen Medienleuten abhanden gekommen. Oft ist eine gute Story nämlich keine mehr, wenn man beide Seiten gehört hat.

Vor neun Jahren hatten Sie eine Operation, bei der Ihnen der Kehlkopf entfernt werden musste. Welche Auswirkung hatte dieser Eingriff auf Ihr Leben?
Wiedergut: Meine Stimme war mein Instrument - und es wurde mir „geraubt“. Dennoch war für mich der Ruhestand nie eine Option. In dieser schweren Zeit hatte ich zum Glück Menschen, die für mich da waren. Meine Familie hat mich in vielerlei Hinsicht gestärkt. Es gibt aber noch eine Person, die ich in diesem Zusammenhang erwähnen möchte, weil sie mich dabei unterstützte, wieder in meinen Beruf zurückzukehren: Jörg Haider wollte, dass ich mit ihm das erste Interview führe, sobald ich wieder sprechen gelernt hätte. Und so war es dann auch. Heute lebe ich mit meiner Behinderung im wesentlichen wie früher.

Wie haben Sie es geschafft, trotz Ihres Erfolges bodenständig zu bleiben?
Wiedergut: Hauptsächlich habe ich diese Einstellung meinem Vater zu verdanken. Er hat mir beigebracht, jedem Menschen auf die gleiche Art und Weise gegenüberzutreten. Es sollte nie entscheidend sein, welche Herkunft oder welchen Beruf die jeweilige Person hat - der Mensch zählt.



Fotograf
: Klaus-Ingomar Kropf

Link zu diesem Artikel Geschrieben von: Christina Krug Samstag, den 26. Juni 2010 um 00:00 Uhr

 
 
 
 
 
 
Im Gespräch mit Ilia Krammer

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. DruckenE-Mail

Im Gespräch mit Ilia Krammer

„Nur in einem Umfeld, das mir die Möglichkeit bietet meine Persönlichkeit zu entfalten, kann ich auch wirklich sein, wie ich bin. Das ist dann auch das, was ich dem Kunden anbiete kann, nämlich 100 Prozent Authentizität“...
 
Diese Wichtigkeit des sich Wohlfühlens spürt man schon, wenn man das Büro von Ilia Willenig-Krammer betritt. Wie genau nun seine Unternehmensphilosophie aussieht und was diese so einzigartig in der Werbelandschaft macht, soll das folgende Interview zeigen.

Die Agentur circle & friends wurde offiziell 2001 gegründet.
Heute führt sie Ilia Willenig-Krammer zusammen mit seiner Frau Diana.

 
Wer ich bin….
Ein guter Morgen beginnt für mich spät
 
Am besten entspannen kann ich mich nicht im Urlaub, sondern mit meinen Kindern.
 
Das schönste an meinem Beruf ist die Herausforderung.
 
Lebensmotto: Keine Angst vor dem Tod zu haben und irgendwann glücklich zu sterben.

 
Welche Philosophie verfolgt Ihr Unternehmen?
Willenig-Krammer: Mein Unternehmen beruht auf dem Netzwerkgedanken. Ich möchte damit bewusst einen Gegenpol zum industriellen Typus bilden. Das impliziert für mich auch, weg von der Oberflächlichkeit hin zu Kultur, Poesie und Tiefgang zu kommen. Nach diesem Vorbild habe ich mir auch das Firmengebäude ausgesucht. Ein Leitmotiv unseres Unternehmen ist “Every brilliant work depends on a genius of a beautiful mind” was so viel bedeutet wie großartige Arbeit hängt von der Genialität eins schönen Geistes ab.
 
Was bieten Sie Ihren Kunden?
Emotionalität ist für meine Art der Arbeit essentiell, denn ich kann mich nur auf etwas einlassen, was ich auch fühle. Was wir unseren Kunden vor allem bieten, ist viel Erfahrung. Dabei steht für mich die Möglichkeit der Persönlichkeitsentwicklung im Vordergrund. Nur wenn ich das Leben mit all seinen Exzessen und Normalitäten erfahren habe, verfüge ich über das notwendige Potenzial, neue und vielleicht unorthodoxe Wege zu gehen.

 
Ihr Büro verfügt über ein ganz besonderes Flair.
Willenig-Krammer: Da ich in meinem Büro nicht nur arbeite, sondern auch lebe, hat das Wohlfühlen für mich einen besonderen Stellenwert. Mein Unternehmen basiert auf dem Konzept einer Familie, indem die Mitarbeiter als Familienmitglieder gesehen werden. Auch die Einrichtung meines Büros soll diesen Aspekt der Gemütlichkeit und des Prinzips „mi casa es su casa“ (Mein Haus ist ihr Haus, span.) für meine Kunden erfüllen.
 
Welches Arbeitskonzept verfolgen Sie?
Willenig-Krammer: Ich bin ein Befürworter der vernetzten Kommunikation. Dieses Konzept ist auch unter dem Namen cross media bekannt. Wenn wir einen Auftrag bekommen, geht es uns darum, das zu verkaufende Produkt als Geschichte zu inszenieren. Unserem Unternehmen ist es wichtig, bei der Wahl der Werbemittel neue Wege zu gehen. Nur Inserate schalten macht keinen Sinn, außer das jeweilige Produkt passt zu dieser Form der Vermarktung.


Warum ist es so wichtig eine Geschichte für das Produkt zu entwickeln?
Willenig-Krammer: Eine Geschichte ruft Emotionen hervor. Es sind nicht nur positive Gefühle erwünscht, auch negative wie Traurigkeit können etwas auslösen. Um ein Produkt oder eine Dienstleistung erfolgreich vermarkten zu können braucht man reale Werte. Danach orientieren sich die Konsumenten. Meine Grundhaltung ist, dass ich nur mit einer Arbeit zufrieden sein kann, hinter der ich 100-prozentig stehe. Deshalb investiere ich auch sehr viel private Zeit in meine Aufträge, da geregelte Arbeitszeiten für meine Arbeitsmentalität hinderlich wären.

Sie bezeichnen sich als „enfant terrible“. Wie stehen Sie zur Medienlandschaft in Kärnten?
Willenig-Krammer: Ich persönlich bin kein mediengeiler Mensch. Ein gutes Bild von mir in der Presse zu sehen ist schön, ich steuere es aber nicht bewusst. Ich halte nichts davon, Dinge schön zu reden die ich selbst anders empfinde. Mit dieser Einstellung kann es natürlich sein, dass ich hier und da anecke. Mich stört an der medialen Berichterstattung, dass sie ihrer Sorgfaltspflicht nur bedingt nachkommt.


Ist Ihnen ein Auftrag in besonderer Erinnerung geblieben?
Willenig-Krammer: Natürlich gibt es viele Kunden, die mir in besonderer Erinnerung geblieben sind. Der Auftrag in einem Stift - die Begegnung mit den Priestern - und die besondere Atmosphäre lieferten mir wunderschöne Anregungen. Obwohl dieser Auftrag finanziell nicht so lukrativ war, zählte es viel mehr, mit diesen Menschen in Berührung gekommen zu sein. Auch die Arbeit mit Künstlern macht mir viel Spaß – man kann in eine völlig neue Welt eintauchen.

Der Begriff friends wird im Namen Ihres Unternehmens circle & friends verwendet. Was verstehen Sie dabei unter dem Begriff Freund?
Willenig-Krammer: Dahinter steckt der Netzwerkgedanke, der auch heute noch gelebt wird. Mir ist diese Form der Unternehmensführung sehr wichtig, weil ich in ihr den Vorteil der kontinuierlichen Exklusivität sehe. Wenn ich einen fixen Grafiker beschäftige, so trägt jeder Auftrag seine Handschrift. Es wäre dies dasselbe, wenn ein Regisseur immer wieder die gleichen Schauspieler engagiert.


Wie funktioniert dieser Netzwerkgedanke?
Willenig-Krammer: Unser Unternehmen hat in Kärnten das größte Netzwerk an Kommunikation in der Branche. Zu unserem Team gehören Betriebswirte, Architekten, Investoren und Kreative genauso wie Bühnenbildner, Dekorausstatter; Landschaftsgestalter usw. Somit bieten wir einen Full Service. Eine ständige Herausforderung ist es, Freunde und Beruf zusammenzubringen. Trotz vieler Schwierigkeiten halte ich an diesem Konzept fest. Ein persönliches Anliegen ist die Suche nach neuen Talenten. Wenn ich ein Potenzial erkenne, bin ich auch gerne bereit es zu fördern.

Sie haben den Twister den Carinthian Advertising Award in der Kategorie beste Kampagne für das Almdorf Seinerzeit erhalten? Welche Philosophie wollten Sie in der Kampagne zum Ausdruck bringen?
Willenig-Krammer: In unserer Zeit hat die Geschwindigkeit das Zepter übernommen. Meiner Meinung nach ist Geschwindigkeit zwar im Expertentum gefordert, in anderen Bereichen aber negativ zu bewerten. Der Mensch kommt mit seinen mentalen Bedürfnissen dem Automatismus der Innovation nicht mehr nach. Er verhungert emotional. Einen Gegenpol zu dieser Entwicklung wollten wir mit dem Konzept für das Almdorf Seinerzeit schaffen. Wir haben versucht Kultur umzusetzen. Es ging uns darum, weg vom globalisierten Dorf zu kommen, in dem alles gleich aussieht. Die Individualität und der damit verbundene persönliche Charme sollten zum Ausdruck kommen.

Wo sehen Sie die Herausforderungen im Tourismus?
Willenig-Krammer: Es gilt, alle Ressourcen, die einem zur Verfügung stehen, auch zu nutzen. Ich wehre mich gegen die industrielle Entwicklung im Tourismus. Das Potenzial in dieser Branche liegt darin, Kultur und damit Exklusivität zum Ausdruck zu bringen. Man sollte als Gast die Möglichkeit bekommen, ungezwungen zu sein und trotzdem Luxus genießen zu können. Wir sollten weg von dem Gedanken, dass etwas minderwertig ist, nur weil es nicht international ist. Die Herausforderung der Tourismusbranche liegt darin, Kultur, Land und Leute auf einen Nenner zu bringen.


Sie arbeiten in einem Beruf, der von Ihrer Kreativität lebt. Was bedeutet für Sie Kreativität?
Willenig-Krammer: Kreativität kann nicht erlernt werden, für mich ist sie eine Lebenseinstellung. Kreatives Arbeiten bedeutet, sich nicht mit Durchschnittlichem zufrieden zu geben. Im kreativen Schöpfen darf man sich nicht vor Gefühlen fürchten. Auch eine traurige Geschichte kann ein Produkt oder eine Dienstleistung inszenieren. Die Angst vor Neuem ist für den Kreativprozess tödlich. Offenheit ist das zu befolgende Prinzip. Für mich persönlich hat Kreativität nichts mit Bauchgefühl zu tun. Ein kreativer Einfall bedarf immer einer Reflektion, in der abgewogen wird, ob eine Idee umsetzbar ist oder nicht. Im kreativen Prozess ist es auch wichtig, sich auf die Dinge einzulassen. Das bedeutet, der Geist muss frei sein von persönlichen Barrieren. Die Angst vor Fehlern ist im kreativen Prozess genauso hinderlich, denn sie führt dazu, dass man sich blockiert und seinen Gedanken nicht mehr die Freiheit lässt, für Neues offen zu sein.

Wo liegen die Schwierigkeiten im Zusammenhang mit Kreativität?
Willenig-Krammer: Bei beruflichen Tätigkeiten, in denen Kreativität zur Arbeitsleistung notwendig ist, ist man vielen Belastungen ausgesetzt. Die Beratungsgespräche mit den Kunden in unserem Unternehmen sind sehr intensiv und mir persönlich sehr wichtig. Der Auftrag ist so lange mental präsent, bis ich zu einer Lösung gekommen bin. Somit ist ein Abschalten von der Arbeit während dieser Prozessphase beinahe unmöglich. Kreativität lässt sich nur bedingt abrufen. Vielmehr ist sie ein spontanes Moment, das einem plötzlich widerfahren kann.

Die Werbebranche kämpft mit dem Vorurteil, die Menschen zu belügen. Welchen Stellenwert haben für Sie die Begriffe Wahrheit und Authentizität?
Willenig-Krammer: Einen sehr hohen. Ich habe mich schon von Kunden getrennt, die mit mir in dieser Hinsicht nicht übereingestimmt haben. In meiner Geschäftsbeziehung zu den Kunden ist mir Empathie wichtig. Nur wenn ein gegenseitiges Gefühl von Vertrauen gegeben ist, kann ich mit dem Kunden arbeiten. Sich zu verstellen bedeutet für mich lügen. Deshalb verkörpert mein Unternehmen auch meine persönliche Einstellung, denn nur dann kann ich mich authentisch präsentieren. Nur in einem Umfeld, das mir die Möglichkeit bietet meine Persönlichkeit zu entfalten, kann ich auch wirklich sein, wie ich bin. Das ist dann auch das, was ich dem Kunden anbieten kann, nämlich 100 Prozent Authentizität.

Fotograf: Klaus-Ingomar Kropf

 

Link zu diesem Artikel Geschrieben von: Christina Krug Samstag, den 26. Juni 2010 um 00:00 Uhr

 
 
 
 
 
 
Pressekonferenz Kärnten Läuft 2010

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. DruckenE-Mail

Pressekonferenz Kärnten Läuft 2010

9. Wörthersee Halbmarathon 20. bis 22. August 2010

Bilder zur Presseinformation vom Freitag, 25. Juni 2010 „Raiffeisen-Schiff“ MS Wörthersee www.kaerntenlaeuft.at

ANMELDUNG:....
 

Vom 20. bis 22. August wird Kärnten Läuft wieder tausende Menschen bewegen. Machen Sie mit!

 
 


Wenns laft, donn lafts!“ sagt der Volksmund. Doch bis „es läuft“ ist ein langer und oft steiniger Weg für die Verantwortlichen. Klar ist Veranstalter sein ein Job, allerdings gehört mehr als nur eine kleine Portion an Idealismus und Leidenschaft dazu. Derwichtigste Faktor ist aber schnell definiert: Human Ressources... also die Crew. Zwei bis drei Köpfe, mindestens acht Hände und 48 Stunden pro Tag Zeit haben, das wäre ein Idealbild des Eventmanagers. Doch Gott sei Dank können wir uns bei Kärnten Läuft auf eine breite Basis anmotivierten und begeisterten Helfern und Mitarbeitern verlassen. Das ganze Jahr sind wir gemeinsam oft Tag und Nacht für Sie unterwegs. Damit „alles läuft“, wenn Kärnten Läuft! Fürs OK-Team Michi Kummerer und Martin Kroissenbacher.



ANMELDUNG ONLINE (bis 9. August) www.kaerntenlaeuft.at PER POST (bis 9. August) Kleine Zeitung, Funderstraße 1A, 9020 Klagenfurt

NACHNENNUNG Freitag, 20. August 2010 von 14 bis 20 Uhr; Samstag, 21. August 2010, von 9 bis 20 Uhr in der „Kärnten Läuft Running City“ am Metnitzstrand (neben Strandbad Klagenfurt)





Die schnelle „Eingreiftruppe“
Was bei der Polizei die „Cobra“ ist, sind beiKärnten Läuft dieHumanomedRunningDoctors: die schnelle „Eingreiftruppe“. An strategischen Punkten auf der Strecke stehenNotärzte undRotesKreuz bereit. Zusätzlich gibt es zumWohle aller Teilnehmer die Humanomed Running Doctors. Hinter jedem Schrittmacher (ab 1:40) läuft ein Arzt des Humanomed-Teams mit.


Schritt für Schritt
„Kärnten Läuft gehört schon zu den Fixterminen einer immer größerwerdenden Laufgemeinde in Kärnten. Laufen auch Sie mit – Schritt für Schrittmit Spaß und Freude.“ Walter Walzl, Kleine Zeitung


Link zu diesem Artikel Geschrieben von: RG Freitag, den 25. Juni 2010 um 13:34 Uhr

 
 
 
 
 
 
Robert Glock eröffnet das Bad Saag

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. DruckenE-Mail

Robert Glock eröffnet das Bad Saag

Eröffnungsfeier im Bad Saag am See
Am 18. Juni 2010 fanden die Promi Feierlichkeiten zur (Saison) Eröffnung des Bad Saag in Techelsberg statt. Bad Saag wird gepachtet von Robert Glock, Sohn des international bekannten Waffenproduzenten Gaston Glock.

zur Bildergalerie....
 

Die Eröffnungsfeierlichkeiten fanden im Gourmetrestaurant statt und Familie Glock konnte sich über den Besuch zahlreicher VIP- Gäste freuen. Nach den einleitenden Worten des Pächters, wurde den Gästen musikalisch eingeheizt, wohl nötig bei den schon fast herbstlichen Außentemperaturen. Auch Freunde der kulinarischen Küche kamen an diesem Abend nicht zu kurz.



Das Strandgebiet, das direkt am Wörthersee liegt, wurde mit einem Beach Club, eine Marina mit Liegeplätzen und einem Gourmetrestaurant ausgebaut. Glock will das Flair des Grundstückes erhöhen und damit den „Markt auffrischen“. Ein schöner Platz für ein Gourmetrestaurant, das ganzjährig geöffnet bleibt, bietet Bad Saag mit Bodanlegestelle in idyllischer Lage auf jeden Fall. Robert Glock verlässt sich bei der Leitung des Betriebes auf Hubert Wallner, ein bekannter Gastprofi. In den einleitenden Worten erklärt Robert Glock, dass der „Platz keinesfalls nur VIP Gästen vorbehalten ist“, sondern er sich auch über „jeden Zugang aus der Öffentlichkeit freut“.



Das perfect(e) VIP Event mit Robert Glock am Wörthersee: Sohn des Ferlacher Waffenproduzenten "Gaston Glock", ist der neue Pächter von Bad Saag. Das Bad bleibt öffentlich zugänglich. Konzept.


Link zu diesem Artikel Geschrieben von: Yvonne Schmid Samstag, den 19. Juni 2010 um 11:37 Uhr

 
 
 
 
 
 
Im Gespräch mit  Angelika Mandl

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. DruckenE-Mail

Im Gespräch mit Angelika Mandl

„Mir persönlich hat die Entwicklung im ästhetischen Bereich der Medizin nicht gefallen.

Deshalb habe ich bewusst eine eigene Richtung gewählt“. Wie ihr Zugang zur ästhetischen Medizin aussieht und was Frau Dr. Angelika Mandl am Herzen liegt soll im folgenden Interview näher erörtert werden...
 
Dr. Angelika Mandl ist Fachärztin für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie. Ihr Studium absolvierte sie in Graz. Ab 1980 war Dr. Mandl am Landeskrankenhaus in Klagenfurt angestellt, wo sie anfangs auf der Kinderchirurgie arbeitete. Nach dem Titel des Facharztes für Allgemeine Chirurgie kam sie über die Mikrochirurgie zur Plastischen Chirurgie, die sie mit einem zweiten Facharzttitel abschloss. Auf der Abteilung für Plastische Chirurgie arbeitete sie als Oberärztin. Daneben führte sie bereits ihre Privatordination in Klagenfurt, der sie sich heute ausschließlich widmet.

 

Wer bin ich….
Ein guter Morgen beginnt für mich in den warmen Monaten mit Schwimmen. Sonst liebe ich es, am Morgen in Ruhe meine Zeitung zu lesen und zu frühstücken.
 
Am besten entspannen kann ich mich beim Ausleben meiner privaten Interessen wie dem Arbeiten mit Keramik, im Chor singen oder einfach nur Musik genießen, Golf spielen und natürlich mit meine Familie.
 
Erholung bringt mir das Reisen, da ich nur im Urlaub richtig abschalten kann. Der Arztberuf bringt es mit sich, dass man sich ständig Gedanken über seine Patienten macht.
 
Es freut mich, wenn meine Familie gesund ist und wenn meine Patienten die Ordination zufrieden verlassen.

 
 
Warum haben sie sich für den Beruf als Ärztin entschieden?
Mandl: Für mich steht ganz eindeutig das Helfen im Vordergrund. Die Plastische Chirurgie ist für mich deshalb so spannend, weil sie sehr breitfächrig ist. So gibt es beispielsweise Wiederherstellungschirurgie, Mikrochirurgie, Handchirurgie, Verbrennungschirurgie, Transplantationschirurgie, die je nach Richtung Menschenleben retten bzw. deren Lebenssituation verbessern kann.
 
Wie sind sie zum ästhetischen Bereich gekommen?
Mandl: Mir persönlich hat die Entwicklung im ästhetischen Bereich der Medizin nicht gefal-len. Deshalb habe ich bewusst eine eigene Richtung gewählt. Außerdem umfasst meine beruf-liche Tätigkeit im ästhetischen Bereich nur etwa die Hälfte meiner gesamten Behandlungen. In meiner Arbeit als plastische Chirurgin widme ich mich auch anderen Themen, wie bei-spielsweise dem Entfernen von Tumoren im Weichteilbereich, der Lidchirurgie, der Handchirurgie, der Entfernung von Krampfadern usw. Ein Schwerpunkt meiner Tätigkeit ist auch die Laserchirurgie. Ich verfüge unter anderem über ein Kombinations-Lasersystem, das höchst selten ist.

 
Was genau hat sie an der Entwicklung im ästhetischen Bereich gestört?
Mandl: Besonders gestört hat mich, dass die ästhetische Chirurgie, insbesondere durch die mediale Präsenz, in die Ecke des Schönheitswahns gedrängt wurde. Das hat aber mit der praktizierten ästhetischen Chirurgie wenig zu tun. Mir liegt es besonders am Herzen, dass man Patienten die sich einem ästhetischen Eingriff unterziehen, nicht ins Aus stellt. Leider wird oft jemandem, der sich einer ästhetischen Behandlung unterzieht, ein psychischer Defekt unterstellt. Das entspricht aber nicht der Realität. Ich möchte wissen, was hinter dem Problem liegt. Für mich sind die Menschen, die meine Ordination besuchen immer Patienten und nie Klienten. Es ist für mich unerlässlich nicht nur das Problem, sondern den Patienten als gesamten Menschen zu betrachten. Als Plastische Chirurgin empfinde ich es als persönliches Anliegen, dass das Ergebnis einer ästhetischen Behandlung nicht als solche ersichtlich ist. Ein Ein-griff kann den harmonischen Gesamteindruck verbessern und dem Patienten dazu verhelfen, sein Selbstwertgefühl zu stärken. Besonders wichtig ist mir das ausführliche Gespräch mit dem Patienten. Hierbei geht es darum, den Patienten möglichst umfangreich über Erfolg und mögliche Risiken aufzuklären. Diesen Standpunkt vertrete ich auch als Mitglied in der Ethikkommission.

 
Wie kann ich erkennen, ob es sich um einen qualifizierten Arzt handelt?
Mandl: Das Problem ist, dass in Österreich der Begriff der Schönheitschirurgie frei verwendet werden darf. Deshalb gibt es auch viele selbst ernannte Schönheitschirurgen. Sie haben zwar eine medizinische Ausbildung, ihnen fehlt aber oft die nötige Erfahrung im plastischchirurgischen Bereich.
 
Warum unterziehen sich ihrer Meinung nach viele Patienten einem ästhetischen Eingriff im Ausland?
Mandl: Der Glaube an die Kostenersparnis ist bestimmt für viele Patienten ein Grund, eine Behandlung im Ausland machen zu lassen. Natürlich sind die Kosten für einen Eingriff relativ hoch. Man muss aber beachten was alles im Preis inkludiert ist. Die Ausbildung macht einen Teil der Kosten aus, aber auch die Operation selbst. Klinikaufenthalt, Team, Anästhesie, Implantate usw. müssen mitkalkuliert werden. Ein entscheidender Bereich, der im Zusammenhang mit chirurgischen Eingriffen nicht vergessen werden darf, ist die medizinische Nachbehandlung. Diese kann im Ausland aufgrund der Distanz zwischen Patient und Arzt nicht die gleiche Qualität haben. Die Nachbehandlung und der Kontakt mit dem Arzt sind aber entscheidend für die Genesung des Patienten. Nebenwirkungen können immer auftreten. Deshalb ist es wichtig, den Patienten bereits im Beratungsgespräch darüber aufzuklären.



Wann würden sie einen Patienten ablehnen?
Mandl: Ich operiere niemanden, der sich nicht ganz sicher ist. Besonders der Bereich des Verstehens mit dem Patienten ist für mich essentiell. Operieren kann man erlernen, das zwischenmenschliche Gefühl bekommt man durch Erfahrung. Wenn es zwischen mir und dem Patienten nicht stimmig ist, käme für mich eine Behandlung nicht in Frage. Natürlich kommt es auch vor, dass mich ein Patient ablehnt. Ein weiterer Grund für mich, keine Behandlung durchzuführen wäre es, wenn der Wunsch des Patienten und die Realität nicht übereinstimmen. Ein zu hohes medizinisches Risiko für den Patienten, wäre auch ein Ablehnungsgrund. Es gibt auch Richtlinien an die man sich als plastischer und ästhetischer Chirurg zu halten hat wie beispielsweise keine Kinder und Jugendlichen ohne Notwendigkeit zu operieren.

Kontakadresse:

Privatordination  Dr. Angelika Mandl
  • Plastische Chirurgie
  • Aesthetische Chirurgie
  • Rekonstruktive Chirurgie

A-9020 Klagenfurt

Kreuzwirtgasse 20

Tel +43(0)463-47728
Fax + 43(0)463-41492
mandl.klagenfurt@aon.at

Angeboten werden:


  • Körper- und Gesichtsformung
  • Skinresurfacing
  • Falten- und Narbenglättung
  • Laserbehandlung von Hautproblemen
  • Venenchirurgie
  • Handchirurgie
  • Facelift
  • Lidkorrekturen
  • Ohrenkorrektur
  • Nasenkorrektur
  • Brustverkleinerung
  • Bruststraffung
  • Brustvergrösserung,
  • Bauchdeckenkorrektur
  • Mesotherapie,
  • Peelings
  • Behandlung mit Fruchtsäure
  • BotulinumtoxinA (Botox, Dysport)
  • Falten-Unterspritzung mit Hyaluronsäure und neuesten Produkten (Novabel, etc.)

Link zu diesem Artikel Geschrieben von: Christina Krug Montag, den 14. Juni 2010 um 00:00 Uhr

 
 
 
 
 
 

Seite 1 von 3